Auf den Brettln steil bergauf

Von Wolfgang Traup
Trostberg. Die ersten Skitouren hat Alex Schuster schon mit fünf Jahren unternommen. Nun zählt er zu den erfolgreichsten Sportlern in der AV-Sektion Trostberg. Der 24-Jährige musste zwar im vergangenen Jahr verletzungsbedingt einen Rückschlag einstecken. Dennoch will er heuer wieder vorne mit dabei sein.
Alex Schuster beim Sommertraining vor traumhafter Kulisse am Rauriser Sonnblick. Ausdauer, Kraft und Koordination trainiert der 24-Jährige auch übers Jahr, um im Winter fit zu sein.
„Skitouren bin ich mit den Eltern seit dem 5. Lebensjahr gegangen, hoch mit Langlaufski und zugeschnittenen Fellen und runter mit den Alpin-Skiern, die die Eltern extra hochgeschleppt haben.“ So erinnert sich der blonde Trostberger an seine ersten Erfahrungen. „Damals hat es mir schon sehr viel Spaß gemacht, und die Berge faszinierten mich.“ Diese Faszination hielt erst einmal bis zur Pubertät an. „Dann allerdings konzentrierte ich mich mehr auf Partys, fing mit 15 bis 16 Jahren zu rauchen an, legte ein paar Pfunde zu.“ Doch dann kam die Erkenntnis: „Mit Mitte 17 war ich dann mit der Situation ein bisschen unzufrieden, und durch Zufall fragte mich ein Freund, ob ich nicht mit ihm einen Marathon laufen wolle. Da überlegte ich nicht lange. Als Zusatz dachte ich mir, wenn ich zu Laufen beginne, dann hör ich auch zum Rauchen auf.“ So begann Schusters allmählicher Einstieg in den Sport. „Ich begann fleißig zu trainieren, und die Pfunde purzelten. Und damit wuchsen auch der Spaß und der Ehrgeiz.“

Den Anstoß, das Skitourengehen als Leistungssport zu betreiben, kam durch einen Artikel in der DAV-Zeitung über den Skitourenrennsport und über ein Jugendcamp, bei dem ich teilnahm. „So kam alles ins Rollen.“ Im Winter 2005/06 nach dem Jugendcamp absolvierte er die ersten zwei Wettkämpfe. In der darauf folgenden Saison schaffte der junge Trostberger gute Platzierungen und die Qualifikation für die Europameisterschaft in Morzine in Frankreich. Zwischen dem Winter 2007/08 und dem Winter 2010/11 war Schuster im Team der deutschen Nationalmannschaft des DAV auf Weltcups, bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften am Start.

Und auch seine Bundeswehrzeit konnte der junge Trostberger nutzen: „Von 2009 bis 2010 konnte ich dann ein Jahr als Vollprofi bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr genießen.“ Das hat sich seit Oktober vergangenen Jahres wieder geändert. Damals hat sich Alex Schuster an der FH Rosenheim für den Studiengang Produktionstechnik eingeschrieben.

Im vergangenen Jahr musste Alex Schuster einen Rückschlag hinnehmen. Kurz vor Weihnachten zog er sich eine Schulterluxation zu, die ihn einige Zeit zur Ruhe zwang. Erst zum Schluss des Winters war der Student wieder einsatzfähig.

In der aktuellen Saison hat der jetzt 24-Jährige schon drei Rennen absolviert, eines, wenige Tage vor Weihnachten, in der Schweiz. Da schaffte er in der Herren-Klasse den dritten Rang, und zwei Tage nach Weihnachten kostete ihn ein Missgeschick wichtige Minuten, sodass es da nur noch zu einem zehnten Rang reichte. Das jüngste Rennen absolvierte Schuster am gestrigen Abend in Gosau. Und am 8. Januar steht wieder der „Jennerstier“ auf dem Programm. Dabei erhofft sich Schuster wieder gute Platzierungen, um sich einen fixen Kaderplatz zu sichern.

Um diese Leistungen in Wettkämpfen zu erbringen, ist ein hartes Training nötig. „Auf so zwischen 20 bis 22 Stunden in der Woche“ taxiert der 24-Jährige seinen Trainingsaufwand. Da bleibt kaum noch Zeit für Privates neben dem Studium. Eine Freundin hat der 24-Jährige derzeit auch wegen des engen Terminkalenders nicht. „Aber es würde schon gehen“, da ist er sich sicher. „Wenn es passt, dann funktioniert das auch.“

So bleibt ihm hin und wieder die Zeit, zusammen mit den Eltern auf Touren zu gehen. Aber eben nur gehen: „Ich bin nicht immer nur schnell unterwegs.“ Schließlich soll da auch noch Zeit für ruhige Momente sein.

Seine sportliche Zukunft sieht er positiv: „Nachdem der letzte Winter etwas unglücklich verlaufen ist, will ich diesen Winter um einen fixen Kaderplatz kämpfen und mir diesen wieder sichern. Auch Platzierungen unter den Top 20 im Weltcup wären sehr toll und auch realistisch.“
Artikel vom 31.12.11
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