Landkreis Traunstein: Großer Anziehungspunkt wird die Kirche St. Wolfgang in der Gemeinde Altenmarkt sein. Kreisheimatpfleger Dr. Christian Soika nutzt die Gelegenheit, in einer geführten Wanderung von der Lourdes-Kapelle in Trostberg zur Wallfahrtskirche St. Wolfgang alte Wallfahrtswege zu zeigen und über Wallfahrten allgemein zu informieren. Um 10 und um 14 Uhr beginnen die zwei von dem Kunstgeschichtler Daniel Rimsl geführten Wanderungen, die über Kirchberg an Wegkreuzen und Kapellen entlang bis St. Wolfgang führen.
Die St. Wolfgang-Kirche wird dann Mesnerin Barbara Schleifer näher erklären. Eine Ausstellung mit Bildern von der Restaurierung der Kirche 1982 bis 1985, ergänzt durch Zeichnungen eines Schüler-Denkmalprojektes der Grundschule Altenmarkt, vervollständigt das kostenlose Angebot des Tages.
Zugänglich und „benutzbar“ wird natürlich die einmalige kulturgeschichtliche Besonderheit der Wallfahrtskirche St. Wolfgang sein: der Schlupfstein, ein Findling aus Rotmarmor mit einer engen Vertiefung und Öffnung. Durch diese hindurchzuschlüpfen soll gegen Kinderlosigkeit und Rückenschmerzen helfen.
Dr. Christian Soika wird zusammen mit Museumsleiter Claus-Dieter Hotz auch den Torfbahnhof in Rottau in der Gemeinde Grassau präsentieren. „Das Industriedenkmal passt exakt zum diesjährigen Jubiläum ‚150 Jahre Eisenbahnstrecke München – Salzburg‘ und zum Motto unseres Denkmaltages“, sagt Dr. Soika.
Die 1920 erbaute Torfverladestation im Moor der Kendlmühlfilzen bei km 33,6 der Bahnstrecke RosenheimSalzburg wird mit einer Dokumentation zum Jubiläum und zur speziellen Bedeutung des Torfbahnhofes gezeigt. Mitglieder des Vereins für Industrie- und Technikgeschichte bieten von 10 bis 16 Uhr laufend Fahrten mit der Feldbahn an. Vorbei an verrosteten Loren und anderen Überresten aus der Zeit des Torfabbaus wird dabei die große Authentizität und Originalität des beinahe verfallenen Denkmals einer vergangenen Industrieepoche deutlich. Ein zentraler Punkt der Präsentation ist um 17 Uhr der Vortrag des Eisenbahnspezialisten Hans Daxer zum Thema „Eisenbahn zwischen Inn, Salzach und Alpen“.
Landkreis Berchtesgadener Land: Hier ist das Angebot mehr als reichlich. Viele Denkmäler können – auch unter Führung – besichtigt werden. Zum Beispiel in Anger die ehemalige Pestkapelle im Waldfriedhof. Führungen gibt es um 10, 11 und 13 Uhr durch den heimatkundlichen Arbeitskreis.
In Bad Reichenhall wartet eine geführte Wanderung mit dem Verein für Heimatkunde auf dem historischen Saumweg vom Wanderzentrum 7 in Thumsee, Listsee beim Seewirt zum ehemaligen Weinkaser, Antoniberg entlang des Soleleitungswegs zum Kaitlwirt, ehemals Gasthof und Poststation in der Form 1755. Treffpunkt ist um 14 und 15 Uhr in der Thumseestraße 33
In Freilassing hat die Lokwelt geöffnet von 10 bis 17 Uhr; Führungen stehen an um 14 und 15 Uhr durch den Freundeskreis historischer Rundlokschuppen; bereits um 10 Uhr steht ein Stadtspaziergang mit Otto Folswinkler an.
In Laufen gibt’s eine Führung entlang der Salzach. Hier wird auf das ehemalige Leben am Fluss eingegangen. Neben Ausführungen von Hans Roth werden Sieghart Schwedler über die ehemaligen vier Schiffmühlen am linken Salzachufer und Hans-Georg von Chamier über die Organisation der Flussschifffahrt, die Schiffherren, die Aus- und Naufergen berichten. Treffpunkt erfolgt um 14 Uhr am Europa-Steg.
In Marktschellenberg steht der Wehrturm, erbaut im Jahr 1252, im Blickfeld. Die ehemalige Landesbefestigung der Fürstpropstei Berchtesgaden ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Landkreis Altötting: „Ich freue mich mit den Initiatoren, dass den Menschen in unserem Landkreis und darüber hinaus Interessantes über historische Straßenverbindungen, Verkehrsmittel, Handelswege, Handelsleute und kulturellen Austausch vorgestellt werden kann“, sagt Landrat Erwin Schneider. Wasserscheu seien die Vorfahren nicht gewesen. Inn- und Salzach seien Handelswege gewesen, auf denen Menschen, Tiere, Waren und im Kriegsfall Truppen befördert wurden. Die Wasserwege dienten auch der Verbreitung von Erfahrungen, Eindrücken, Ideen und Kultur. Schneller als mit Flößen und Kutschen verbreiteten sich Nachrichten dann mit der Eisenbahn.
In Altötting heißt es deshalb „Nächster Halt Muttergottes - Geschichte des Bahnhofs“ mit Führung um 14 Uhr.
In Burghausen wartet die Eisenbahngeschichte Burghausens mit Führung über den Alten Bahndamm bis zur Plättenanlegestelle Raitenhaslach. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr an der Bushaltestelle gegenüber „Napoleonshöhe“.
In Burgkirchen wird die Grenzstation und das Mautgebäude Plattenberg und Schnellgalgen (bei Haus Nr. 1) gezeigt mit Führung von 14 und 15 Uhr.
In Garching heißt es „100 Jahre Bahnlinie Garching – Trostberg“. Eine Ausstellung gibt es im Warteraum. Führungen stehen um 14 und 15.30 Uhr zum Stellwerk von 1909 an.
In der Neuöttinger Stadtpfarrkirche St. Nikolaus stehen Turmbesteigungen halbstündlich zwischen 14 und 16 Uhr an. Dazu gibt es Stadtführungen nach dem Motto „auf Spurensuche“. Treffpunkt erfolgt am Burghauser Tor um 14.30 Uhr.
In Pleiskirchen gibt es auf Schloss Klebing Führungen stündlich ab 9.30 Uhr, in Töging a. Inn wartet der „Römische Innübergang am Sollerholz“, dazu eine Foto-Ausstellung zu den Grabungen 1959 im Rathaus.
Wallfahrt – Zug – Wasserwege
Traunstein / Bad Reichenhall / Altötting. Bundesweit wird am Sonntag der „Tag des offenen Denkmals“ gefeiert. Liebhaber von Geschichte und Architektur erhalten wieder die Chance zu unterschiedlichsten Streifzügen durch die Denkmalwelt in der Region. Im Mittelpunkt steht das Motto: „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“.
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