Dörfler holte drei Siege in Folge und musste sich dann dem alten und neuen deutschen Meister Andrji Schyyka geschlagen geben, gab aber auch da beim 0:1 und 0:1 keine schlechte Figur. Er war mit dem unbestrittenen König im FreistilWeltergewicht voll auf Augenhöhe. Im Kampf um Platz 3 traf der Ex-Lichtenfelser auf Georg Harth vom TKSV Duisdorf. Den Kampf verlor Dörfler dann äußerst knapp mit jeweils 0:1 in zwei Runden und musste am Ende mit einem guten 5. Platz zufrieden sein.
Einziger Wermutstropfen in der Gerüchteküche der Vereinswechsel, die traditionell in der Zeit von Januar bis Mai eines jeden Jahres stattfinden: Dörfler soll, wenn man der Ringer-Community glauben schenkt, offensichtlich im kommenden Jahr die Ringerschuhe für Johannis Nürnberg schnüren.
Christian Pribil vom TV Traunstein und Markus Fürmann vom SC Anger mussten bereits nach einem bzw. zwei Kämpfen die Segel streichen. Für Pribil lief es schon vor Kampfbeginn nicht optimal: Ursprünglich für die 96 kg vorgesehen hatte er Schwierigkeiten, die notwendigen Kilo „abzukochen“ und ging schließlich nach dem Abwiegen in der Gewichtsklasse bis 120 kg an den Start. Mit Daniel Geist vom SV Werningrode bekam er eine an sich lösbare Aufgabe vorgesetzt. Pribil war ringerisch klar der Bessere, konnte aber seine Gewichtsnachteile gegen den „echten“ Schwergewichtler nicht wettmachen und verlor die 1. Runde mit 0:7.
In Runde 2 stellte sich der Traunsteiner besser auf Geist ein und siegte 3:1. In der entscheidenden 3. Runde hatte er mit einer 0:2-Niederlage das Nachsehen. Da Geist aber seinen nächsten Kampf verlor, war für Pribil schon in der Qualifikation Schluss. Der 9.Platz war am Ende zu wenig für Pribil, der insgeheim auf eine Wiederholung seines Medaillenerfolges vom vergangenen Jahr gehofft hatte.
Markus Fürmann, der für die „Deutsche“ rund 7 kg Gewicht machen musste, ging in der Gewichtsklasse bis 66 kg auf die Matte und erwischte gleich zu Beginn ein Hammerlos: Der DM-Mitfavorit Felix Menzel vom Luckenwalder SC war eine zu hohe Hürde für den „Mackei“. Nach gutem Beginn kassierte er in der 2. Runde eine Schulterniederlage.
In der Trostrunde traf der Angerer auf Sascha Büchner vom AC Goldbach – ebenfalls einerder Titelfavoriten. Fürmann verlor auch diesen Kampf, den er deutlich ergebnisoffener gestalten konnte und beim 1:1 und 1:2 gezeigt hatte, wie nah er an der deutschen Spitze dran ist. In beiden Runden musste er die entscheidenden Punkte jeweils in den letzten Sekunden abgeben. So blieb etwas frustrierend für ihn nur der 12. Platz. „Mit der Auslosung wäre für den Markus mehr drin gewesen. Er hätte Bronze holen können aber er hat das leider nicht optimal nutzen können“, zog SCA-Freistiltrainer Christian Klouceck gleich nach dem Meisterschaftsende in Benningen Bilanz.
Kritisch wurde die Teilnehmerzahl gesehen: 110 Ringer waren in Benningen auf der Matte. In Anbetracht der für Bundesligisten um einen Ringer erhöhe „Deutschquote“ stellte sich mancher Vereinsverantwortliche die Frage, wo man die benötigte Anzahl von guten deutschen Ringern in den beiden höchsten Deutschen Ligen herbekommen solle. Auch fehlten einige ältere, international erfahrene Ringer wie beispielsweise der Olympiateilnehmer von Peking, David Bichiniashvili vom KSV Aalen 05.
Die gezeigten guten Leistungen – vor allem in den stark besetzten Gewichtsklassen – 60 kg und – 66 kg fanden dagegen überwiegend zustimmende Kommentare. Die Länderwertung gewann das Bundesland Hessen, vor Nordrhein-Westfahlen und Württemberg. Bayern blieb nur der 6. Platz. In den Jahren 2003 - 2007 hatten die bayerischen Ringer jeweils den 1. Platz eingefahren. Am Wochenende finden die deutschen Meisterschaft der Männer im klassischen Stil statt.
Außer Spesen nichts gewesen
Benningen (awi). Für zwei der drei Ringer, die aus dem Bezirk Inn-Chiem bei der deutschen Meisterschaft der Männer im freien Stil in Benningen im Württembergischen an den Start gingen, lautete die Bilanz: Außer Spesen nichts gewesen. Für eine Überraschung sorgte lediglich Florian Dörfler, der im vergangenen Jahr zum SV Wacker Burghausen gestoßen war, als Fünfter (74 kg).
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