Wärme aus der Tiefe zweimal nutzen

Kirchweidach (hek). Die Gemeinde Kirchweidach intensiviert die Bemühungen um den Fernwärmeanschluss ihrer Bürger und setzte nun dafür einen Fernwärmeausschuss ein. Die erste Aufgabe des Fernwärmeausschusses war es, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, die objektiv die Finanzierbarkeit und Durchführbarkeit von Fernwärme für die Kirchweidacher Bürger betrachten und abschließend klären soll. Als Wärmequelle sollte aufgrund der umweltfreundlichen Nutzung die Abwärme des Geothermie-Kraftwerks der GEOenergie Kirchweidach in Erdlehen 7 genutzt werden.
Der Bohrturm in Kirchweidach. Von hier aus hat sich der Bohrer bisher in eine Tiefe von etwa 2300 Metern vorangearbeitet. Foto: wt
Die Bohrungen und die anschließende Erstellung des Kraftwerks wurde ohne finanzielle Unterstützung und finanzielles Risiko der Gemeinde Kirchweidach von der GEOenergie Kirchweidach GmbH umgesetzt, stellte der Ausschussvorsitzende Franz Obermayer in der ersten Sitzung grundsätzlich fest. Die GEOenergie Kirchweidach GmbH sei eine eigens gegründete Projektgesellschaft mit dem Zweck, ein geothermisches Strom- und Heizkraftwerk in Kirchweidach zu errichten.

Dieses solle Strom in das öffentliche Netz einspeisen und Fernwärme für die Gemeinde und ihre Bewohner bereitstellen. Die Gesellschaft sei zu je 50 Prozent von der GEOenergie Bayern GmbH und der Geothermie Management GmbH gegründet worden. Die GEOenergie Bayern sei dabei für die Projektierung und die Projektsteuerung zuständig.

Dem Fernwärmeausschuss gehören neben Franz Obermayer als Vorsitzendem Bürgermeister Johann Krumbachner, Hans Michlbauer, Reiner Hundsberger, Max Rottenaicher, Andreas Magg und Robert Moser an.

Nach einer Ausschreibung hat der Gemeinderat die Erstellung einer Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Prof. Dr. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden wurde mit der Studie beauftragt.

Der Ausschuss hat außerdem den Vertragsentwurf für die Wärmelieferung zwischen der GEOenergie Kirchweidach und der Gemeinde erstellt. Es sei das oberste Ziel des Fernwärmeausschusses, eine Wärmelieferung von der Geothermie Kirchweidach in die Ortsmitte zu realisieren, hieß es.sagte Franz Obermayer. „Die Heizkosten für den Bürger sollen bereits zum Start deutlich unter den Kosten für eine konventionelle Heizung liegen“, drückte der Vorsitzende die Meinung des Ausschusses aus.

Die Vorteile für den Bürger würden dann auf der Hand liegen. Im Vergleich zur konventionellen Heizung seien auch die Investitionskosten wesentlich geringer. Ein Anschluss an das Fernwärmenetz sei preiswerter als die Anschaffung jeder anderen Heizquelle wie etwa Gas, Heizöl oder Pellets.

Im Vergleich zur eigenen Heizungsanlage benötigten Fernwärmeheizungen keinen eigenen Raum, weil unter anderem kein Schornstein und keine Flächen für einen Tank und den Heizkessel benötigt würden. Es genüge eine Wandnische. Der Aufstellraum benötige auch keine Schalldämmung. Der Betriebs- und Wartungsaufwand sei gering, weil bei der Fernwärmeversorgung wenig störanfällige Bauteile eingesetzt würden.

Fernwärme habe eine hervorragende Ökobilanz, unterstrich Obermayer. „Da weniger Primärenergie verbraucht wird, verursacht sie auch entsprechend weniger Schadstoffemissionen.“ Somit leiste jeder Fernwärmekonsument einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Lebensqualität für sich und die Nachwelt.

Der Fernwärmeausschuss hat außerdem Projektgruppen eingerichtet, um die Aufgaben zu verteilen. Vorsitzender Franz Obermayer und Robert Moser sind zuständig für den zukunftsorientierten Vertrag, der die Fernwärmelieferung ermöglicht. Für Sicherung und Redundanz sind Andreas Magg und Max Rottenaicher zuständig. Hierbei geht es vor allem um die Suche nach konkreten Möglichkeiten, im Falle eines Ausfalls der Wärmelieferung durch die GEOenergie Kirchweidach.

Für die Suche nach gewerblichen Nutzern sind Hans Michlbauer, Reiner Hundsberger und Bürgermeister Johann Krumbachner zuständig. Eine zeitnahe transparente Information an die Bevölkerung hat sich der Fernwärme-Ausschuss als Maxime grundsätzlich gegeben.

Der Fernwärmeausschuss wird am Tag der offenen Tür der Geothermie Kirchweidach, Erdlehen 7, am Samstag, 15. Januar, von 10 bis 16 Uhr seinen Projektstatus präsentieren. Nähere Informationen gibt es auch über den Vorsitzenden Franz Obermayer, Edt 1, Tel. 0 86 23/ 9 87 39 61, oder per E-Mail: franz@f-obermayer.de.
Artikel vom 04.01.11
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