Tobias Regner noch immer Sänger

Von Kathrin Thoma-Bregar
Teisendorf. Fünf Jahre ist es her, dass Tobias Regner die dritte Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gewonnen hat. Als „sensibler Rocker“ wurde er gefeiert und stürmte mit seinem Hit „I still burn“ die Charts. Aber nach dem anfänglichen Hype ist es schnell ruhig geworden. Davon lässt sich der gebürtige Teisendorfer aber nicht entmutigen. Er macht weiter Musik, singt auf Deutsch und nennt sich und seine Band nur mehr „Regner“. 2010 erschien sein Album „Kurz Unsterblich“, 2011 „Akustisch“. Ihre Lokalzeitung traf den 29-Jährigen am Rande von Fernsehaufnahmen in Weißbach an der Alpenstraße.
Fünf Jahre nach seinem DSDS-Sieg setzt Tobias Regner auf deutschen Rock und tourt derzeit durch Deutschland. Im Traunsteiner Nuts macht er im Mai 2012 Station. Foto: ktb
Zurzeit gibt Tobias Regner jedes Wochenende Konzerte, kreuz und quer in Deutschland, zuletzt war er in Saarbrücken. „Da habe ich mit meinem Bruder Michi zusammen meine deutschen Rocksongs gespielt. Ich mit der Akustikgitarre und er mit der Cajón, das ist so eine Holzkiste auf der man rumtrommelt“, erzählt er. Ganz begeistert ist Tobias Regner von seinem jüngeren Bruder: „Der macht ziemlich gute Musik. Ich finde, er ist von uns Dreien derjenige, der am meisten aus seinem Talent macht. Innerhalb von einem halben Jahr hat er sich Klavierspielen beibringen lassen und studiert jetzt am Salzburger Mozarteum.“

Überwiegend ist „Regner“ zu Zweit unterwegs, auch, weil das für die Veranstalter am wenigsten Risiko birgt, so Tobias Regner. Unmittelbar nach seinem Superstar-Erfolg füllte er ganze Konzerthallen. Jetzt ist er bescheidener geworden – aber nicht weniger ehrgeizig. „Das ist meine Ochsentour und harte Überzeugungsarbeit. Ich will den Leuten zeigen, dass ich musikalisch was drauf habe, und das kann man am besten mit zweistimmigem Live-Gesang ohne großartige Playbacks.“ Und ohne das ganze Brimborium einer Fernsehsendung. „DSDS hat einen enormen Unterhaltungswert, es geht um einen Wettkampf ganz verschiedener Personen, von denen am Ende einer übrig bleibt. Aber wie soll der dieses Unterhaltungspaket jemals alleine ersetzen können?“

Man merkt, Tobias Regner hat sich so seine Gedanken gemacht über das Für und Wider von Castingshows und für sich beschlossen: er will nicht durch seine Person, sondern durch sein Können überzeugen. „Ich habe keinen Bock ins Dschungelcamp zu gehen, das habe ich bis jetzt vermieden. Weil ich nur als Musiker wahrgenommen werden möchte.“ Erst vor kurzem sei er gefragt worden, was er denn an dem Konzept einer Talentshow verändern würde. „Es sollte nur um das Talent gehen, und nicht um Geschichten der Teilnehmer oder um Nacktfotos in Zeitungen. Dann hat der Sieger auch eine Chance, im Musikgeschäft ernst genommen zu werden und Fuß zu fassen“, sagt er. Weil DSDS so viel mit DrumherumGeschichten arbeitet, sei das Image in der Branche so schlecht, ist sich Regner sicher. Trotzdem: ein Grundstein kann ein Sieg sein. Aber die Arbeit fängt danach erst richtig an.

Mitten drin in der Arbeit befindet sich derzeit Tobias Regner. Neben den WochenendKonzerten schreibt er gerade neue Songs für das nächste Album, das 2012 veröffentlicht werden soll. Deutschen Rock macht er jetzt und sein Anspruch an die eigenen Texte ist groß – weil man sich im Deutschen nicht so leicht hinter irgendwelchen Phrasen verstecken kann. Dass das im allgemeinen Trend liegt, weiß Tobias Regner: „Ich gestehe, dass ich da auf einen Zug aufspringe. Aber so richtig guter deutscher Rock ist immer noch selten und diese Sparte versuche ich zu bedienen.“

In der Region ist der 29-Jährige erst im kommenden Jahr live zu sehen; im Mai tritt er im Traunsteiner Nuts auf.
Artikel vom 04.11.11
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