Bei der Abwicklung der beiden Unternehmensverkäufe erkennt die Financial Times Deutschland Fragezeichen und beleuchtet – anhand von Auszügen aus dem Handelsregister – die hochkomplexe Eignerstruktur für AlzChem, deren Spur nicht zu BluO führe, sondern zu Martin Vorderwülbecke und seiner Ehefrau Alexandra. Wörtlich heißt es in dem Artikel vom Montag: „Haupteigner der AlzChem-Obergesellschaft ist demnach die YelloB AG, die laut Gründungsbeschluss vom 13. Juli 2009 von der Firma HDI Vier GmbH gegründet wurde. Diese HDI Vier gehört über eine weitere Zwischengesellschaft dem Ehepaar Vorderwülbecke; in deren Vorgängerfirma EMG Holding floss ein Teil von Vorderwülbeckes Vorstandsvergütung während seiner ArquesZeit.“
BluO- und AlzChem-Geschäftsführer Dr. Martin Vorderwülbecke halte dagegen, dass die YelloB AG dem BluO-Fonds in Luxemburg gehöre, eine Erklärung der Widersprüche gebe er indes nicht ab, so die FTD. „Dem Handelsregister zufolge ist seine Frau zudem mit jeweils sechs Prozent an den operativen Firmen AlzChem Hart und AlzChem Trostberg beteiligt.“
„Dubiose Umstände“ hätten den Weiterverkauf der vier Wasserkraftwerke in Trostberg, Tacherting und Hirten an die Alzkraftwerke Heider GmbH begleitet, der nur wenige Tage nach dem Abschluss des Erwerbs vom Essener Mischkonzern Evonik erfolgt sei. Die Wirtschaftszeitung schreibt: „Obwohl AlzChem im August noch Evonik gehörte, wurden die Kraftwerke nach FTD-Informationen zu diesem Zeitpunkt bereits für den späteren Erwerber, die Firma Alzkraftwerke Heider, im Grundbuch vorgemerkt. Dafür hätte BluO eine Vollmacht von Evonik gebraucht – die Evonik nach eigenen Angaben aber nicht gegeben hat. Von BluOs Plänen zum sofortigen Weiterverkauf von AlzChems Filetstücken will Evonik nicht einmal gewusst haben. Vorderwülbecke hält an seiner Darstellung fest, dass die Kraftwerke erst nach dem BluO-Einstieg bei AlzChem veräußert wurden. AlzChems Mitteilung dazu ist aber nur die halbe Wahrheit. Demnach ist die Alzkraftwerke Heider ,im Besitz der Unternehmensgruppe Heider‘. Ausweislich einer Creditreform-Auskunft hält der Unternehmer Rupert Heider jedoch nur ein Drittel der Anteile. Zwei Drittel gehören dem Spediteur Michael Preymesser.“
Zu der in dem Bericht aufgestellten Behauptung, dass die Alzkraftwerke Heider GmbH bereits im Grundbuch vorgemerkt war, bevor BluO die AlzChem Holding GmbH überhaupt als Gesellschafter übernahm, hat Ihre Lokalzeitung recherchiert, wie denn ein solcher Vorgang zu bewerten ist. Demnach ist es rein rechtlich durchaus denkbar, dass im Grundbuch eine Auflassungsvormerkung für die Alzkraftwerke Heider GmbH eingetragen worden ist, ehe tatsächlich der Eigentumsübergang der AlzChem Holding vom Evonik-Konzern an BluO erfolgt ist. Wenn für BluO eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch für das Gesamtunternehmen eingetragenwar, kann Heider sich den weiteren Eigentumsübergang eines Unternehmensteils – hier der Kraftwerke und aller Liegenschaften außerhalb des Werkszaunes – ebenfalls per Auflassungsvormerkung sichern lassen. Damit hätte dann BluO Ansprüche aus ihrer Vormerkung abgetreten.
Die Autorin des Artikels vom Montag, Angela Maier (39), ist Münchner Korrespondentin der Financial Times Deutschland. Die gebürtige Ingolstädterin ist studierte Betriebswirtin und begleitet die oft gefürchteten Finanzinvestoren schon seit über einem Jahrzehnt, was sich auch in ihrem Buch „Der Heuschrecken-Faktor“ niedergeschlagen hat.
Unternehmensverkäufe im Zwielicht
Trostberg/München (tt/gr). Nun hat auch eine der renommiertesten deutschen Wirtschaftszeitungen – die lachsfarbene und täglich in einer Auflage von über 100 000 Exemplaren erscheinende Financial Times Deutschland (FTD) – die Vorgänge um den Verkauf des Trostberger Spezialchemie-Unternehmens AlzChem an den Münchner Investor BluO unter die Lupe genommen. Unter dem Titel „Wirbel um Ex-Evonik-Tochter AlzChem“ beschäftigt sich Redakteurin und Buchautorin Angela Maier mit dem Verkauf an BluO, der immer stärker ins Zwielicht gerate, und mit der hochkomplexen Struktur der Eigentümer und Verantwortlichen.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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