Am vergangenen Sonntag trafen die beiden Top-Piloten in der Tandemwertung direkt aufeinander. Beide wählten die Schmittenhöhe bei Zell am See als ihren Startberg. Die Wahl des richtigen Fluggebietes ist sehr wetterabhängig und ein entscheidender Bestandteil der Streckenfliegerei. Der richtige Ausgangspunkt und Startzeitpunkt legt oft den Grundstein für einen erfolgreichen weiten Flug. Die Spannung stieg, als sich die beiden Kilometerjäger am Startplatz begrüßten. Beide wussten genau, dass es vielleicht der entscheidende Tag sein könnte. Die Saison ist schon weit fortgeschritten und die Tage werden kürzer. Folglich ist die nutzbare Thermikzeit bereits sehr limitiert und die Chancen auf weite Flüge sind gering. Da der Abstand in der aktuellen Rangliste sehr gering ist, war auch die richtige Taktik äußerst wichtig. Kühnhauser war im Vorteil, da Staudacher einen vier Kilometer weiteren Flug brauchte. Somit würde sich die Tabelle nicht ändern, falls die beiden in etwa die gleiche Strecke zurücklegen würden. Es galt also, die Konkurrenz nicht aus den Augen zu verlieren.
Zuerst startete Staudacher – der Deutsche Meister von 2005 bis 2007 – mit seiner Passagierin und stieg hoch zu den Wolken. Kühnhauser folgte mit seinem Bruder Maxi etwa eine halbe Stunde später und nahm die Verfolgung auf. Als die beiden Kirchanschöringer Christian und Maxi auch oben waren, hatte Staudacher bereits zwei Kilometer Vorsprung.
Auf dem Rückweg war Staudacher anfangs sehr schnell und plötzlich nicht mehr zu erkennen. So hoch und schnell wie möglich flog Kühnhauser auf dem zweiten Schenkel des geplanten Dreiecks hinterher. Auf halbem Weg zurück war Staudacher in den stark vom Wind beeinflussten Bereich gekommen. Hart kämpfte er mit den schwierigen Bedingungen, um wieder hochzukommen. Am Ende musste er sich dem Wind geschlagen geben und wurde zur Landung gezwungen. Im Anschluss musste er mit ansehen, wie die Kühnhausers oben an ihm vorbeizogen.
Nach dreieinhalb Stunden war auch deren Flug über 55 Kilometer zu Ende. Kühnhauser konnte somit Platz eins verteidigen und blickt nun gespannt auf die letzten Wochen der Meisterschaft. Bis zum 15. September darf noch um den Platz an der Sonne gekämpft werden.
DM-Titelkampf in der Luft
Zell am See. Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden top-platzierten Tandem-Piloten: Der führende Christian Kühnhauser aus Kirchanschöring und der zweitplatzierte Robert Staudacher kämpften in Zell am See um die Spitzenposition der laufenden Deutschen Streckenflugmeisterschaft. Kühnhauser verteidigt erfolgreich Platz eins.
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