Viele Lehrplätze noch frei

Traunstein. Die Lehrstellenbörse in der Agentur für Arbeit Traunstein war ein großer Erfolg. Über 350 freie Ausbildungsplätze waren auf langen Listen im BIZ ausgehängt. Die Jugendlichen nutzten das Angebot kräftig, um ihre berufliche Zukunft anzupacken.
Berufsberaterin Heide Müller informiert über Ausbildungsbetriebe.
Die Berufsberater und die Vermittler aus dem Arbeitgeberservice waren den ganzen Tag über auf ausbildungssuchende Jugendliche eingestellt. Am Ende des Tages waren in knapp 50 Beratungsgesprächen fast 200 Vermittlungsvorschläge mit freien Ausbildungsplätzen verteilt worden.

Jugendliche berichteten, dass sie trotz zahlreicher Bewerbungen, diverser Praktika und Probearbeiten bisher noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Einige warten noch immer auf Rückmeldungen der Arbeitgeber. „Untätig bleiben möchte ich aber nicht, ich bin heute hierhergekommen, um meine Chancen zu nutzen“, versichert ein junger Mann aus Teisendorf.

Oder auch die junge Frau, die derzeit im Einzelhandel jobbt: „Ich bin total überrascht, wie viele Ausbildungsplätze es noch gibt. Ich habe einen Hauptschulabschluss und arbeite seitdem. Nun möchte ich aber doch eine entsprechende fundierte Ausbildung nachholen. Es ist einfach eine bessere Perspektive“, begründet sie ihren Besuch.

Die Berufsberater zogen Bilanz. „Es gibt einige, die noch auf Zusagen warten. Einige haben erst vor kurzem unerwartete Absagen erhalten und fallen aus allen Wolken“, so Heide Müller von der Agentur für Arbeit.

„Der große Andrang zeigte, wie notwendig es war, genau zu diesem Zeitpunkt Angebot und Nachfrage zusammen zu bringen.“ So berichtete es ein junger Mann, der die beste Qualiprüfung an seiner Schule abgelegt hat. Lange Zeit sah es so aus, als sei die Ausbildungsstelle in dem (Praktikums-)Betrieb sicher. Vor wenigen Tagen erfuhr er dann, dass aus der angestrebten Ausbildung in diesem Betrieb nun doch nichts wird. „Ich bin hier, um zu erfahren welche Möglichkeiten ich zum jetzigen Zeitpunkt noch habe“, verriet er dem Kollegen aus dem Arbeitgeberservice.

Auch Realschüler, die bisher noch keine Ausbildungsstelle haben, nutzten die Veranstaltung, um sich über Alternativen zu informieren. Manche wollen weiterführende Schulen besuchen, manche haben sich noch nicht entschieden und beraten sich auch mit ihren Eltern, die ganz aufgeschlossen mit dabei waren.

In den Beratungen waren Jugendliche, die sich entschlossen auf einen Beruf festgelegt hatten und gezielt Betriebe suchen. Und es gab die jungen Menschen, die sich nicht nur auf den Wunschberuf konzentrieren, sondern grundsätzlich eine Ausbildung machen wollen.
Artikel vom 28.08.10
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