Für Wasserburgs Manager Jochen Bruch ist diese Entscheidung eine große Enttäuschung. Nur Wasserburg und Saarlouis hatten sich um die Ausrichtung beworben, Freiburg und DonauRies hatten verzichtet. „Es war für uns sehr schwierig, vor allem die finanziellen Bedingungen zu erfüllen. Um unseren treuen Fans diesen Basketball-Höhepunkt wieder präsentieren zu können, wären wir auch an unsere Rücklagen herangegangen. Doch die Liga verlangt mittlerweile Rahmenbedingungen, die es uns beinahe unmöglich machen, diese Veranstaltung überhaupt nochmals auszurichten.“
Laut DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht habe Saarlouis, das die Endrunde zum dritten Mal innerhalb der letzten fünf Jahre ausrichtet, die bessere Spielstätte. Die wie eineArena gestaltete Stadtgartenhalle fasse 2500 Fans und verfüge über einen VIP-Raum für Ehrengäste. Außerdem werde auf einem Parkettboden von internationalem Standard gespielt. Und schließlich spreche die politische Unterstützung für Saarlouis – vor zwei Jahren war zum Finale sogar Ministerpräsident Peter Müller in der Halle.
„All diese Argumente sind richtig, aber für uns bedeutet das, dass wir uns künftig nicht mehr zu bewerben brauchen. Wir haben demnach eh keine Chance mehr“, meint Bruch resignierend. Die Badria-Halle in Wasserburg sei nun mal in den 1970er Jahren gebaut worden, mit Tribünen nur an einer Längsseite und ohne VIP-Raum. Es gibt auch keinen Bereich, in dem ein solcher nachträglich eingerichtet werden könnte.
Zuständig für alle Umbauten wäre die Stadt – angesichts derknappen Kasse der Kommune ist daran nicht zu denken. Auch ein Neubau einer modernen Ballsporthalle, der in den letzten Jahren hinter verschlossenen Türen leise diskutiert wurde, ist kein Thema. Das Verlegen eines Parkettbodens ist theoretisch möglich, nur entspricht die Höhe der fest installierten Körbe dann nicht mehr dem Reglement. Dazu bräuchte man mobile Korbanlagen – dafür fehlt dem Verein aber das Geld. Die leicht angegraute Badria-Halle ist dem TSV Wasserburg damit zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate zum Verhängnis geworden: Nach dem Rückzug aus dem Europacup, weil saftige Bußgelder wegen unzureichender Infrastruktur drohten, folgte nun der Schlag ins Gesicht von der DBBL-Führung.
Lange Gesichter in Wasserburg
Wasserburg (fd). Lange Gesichter in der Innstadt: Die DBBL hat verkündet, dass die Endrunde um den deutschen Pokal nicht in Wasserburg stattfinden wird (wir berichteten bereits kurz). Der Verband vergab das sogenannte Top-4-Turnier an den deutschen Meister und Titelverteidiger Saarlouis Royals. Am 27. und 28. März werden also Wasserburg, Donau-Ries und Freiburg ins Saarland reisen, um dort die Halbfinal- und Finalspiele zu bestreiten. Die Halbfinals werden demnächst ausgelost.
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