Die Kredite bewegen sich im Durchschnitt in einer Größenordung von 4500 Euro. Die Regios-Genossenschaft ist hochzufrieden mit dem Erfolg, auch von Seiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales wird diese niederschwellige Kreditvergabe in diesem großen Umfang mit Genugtuung verfolgt.
Dr. Dietrich Englert vom Ministerium war eigens zu einem Besuch nach Traunstein gekommen, um sich hier vor Ort ein Bild von der konkreten Situation zu machen. Besuche bei drei Traunsteiner Firmen vermittelten einen Eindruck davon, wie wichtig diese Kredite für kleinere Geschäfte und Unternehmer sein können. Viele Kredite werden ganz ohne Sicherheiten vergeben: „Weil wir uns kennen und weil wir aus der Region sind“, wie das Christophe Levannier, Chiemgauer-„Statthalter“ in Traunstein ausdrückt.
Ein ganz bezeichnendes Beispiel dafür ist das vor einem Jahr neu entstandene „Afrocaribic“-Lokal am Traunsteiner Bahnhof. Inhaber ist der aus Kamerun stammende Arnaud Yone, der bei den angefragten Banken keine Chance hatte, Geld zu bekommen. Denn Sicherheiten hatte er nicht anzubieten.
Von daher ist Yone ausgesprochen glücklich über seinen Chiemgauer-Mikrokredit, der ihm den Start in seine gastronomische Unternehmung ermöglicht hat. Eine weitere Firma in Traunstein, zu deren Gründung beziehungsweise Erweiterung ein Chiemgauer-Mikrokredit wesentliche Hilfe geleistet hat, ist die Firma „Naturalis – Bauen, Wohnen, Energie“ von Wolfgang Schrag, der ökologische Baustoffe anbietet. „Der Chiemgauer Mikrokredit war für mich ausschlaggebend“, sagt der engagierte Unternehmer.
Und schließlich hat auch Heidi Flieher von der Leuchtenfirma Machatschek am Traunsteiner Stadtplatz für Anschaffungen einen Mikrokredit in Anspruch genommen. Bei Machatschek ist für Traunstein auch eine der Chiemgauer-Ausgabestellen. Flieher sieht für sich den Chiemgauer nicht zuletzt auch als Werbemaßnahme. „Es kommen zu uns auch Kunden von auswärts, um mit Chiemgauer bezahlen zu können.“
Dr. Englert vom Arbeitsministerium ließ sich von den Unternehmern, die Mikrokredite in Anspruch genommen haben, genau die Umstände erklären und nahm davon einen sehr positiven Eindruck mit nach Hause. Denn sein Ministerium hat für Deutschland einen Mikrokreditfonds aufgelegt und sichert die Kreditvergaben auch ab. Die Kredite selber werden von der GLS-Bank an die Mikrofinanzinstitute – wie die Regios eG im Fall des Chiemgauers – auf deren Empfehlung ausgegeben. Dieser neue Weg, so Dr. Englert, ist eine Alternative zum bisherigen Verfahren, da solche Kredite meist nur über die Hausbanken abgewickelt wurden – und das nur mit Absicherung.
Finanziell unterstützt wird die Regios eG durch Gebühren, die der Mikrokreditfonds zahlt – als Beitrag dafür, dass das Ausfallrisiko von den jeweiligen Mikrofinanzinstituten übernommen wird. Dies ermöglicht es beispielsweise der Regios eG – und damit ist sie so ziemlich die einzige Institution in Deutschland–, ihre Kredite, sofern sie in Chiemgauern genommen werden, zinsfrei zu stellen. Zwar werden zunächst Zinsen erhoben. Sobald aber der Kredit getilgt ist, werden die Zinsen als Bonus zurückerstattet.
Insgesamt beträgt laut Dr. Englert die Ausfallquote sehr niedrige 2,1 Prozent. Bei den Chiemgauer-Mikrokrediten war die Ausfallquote 2010 bei null, heuer gab es einen kleinen Ausfall. Nach der Kreditausgabe von rund 500 000 Euro im letzten Jahr erwartet man bei der Regios eG für heuer eine Steigerung auf rund eine Million Euro.
Willkommene Hilfe für kleine Firmen
Traunstein (he). Eine große Erfolgsgeschichte sind die Mikrokredite der Chiemgauer Regiogeld-Initiative: Im Jahr 2010 sind, wie Chiemgauer-Gründer und -Vorsitzender Christian Gelleri aus Rosenheim bei einem Pressetermin informierte, fast 500 000 Euro an kleinen Krediten an 110 Unternehmer ausgegeben worden. Diese Kredite sind, wenn sie in Chiemgauern gewährt werden, sogar zinslos.
Glücklich über den Start in ein eigenes Lokal mit Hilfe eines Chiemgauer-Mikrokredits ist der er aus Kamerun stammende Arnaud Yone (Zweiter von rechts), zusammen mit, von links, Dr. Dietrich Englert, Christian Gelleri, Bernadette Spallek und der für Traunstein zuständigen Chiemgauer-Mitarbeiterin Elke Mathe. Foto: he
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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