Während es im Sommer an schönen Tagen an der Fleischbank viel zu heiß hergehen würde, ist die Tour geradezu ideal am Ende der Bergwandersaison (oder natürlich auch an deren Anfang), denn hier kann man den Herbst wunderbar genießen. Ein weiteres Plus ist, dass man sich bei dieser Tour ausschließlich auf kleinen Wegen und Pfaden bewegt. Hier gibt es keine langweiligen Forststraßen, sondern nur einen Steig, der wunderschön über den steilen, licht bewaldeten Hang hinauf mäandert. Abwechslungsreich ist die Route, ein Bächlein wird überquert, ruhig geht es zu, ja sogar beschaulich. An keiner Stelle ist der kleine Weg schwierig und auch die Orientierung bereitet keinerlei Probleme.Karwendel-Berge der sogenannten Vomper Kette. Wie Furchen ziehen sich das Johannes- und das Laliderertal nach Süden.
Wer wirklich trittsicher und schwindelfrei ist, der kann sogar eine lohnende, jedoch deutlich anspruchsvollere Überschreitung anschließen. Richtung Osten ginge es dazu am Hölzelstal- und Grasbergjoch vorbei zur Grasbergalm und von dort hinunter ins Tal. Wenn die Straße noch keine Wintersperre hat, sollte man sich hier ein Radl deponieren, um nicht zu Fuß entlang der Straße zurück zum Ausgangspunkt latschen zu müssen. Das wäre ein etwas nerviger und somit unwürdiger Abschluss der schönen Runde.
Aber auch ohne Überschreitung ist die Fleischbank eine lohnende Unternehmung; und dass diese Fleischbank nicht so berühmt ist wie die im Kaiser, wird jeden Liebhaber stiller Bergwanderungen nur freuen.
Die Anfahrt erfolgt über Bad Tölz und Lenggries (Richtung Achenpass) zum Sylvensteinstausee. Über den Sylvensteinsee führt die Straße, an Fall, Vorderriß und Hinterriß vorbei Richtung Eng. 700 Meter nach der Mautstelle findet man links der Straße, unweit der Fuggerangeralm, eine sehr kleine Parkbucht mit dem Hinweisschild zur Fleischbank. Wegen der Wintersperre muss man derzeit die 700 Meter dort hin zu Fuß gehen.
Man folgt dem Schild „Fleischbank“ weglos über die Wiese. Dabei hält man sich rechts und wandert einige Meter parallel zum Bach an dessen linken Ufer entlang, ehe man an einer Furt die Seite wechselt. Hier findet man auch erste Markierungen. Auf der anderen Seite des Bachs folgt man dann den ersten deutlichen Steigspuren über den Erosionshang hinauf. Jetzt ist der Steig ganz eindeutig ausgeprägt und man braucht ihm nur durch den wunderschönen, lichten Hochwald in vielen Serpentinen zu folgen. Nachdem der Weg nach links ausweicht und einen Westhang gequert hat, geht es über den Bach. Hier setzt sich der schmale Weg in der Südflanke fort und führt weiterhin durch Wald bis zur Steilegg Jagdhütte (1520 m). Unmittelbar vor ihr zielt der Weg nach rechts; die anschließende alte Abzweigung zum Schönalmjoch (verblasster Pfeil) ignoriert man. Durch die Latschenzone wandert man in Serpentinen hinauf bis der Gipfel endlich in Sichtweite kommt. Auch die beschilderte Abzweigung zum Schönalmjoch lässt man dabei links liegen. Danach gabelt sich der Weg. Links hinauf zum Grat und über diesen völlig unschwierig, aber stellenweise ein bisschen exponiert, zum höchsten Punkt. Das Kreuz steht ein Stück darunter.überschreitet man den Gipfel und steigt vom Kreuz der Fleischbank entlang des Kammes in Richtung Osten ab. Kurz nach dem Gipfel wird es sehr steil, dann folgt ein gutes Wegerl, das die latschenbewachsenen Südhänge des Hölzelstaljochs quert (Gipfelsammler können es auch überschreiten). Kurz vor dem Grasbergjoch wird es dann etwas alpiner und man muss über ein paar einfache Felsen eine mit schwachem Drahtseil gesicherte Rinne erklimmen, ehe sich der Steig in gewohnter Manier fortsetzt und diesen Gipfel quert (Gipfelsammler könnten auch ihn erklimmen).
Anschließend geht es durch Latschen über den Südost-Rücken hinunter zum Wiesengelände der Grasbergalm, wo man auf einem breiten Almweg weiterwandert. Er leitet einen zur Wegkreuzung bei der Grasbergalm (1540 Meter). Man wandert auf breitem Wirtschaftsweg geradeaus weiter; er dreht bald nach rechts und zielt in den Wald hinein. Über den Weg hinunter bis zur Straße mit Parkplatz bei der Kreuzbrücke. Hier am besten mit einem bereitgestellten Fahrrad oder gegebenenfalls auch per Anhalter zurück zum Ausgangspunkt.
Die letzte Sonne im Spätherbst
Von Bernhard Ziegler
Lenggries. Fleischbank, nicht unbedingt ein charmanter Name für einen Berg. Alpine Kenner verbinden diesen Namen jedoch mit großartigen Kletterrouten im Kaisergebirge. Pioniere wie Dülfer und Rebitsch, sowie auch Stefan Glowacz und viele andere haben an der Fleischbank Klettergeschichte geschrieben. Weniger geschichtsträchtig, weniger alpin, doch für den Bergwanderer um so lohnender ist ein gleichnamiger Berg im sogenannten Vorkarwendel. Diese harmlose Version der Fleischbank hat einen südseitigen Anstieg und ist daher ideal für den späten Herbst - eine Jahreszeit, in der man um jeden Sonnenstrahl dankbar ist.
Lenggries. Fleischbank, nicht unbedingt ein charmanter Name für einen Berg. Alpine Kenner verbinden diesen Namen jedoch mit großartigen Kletterrouten im Kaisergebirge. Pioniere wie Dülfer und Rebitsch, sowie auch Stefan Glowacz und viele andere haben an der Fleischbank Klettergeschichte geschrieben. Weniger geschichtsträchtig, weniger alpin, doch für den Bergwanderer um so lohnender ist ein gleichnamiger Berg im sogenannten Vorkarwendel. Diese harmlose Version der Fleischbank hat einen südseitigen Anstieg und ist daher ideal für den späten Herbst - eine Jahreszeit, in der man um jeden Sonnenstrahl dankbar ist.
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