Zwischenzeitlich hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Aufgabe es ist, die Bevölkerung und auch die kommunalen Entscheidungsträger von den gesundheitlichen Gefahren zu überzeugen, die vom Tetrafunk ausgehen. Ihre Einladung zur Informationsversammlung und zur Bildung einer Bürgerinitiative „Tetrafunkfreies Palling“ hatte ein enorm großes Interesse entfacht.
Die Besucher kamen nicht nur von der östlichen Gemeinde Palling, sondern auch aus den übrigen Gemeindeteilen und von den angrenzenden Gemeinden wie Taching-Tengling oder Tittmoning. Ihre Sorge: neben den vielen Sendemasten, die es schon gibt, nun nicht auch noch den weitaus größeren Gefahren des Tetrafunks (Digitalfunk) ausgesetzt zu werden.
Gebhard Bader aus Lampertsham sagte, er selbst nutze zwar sein Handy, obwohl er dabei immer ein ungutes Gefühl habe. Und nun solle ein um ein vielfach stärkerer Digitalfunk neue Gesundheitsgefahren bringen. Das könne man nicht hinnehmen. Die Gefahren würden von den Betreibern heruntergespielt, es gehe nämlich um viel Geld, das Firmen hier verdienten. Es werde eindeutig „zuviel mit der ganzen Strahlenbelastung“, die die Gesundheit und das Wohlbebinden deutlich beeinträchtige. Der Tetrafunk sei nicht so ungefährlich, wie man den Bürgern weismachen wolle.
Stefan Perschl, Oberhafing, meinte, der Tetrafunk, der die bisherige Funktechnik besonders auch im Bereich der Sicherheitsorganisationen ablösen solle, sei eine große Gefahr. In Deutschland sollen 4300 solcher Masten aufgestellt werden, davon allein in Bayern fast 1000, 600 seien schon „ausgekundschaftet“. Die Informationspolitik aus dem Innenministerium sei sehr zurückhaltend, Informationen würden der Bevölkerung vorenthalten.
Neben den direkten gesundheitlichen Gefahren für die Menschen gehe es um Immobilien, die unverkäuflich würden, wenn sie im Tetrafunkgebiet liegen. Schließlich sei zu bedenken, wer für nachgewiesenen Schaden gesundheitlicher oder materieller Natur hafte: Für Versicherungen sei das Risiko zu groß, die Betreiber ziehen sich aus der Verantwortung oder melden Insolvenz an, so dass keine Haftung möglich sei. Die Geschädigten blieben auf ihren Kosten sitzen.
Der Mast solle 15 bis 25 Kilometer weit senden; damit auchdie entlegensten Gebiete erreicht würden, müssten extrem hochgradige Strahlen gesendet werden. Perschl, wie viele andere Betroffene ein Feuerwehrler, erteilte dem neuen Tetrafunk, der angeblich eine schnellere Mobilisierung von Rettungsorganisationen ermöglichen solle, eine Absage, solange nicht seine Unbedenklichkeit erwiesen sei. Ein Diskussionsteilnehmer stellte fest: „Kein Sanka kann schneller fahren, kein Hubschrauber schneller fliegen, nur weil der Einsatz mit dem neuen Tetrafunk ausgelöst wurde.“
Mehrere Sprecher der Arbeitsgemeinschaft legten ihre Bedenken offen und warnten vor weiterem Elektrosmog. Die Wissenschaft habe sich schon oft getäuscht, man denke nur an Contergan, Amalgam oder Asbest. Bader fügte noch an, Techniken, die gesundheitliche Gefahren enthielten, solle man zuerst untersuchen, bevor man die Leute damit bestrahle.
Alexander Jäger, Baubiologe aus Traunstein, der selbst kein Handy besitze, informierte über Grenzwerte von möglichen Schädigungen. Dabei seien aber viele Faktoren überhaupt noch nicht untersucht und die Grenzwerte so angesetzt, dass sie verharmlost würden.
Die Veranstalter des Abends dankten den Gemeinderäten, die zur Infoversammlung gekommen sind. Gemeinderat Georg Ostermaier sagte, man habe in gutem Glauben und in Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung für die Aufstellung eines 40-Meter-Mastens gestimmt. Sein Kollege Helmut Zahnbrecher sagte dazu, wenn die Gemeinde dem 40-MeterMast zugestimmt habe, könne sie auch bestimmen, welche Sendeanlagen dort drauf kommen und vor allem welche nicht. Stehe der Mast aber auf privatem Grund, kann die öffentliche Hand keine einschränkenden Maßnahmen ergreifen. Dies müsse man bedenken.
Von den Betreibern sei man bewusst getäuscht worden, hieß es, was den plötzlichen Zuwachs des Mastens auf 55 Meter anbetreffe. Gemeinderäte führten aus, die Genehmigung des 40-Meter-Mastens könne man nicht widerrufen. Ein Zuhörer aus der Gemeinde Taching sagte, seine Gemeinde sei von dieser geplanten Maßnahme als Nachbargemeinde von Palling überhaupt nicht unterrichtet worden. Die Sprecher der Bürgerinitiative sagten, man wolle den neuen Mobilfunkmasten überhaupt nicht haben. Hier müsse man mit den Nachbargemeinden an einem Strang ziehen für eine Tetrafunk-freie Region.
In Zukunft wird jeden Donnerstag um 20 Uhr im Gasthaus Kumberger in Brünning ein Treffen der Bürgerinitiative „Tetrafunkfreies Palling“ tagen.
„Wird zuviel mit der Strahlenbelastung“
Palling (cw). Einen solchen Ansturm hat das Gasthaus Oberhaus schon lange nicht mehr erlebt, wenn überhaupt jemals. Sehr viele Bürger waren gekommen, um sich zu einer Bürgerinitiative „Tetrafunkfreies Palling“ zusammen zu schließen. Hintergrund ist die geplante Aufstellung eines Sendemastens auf einem gemeindeeigenen Grundstück im Raum Oberhafing-Hehenberg-Lampertsham. Der Gemeinderat hatte vor einigen Monaten der Aufstellung eines Mastens von 40 Metern Höhe bereits zugestimmt. Doch mittlerweile soll es sich um einen Masten von 55 Metern Höhe handeln. Dies nahm die Gemeinde zum Anlass, die Aufstellung zu untersagen oder auf alle Fälle neu zu überdenken.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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