Am Dienstag hat Bayerns Ligenleiter Hans Pfeffer die Terminlisten für die bayerischen Ringer-Ligen verschickt. Demnach bliebe der Platz des SC Anger II in der Oberliga unbesetzt, die Liga soll mit nur sieben Mannschaften ringen.
Die Rückstufung in die Bayernliga, so sie rechtskräftig wird, zöge einen Rattenschwanz nach sich. Weil die Bayernliga schon zuvor mit acht Teams bestückt war, muss der AC Bad Reichenhall, der 2009 den siebten Platz belegt hat, nach dem TSC Mering in die Landesliga Süd absteigen. Hier ist dann auch eine Mannschaft überzählig, und so muss der ESV München-Ost, der in der Landesliga Süd als Sechster abgeschnitten hat, nach dem ASV Au/Hallertau und dem AC Regensburg ebenfalls absteigen und wird in die Bezirksliga Oberbayern eingeteilt.
Dass bei den betroffenen Vereinen helle Aufregung herrscht,ist klar. Sportlich hat ja der SC Anger mit dem Klassenerhalt der 2. Mannschaft in der bayerischen Oberliga die Qualifikation für diese Liga in der Tasche, doch gemäß Paragraph 39 der Strafordnung des DRB wird ein sportlicher Rückzug mit einer Rückstufung um zwei Ligen in der Landesorganisation geahndet und kann mit einer Geldstrafe bis zu 10 000 Euro verbunden sein. „Dass wir eine Strafe zahlen müssen, sehe ich ja noch ein, dass uns aber die sportliche Grundlage entzogen wird, das können wir nicht hinnehmen“, sagt Tobias Klouceck. Der 2. Abteilungsleiter des SC Anger beklagt auch, dass der SC jetzt überhaupt nicht planen kann, weil die mündliche Anhörung vor dem Rechtsausschuss I des DRB erst am 12. Mai ist. „Das riecht nach Hinhaltetaktik. Bis es zur Verhandlung vor dem Rechtsauschuss II kommt, ist ja keine Personalplanung mehr möglich“, so Klouceck, der betont: „Wir haben ja nicht zurückgezogen, weil wir gerade so lustig waren. Wir sind nur eine Abteilung im Verein und können nicht 1500 Mitglieder des Hauptvereins mit in den finanziellen Ruin ziehen.“
Der Rechtsausschuss-Vorsitzende Manfred Zipper hatte jedoch klar gestellt, dass er keinen Unterschied zwischen Verein oder Abteilung machen würde. Klouceck sieht das etwas anders: „Vereine lösen sich einfach auf, gründen sich neu und weiter geht’s, wie man am Beispiel von Aalen und Schifferstadt in der Vergangenheit gesehen hat.“ Noch dazu habe der DRB von den aufgelösten Vereinen auch keine Strafzahlungen erhalten.
Klouceck geht davon aus, dass neben Bernhard und Alex Koch auch Stefan Koch beim SC bleibt, der Ex-Trostberger Bernie Mayr wird höchstwahrscheinlich zum Zweitligisten SV Untergriesbach wechseln. „In der Bayernliga sieht er keine Perspektive“, so Klouceck. VomLokalrivalen AC Bad Reichenhall soll Leichtgewichtler Alexander Ackermann kommen. Das trifft die Kurstädter hart. Der Zwangsabstieg in die Landesliga hingegen ist für 2. ACVorsitzenden Willy Steiger kein Weltuntergang: „Das ist natürlich schlecht, aber da wir in dieser Saison mit großen Personalproblemen zu kämpfen haben, ist die Landesliga vielleicht eher die bessere Leistungsklasse für uns.“ Außerdem gibt es das attraktive Derby gegen Berchtesgaden als kleines Zuckerl.
Muss der SC Anger tatsächlich in der Bayernliga antreten, kommt es gleich beim Saisonstart zum Derby mit dem TSV Trostberg. Der TV Traunstein startet beim Oberliga-Absteiger SV Wacker Burghausen II.
Anger soll in Bayernliga
Anger (mb). In welcher Liga ringt der SC Anger in dieser Saison? Ursprünglich vorgesehen war, dass die Angerer nach dem Rückzug aus der Bundesliga Ende März den Platz ihrer zweiten Mannschaft in der bayerischen Oberliga einnehmen, doch der Deutsche Ringerbund (DRB) hat entschieden, dass Anger in die Bayernliga zurückgestuft werden muss. Gegen diese Entscheidung hat der SC Anger Widerspruch eingelegt.
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