Gestartet wurde an der Rosengartenhütte über den Santnerpass-Klettersteig. Dieser markierte Steig führt über einen steilen Felsriegel auf eine mächtige Geröllterrasse. Unter den Westabstürzen der Rosengartenspitze ging es zunächst ohne richtigen Höhengewinn weiter, bis die eigentliche Kraxlerei begann. Die Aufschwünge sind gut gesichert, bis an einem steilen Riss der Ausstieg auf den Santnerpass endete. Von dort ging es über Geröll zum Einstiegskamin der Rosengartenspitze.
Was bis jetzt noch leicht bis mittelschwierig begonnen hatte, änderte sich nun an diesem Einstieg. Ohne künstliche Aufstiegshilfen war Kletterei im Dreier-Bereich gefragt, was für einen reinen Klettersteigler schon eine Herausforderung ist. Der Kamin mit einem leichten Überhang war die erste Schlüsselstelle. Anschließend ging es über eine freie, sehr ausgesetzte griffige Wand noch einmal in den Kamin auf den Nordgrat, über dessen Steilstufen zum Gipfel. Im Abstieg war das mitgebrachte Seil sehr hilfreich, das die Teilnehmer teils zum Abseilen oder als Seilgeländer benützten. Auf der Santnerpasshütte war dann der erste Cappuccino fällig, ausgiebig genossen bei einer grandiosen Aussicht auf das „Gartl“, das sogenannte Herz des Rosengartens.
„Als wir um 17 Uhr unsere erste Unterkunft, die Gartlhütte, erreichten, und bei schönstem Sonnenschein die Vajolett-Türme bewunderten, juckte es zwei unserer Kameraden so in den Fingern, dass wir uns entschlossen, noch vor dem Abendessen die berühmte „Delagokante“ zu klettern“, beschreibt ein Teilnehmer die Begeisterung. Diese Kletterroute ist mit Sicherheit eine der beliebtesten Klettereien im Alpenraum.
Am nächsten Tag teilte sich die Gruppe. Zwei Kletterer vergnügten sich noch einmal am Delagoturm, die Klettersteigler erwanderten stattdessen den Kesselkogel. Dies ist der einzige Dreitausender im Rosengarten. Diese Tour ging über die Vajoletthütte, den Grasleitenpass und das Westband über den Gipfel. Der Abstieg führte über die Ostseite zur Antermoia-Hütte mit dem schön gelegenen Antermoia-See. Es ging bergab zum Pass so di Lause mit erneutem Aufstieg zum Pass so della Pepe, bis dann, nach acht Stunden, die Vajoletthütte erreicht wurde.
Der dritte Tag begann wieder für die ganze Gruppe gemeinsam auf der Vajoletthütte, in der auch übernachtet wurde. In gut zwei Stunden wanderten die AVler zur Rosengartenhütte und hatten ihr nächstes Ziel erreicht, den Masare-Rotwand-Klettersteig. Gestartet wurde dazu an der Punta Masare auf 2585 Meter Seehöhe; der schön angelegte, mittelschwere Steig führt über den und zwischen dem vielzackigen Felsgrat der Punta Masare. Am „Fensterlturm“ begann der zweite Abschnitt auf die Rotwand.
Gleich am Anfang gab es eine schwerere, aber schöne Stelle, ab dann ist der Weg eher eine Wanderung bis zum Gipfelkreuz. Die Aussicht von hier ist nicht zu überbieten – fast alle berühmten Dolomitengipfel auf einen Blick! Das lohnte alle bisherigen Mühen.
Über den Nordgrat und den Vajolonpass ging es dann zurück zur Rosengartenhütte, von der die Bergfreunde zwei Tage zuvor gestartet waren. Bei acht Stunden Gehzeit, schönem Wetter trotz schlechter Wettervorhersage, und den mächtigen Dolomiten in ihrer beeindruckendsten Form waren alle Teilnehmer restlos begeistert. Ein gutes Essen im Biergarten in Tiers beendete diesen erlebnisreichen AVAusflug.
Unterwegs auf König Laurins Spuren
Vigo di Fassa (cw). Erstmalig im Alpenverein Tittmoning gab es eine gemeinsame Tour der Klettersteigler und der Kletterer, an der sich acht Mitglieder beteiligten. Diese begaben sich auf König Laurins Spuren in den Rosengarten.
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