Keine Tore, aber Rot für „Leiti“

Hammerau (sch). Ein packendes Spiel trotz des torlosen Remis haben sich am gestrigen Sonntag vor 220 Zuschauern der FC Hammerau und TSV Peterskirchen im Derby der Fußball-Bezirksliga Ost geliefert. Es war auf alle Fälle ein 0:0 der besseren Sorte, wobei die Heim-Elf trotz der Verletztenseuche nicht nur durch enormen Einsatz und Laufstärke überzeugte, sondern in der Summe der Torchancen einen Sieg verdient hätte.
FC Hammerau – TSV Peterskirchen 0:0. Bezirksliga-Top-Torjäger Sebastian Leitmeier (rechts) bekommt von Referee Siegi Straßhofer (TuS Traunreut) die rote Karte gezeigt. Foto: mm
In der hitzigen Schlussphase sah der von der Hammmerauer Innenverteidigung gut abgeschirmte Peterskirchner Sebastian Leitmeier – er führt die Torschützenliste der Bezirksliga mit 13 Treffern an – nach einer Tätlichkeit an Libero Wolfgang Würnstl die rote Karte.

FC-Trainer Manfred Abfalter bot trotz vieler Ausfälle eine schlagkräftige Truppe auf, diesich mit unheimlichem Kampfgeist ins Zeug legte und schon in der ersten Halbzeit mehrfach torgefährlich wurde. Auch im zweiten Durchgang, als sich für kurze Zeit eine spielerische Überlegenheit der Gäste abzeichnete, verloren die FCler kaum die Übersicht und verzeichneten erneut den einen oder anderen „Hochkaräter“. Einzig und allein TSV-Goalie Christian Wimpersinger verhinderte die mögliche Niederlage.

Schiedsrichter Siegi Straßhofer vom TuS Traunreut forderte mehrmals mit Entscheidungen das Publikum heraus – zum Schluss auch die in ansehnlicher Zahl erschienenen Peterskirchner Schlachtenbummler. Insgesamt sieben Mal zückte er in dem intensiv geführten Match Gelb und kurz vor Spielschluss – wie erwähnt – Rot nach Leitmeiers Kopfstoß gegen Würnstl.

Nach verteiltem Spiel in der Anfangsviertelstunde tauchte des öfteren auf der rechten Seite Matthias Asböck auf, der nach einer Viertelstunde FC-Keeper Michi Sobotta zu einer Faustparade zwang, aus Abseitsposition (wurde auch abgepfiffen) die Querlatte touchierte und schließlich in der 25. Minute nicht platziert genug abschloss, so dass Sobotta keine Mühe hatte den Ball aufzunehmen.

Hammerauer Chancen ergaben sich zwischen der 25. und 30. Minute – zunächst durch Murat Özel, dessen Heber aus 25 Metern misslang, so dass der weit vor seinem Tor stehende Wimpersinger klären konnte. In der 28. Minute stand nach einem vom TSV abgefälschten Ball plötzlich Andi Bogner allein vor dem Keeper, der dieses Duell per Fußabwehr für sich entschied und auch den Nachschuss – aus spitzem Winkel abgefeuert – meisterte. Riesendusel hatten die Gäste, als ein Hinterhaltsschuss von Stefan Fuchs – noch leicht abgefälscht – vom linken Innenpfosten wieder ins Spielfeld kurvte.

Auf der Gegenseite hatte erneut Asböck die Führungsmöglichkeit für den TSV auf dem Fuß, nachdem er zwei FCler düpiert hatte, jedoch den Schuss knapp am langen Eck vorbei zog. In der 39. Minute fand ein Tor keine Anerkennung – wegen Abseits: Das Leder war von FCler Christian Jung abgefeuert und von Mario Voitswinkler ins Netz gelenkt worden. Zuschauerproteste gab’s zu Recht, als der vom Libero zum Stürmer umfunktionierte Peppi Lechner nach einem Laufduell mit einem Gäste-Akteur an der Strafraumgrenze weggeschubst wurde, Straßhofer jedoch statt eines Freistoßes für den FC eine gelbe Karte gegen Lechner zückte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Leitmeier seine erste gefährliche Aktion, als er per Freistoß knapp neben Sobottas Gehäuse zielte.

Wer nach der lauf- und kampfintensiven sowie auch temporeichen ersten Halbzeit einen nun erlahmenden FC erwartet hatte, sah sich getäuscht. Jede gute Aktion der Hammerauer wurde von den Fans beklatscht und diese Anfeuerungen stachelten das Abfalter-Team an. Die Abwehr, allen voran Christian Jung und der kopfballstarke Wolfgang Würnstl (im Verbund mit Andi Bogner und Stefan Kriechbaumer) ließ kaum etwas anbrennen.

Gerade noch vor dem eingewechselten Uwe Rieder hechtete sich Wimpersinger dazwischen. Erneut hätte Rieder das Spiel entscheiden können, doch seinen Flachschuss entschärfte Wimpersinger – bereits im Liegen – gerade noch per Fußabwehr (73.).

Nur eine Minute später hatte Lechner die Top-Chance, als Rainer Grafetstetter über die Kugel säbelte, jedoch wiederumden TSV-Schlussmann auf dem Posten fand. Die folgende Ecke köpfte Christian Jung aus fünf Metern aufs Tor – Wimpersinger mit Reflex. Als auf der Gegenseite wurde „Leiti“ gut freigespielt wurde und allein vor Sobotta auftauchte, bewies auch dieser dass er sein Fach versteht und wehrte ab.

Hitzig wurde die Partie noch, als Straßhofer einen Angriff der Peterskirchner wegen Abseits abpfiff und eine Minute später Leitmeier seine Nerven nicht im Zaum halten konnte und mit Rot vom Platz gehen musste. Nach dem Schlusspfiff legte sich Michael Wengler noch mit einigen FClern an, doch beruhigten sich die Gemüter schnell wieder und beiderseits war man mit dem ergatterten Punkt nicht unzufrieden.
Artikel vom 06.09.10
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