Spender für Arzt gefunden

Von Karlheinz Kas
Inzell / Weißbach / Gauting. Für den an Leukämie erkrankten Martin Mitterer aus Weißbach ist der geeignete Stammzellenspender gefunden worden. Wie Manuela Ortmann von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) in Gauting gestern auf Anfrage bestätigte, bestünden „sehr gute Heilungschancen“. „Der Patient wird ab sofort auf den Eingriff vorbereitet. Dieser erfolgt am 15. April im Großklinikum Großhadern“, sagte Ortmann.
Der krebskranke Martin Mitterer (30) darf wieder hoffen. Für den Arzt aus Weißbach wurde ein Spender gefunden.
Martin Mitterer, der als Arzt am Kreisklinikum Ebersberg arbeitet, hatte letzte Woche von der freudigen Nachricht erfahren und erteilte gestern die Presse-Freigabe. Über das Schicksal des 30-Jährigen hatten die Medien in Südostbayern mehrfach berichtet, Ihre Lokalzeitung ausführlich am 12./13. Februar und am 28. Februar. Grund war eine große Typisierungsaktion im Rathaus von Inzell. Dazu aufgerufen hatten der Vater des Krebspatienten, Johann Mitterer, zusammen mit der AKB, dem Roten Kreuz Traunstein und der Gemeinde Inzell.

Die Resonanz war ausgesprochen groß. Immerhin ließen sich 738 Menschen erfassen. Knapp 50 Prozent der Spender kamen damals aus Inzell und Weißbach, der Rest aus anderen Gemeinden in den Landkreisen Traunstein, dem Berchtesgadener Land und Rosenheim. Die Organisatoren waren beeindruckt von der exzellenten Vorarbeit, die von der Familie Mitterer gemeinsam mit vielen Freunden und Helfern geleistet wurde. Positiv bewerteten die Verantwortlichen der AKB damals auch das Durchschnittsalter der potenziellen Spender, das bei rund 30 Jahren lag – hier komme das große Verantwortungsbewusstsein der jungen Menschen zum Ausdruck. Knapp 1400 Spender waren es bei der gleichen Aktion im Klinikum Ebersberg. Ob der „genetische Zwilling“ in Inzell oder hier gefunden wurde, ist nicht bekannt. „Er kommt aus dem weltweiten Datennetz, das steht fest“, teilte Manuela Ortmann mit, die als AKB-Koordinatorin fungiert.

Zum Heilungsprozess äußerte sie sich recht positiv. „Herr Mitterer ist sportlich und jung. Sein Körper wird viel leisten müssen, aber die Genesungschancen sind absolut realistisch“, sagte sie. Die Übertragung von Stammzellen eines gesunden Spenders sei seine einzige Überlebenschance. Die Stammzellen-Spende selbst läuft ähnlich wie bei einer Dialyse ab. Das Blut wird an einem Arm entnommen und am anderen in den Körper zurückgeführt, nachdem eine Maschine die Stammzellen herausgefiltert hat.

Der junge Arzt war – wie berichtet – bereits im Jahr 2006 zum ersten Mal an einem „NonHodgin-Lymphom“ (Tumor in der Lymphbahn) erkrankt. Damals konnte jedoch mit Hilfe einer intensiven Chemotherapie der Krebs vorerst erfolgreich behandelt werden. Seit Januar muss Martin Mitterer erneut gegen der Krebs ankämpfen, wobei nur eine Knochenmark- beziehungsweise Stammzellenspende Chance auf Heilung bringen kann.

„Martin geht es nach einer Antibiotika-Behandlung und einer Blutübertragung relativ gut, so dass die Wartezeit bis zur OP keine größeren Probleme mit sich bringen sollte“, teilte Vater Johann Mitterer mit. Der Zustand seines Sohnes sei stabil, die Nachricht vom gefundenen Spender habe ihm einen Schub nach vorne versetzt. Vater Mitterer hatte für die Aktion selbst 5000 Broschüren verteilt und 300 Plakate landkreisweit angeschlagen.

Erinnerungen werden wach an den Fall Tanja Back im Juli 2009. Die Gemeinde Piding hatte damals mit einer großen Aktion geholfen. Und tatsächlich wurde ein geeigneter Spender gefunden: Es war Gemeinderat Helmut Grünäugl.

Für Schlagzeilen hat auch der Fall des kleinen Mathias aus Schleching gesorgt. Der heute zweieinhalbjährige Bub leidet seit seiner Geburt an einem Gendefekt. Bei ihm kann das Knochenmark nicht ausreichend Blutzellen bilden. Zur Typisierungsaktion waren 2009 ins Traunsteiner Kreisklinikum 5000 Menschen gekommen. Ein Spender wurde auch für ihn gefunden. Allerdings hatte sich der Krankheitsverlauf so gebessert, dass eine Knochenmarktransplantation nicht vorgenommen werden musste. Wie die „Chiemsee-Nachrichten“ in ihrer jüngsten Ausgabe berichten, funktioniert die Bauchspeicheldrüse des Buben noch nicht richtig. Deshalb müsse er Medikamente nehmen, ansonsten sei er aber „quietschfidel“.
Artikel vom 01.04.11
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