Tiere spielen also eine große Rolle im Leben der Menschen. Warum das so ist, darauf weiß Jörg Oppermann, Leiter des Tierheims Trenkmoos bei Surberg, eine Antwort: „Tiere sind in jeder Hinsicht eine Bereicherung. Ob Kleintier, Katze oder Hund – sie erhöhen die Lebensqualität der Menschen.“
Haustiere werden aus den unterschiedlichsten Gründen aufgenommen. „Bei der Anschaffung spielen natürlich Kinder eine große Rolle. Tiere sind wichtig für ihre Entwicklung. Sie helfen Ihnen Verantwortung zu übernehmen und verbessern die sozialen Kompetenzen“, so Oppermann. Aber auch erwachsene, oft auch ältere Menschen halten sich gerne Haustiere. Die Tiere sollten jedoch nicht als irgendeine Art von Ersatz gehalten werden, fordert der Tierheimleiter. „Das sind keine Menschen. Man muss sich um sie kümmern und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Echte Tierliebe akzeptiert das Tier so wie es ist.“ Im Vergleich der heimischen Landkreise liegt laut Auswertung von Daten der Studie „Typologie der Wünsche“ durch den Informationsdienstleister microm Consumer Marketing und dpa-RegioData der Landkreis Rosenheim mit 48 Prozent an Haushalten mit tierischem Mitbewohner an der Spitze. Gleich darauf folgt der Landkreis Traunstein mit 44 Prozent vor Altötting (30 Prozent), Mühldorf (28 Prozent) und dem Berchtesgadener Land (23 Prozent). Besonders beliebt sind neben Hunden und Katzen vor allem Kleintiere, wie Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen oder Vögel.
Im Vergleich der Bundesländer führen Sachsen-Anhalt und Thüringen die Rangliste an. Dort leben in fast der Hälfte aller Haushalte Tiere. Auf den Plätzen drei und vier liegen mit Sachsen und Brandenburg zwei weitere ostdeutsche Flächenländer, in denen rund 43 Prozent der Haushalte mindestens ein Tier beheimaten. Weniger beliebt sind die tierischen Gesellen hingegen im Saarland (28 Prozent) und in Berlin (30 Prozent). Bayern befindet sich in der Rangfolge mit 36 Prozent im unteren Drittel.
Im Vergleich der 439 Kreise und kreisfreien Städte haben der Saalkreis und der Landkreis Merseburg-Querfurt in SachsenAnhalt mit je 88 Prozent die höchste Haustierquote. Seit Sommer 2007 bilden diese beiden Kreise zusammen den Saalekreis. Experten begründen die hohe Quote mit der starken landwirtschaftlichen Prägung der Region. Im Gegensatz dazu haben nur 15 Prozent der Haushalte in den Städten Flensburg und Kiel Haustiere.
Dabei können Hunde auch in Städten artgerecht gehalten werden. „Ein Garten ist gar nicht so wichtig: Es ist besser für die Hunde, dass sie regelmäßig und lang ausgeführt werden. Nicht artgerecht ist es, einen Hund nur im Garten herumlaufen zu lassen, ohne Kontakt zu seinen Bezugspersonen. Da verkümmert er ganz schnell“, sagt der Leiter des Trenkmooser Tierheims Oppermann. „Ein Hund braucht neue Gerüche, Bewegung, Kontakte zu Artgenossen und Beschäftigung.“ Trotzdem ist erfahrungsgemäß außerhalb der großen Städte der Anteil der Haushalte mit Haustieren tendenziell höher.
Bei aller Liebe zu den haarigen, gefiederten oder schuppigen Mitbewohnern, mahnen Tierschützer aber Maß zu halten. Immer wieder entdecken sie Extreme wie kürzlich in einer Berliner Eineinhalb-ZimmerWohnung. Ein Mann hatte dort Sittiche und Kanarienvögel gesammelt, die unkontrolliert herum flatterten und sich ungehindert vermehrten. Insgesamt 500 Tiere holten Tierärzte im Mai aus der Wohnung. Seite 2
Tierischer Landkreis Traunstein
Von Eva Weiss und Andreas Meyer
Traunstein/Trenkmoos/Hamburg. Ob klassisch mit Hund, Katze und Kaninchen oder exotisch mit Papagei, Würgeschlange und Vogelspinne: In mehr als einem Drittel (37 Prozent) aller deutschen Haushalte sind Haustiere Teil der Familie. Im Landkreis Traunstein liegt der Anteil sogar bei 44 Prozent. Das heißt, dass in fast jedem zweiten Haushalt in der Region ein oder mehrere tierische Mitbewohner leben.
Traunstein/Trenkmoos/Hamburg. Ob klassisch mit Hund, Katze und Kaninchen oder exotisch mit Papagei, Würgeschlange und Vogelspinne: In mehr als einem Drittel (37 Prozent) aller deutschen Haushalte sind Haustiere Teil der Familie. Im Landkreis Traunstein liegt der Anteil sogar bei 44 Prozent. Das heißt, dass in fast jedem zweiten Haushalt in der Region ein oder mehrere tierische Mitbewohner leben.
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