Von Melanie Wolfmeier
Trostberg. Was bisher nur in Sachsen-Anhalt, im Rheinland und vor kurzem in Niedersachsen verschickt wurde, ist vor einigen Tagen auch im Briefkasten des Trostbergers Josef Karmann gelandet. 2500 Euro soll er gewonnen haben – so steht es zumindest in dem dubiosen Brief unter dem Titel „Schon BEZahlt. Danke.“ Jedoch ist dies nach den Erkenntnissen der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wieder nur eine der gut getarnten KaffeefahrtenFallen.
„Sie werden es nicht glauben, Herr Karmann, unter anderem wurde auch Ihr Name gezogen! Somit haben Sie tatsächlich gewonnen! Herzlichen Glückwunsch!“, steht in großen, fettgedruckten Buchstaben in der Briefmitte der Gewinnbenachrichtigung an Josef Karmann. Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Vahren und die „Kundenbetreuerin Irene Müller“ wollen sich für angeblich bezahlte Gebühren bedanken. Man habe deshalb am 3. März 2011 unter allen zahlenden Teilnehmern eine Verlosung durchgeführt.
Erhalten soll der glückliche Gewinner die 2500 Euro bei einer Übergabe in der Zweigstelle der Firma. Wo diese angebliche Zweigstelle ihren Sitz hat, wird aber nicht angegeben. Selbstverständlich stehe jedoch ein kostenloser Abholservice zur Verfügung, der garantiert, dass die ahnungslosen Teilnehmer auch wirklich an diesem unbekannten Ort ankommen.
Neben Geldpreisen werden auch eine Kundenprämie in Form eines LCD-Flachbildfernsehers und ein Jahr Gebührenbefreiung versprochen. Allerdings nur, wenn man noch eine zusätzliche, freiwillige Person findet, die sich das Geld aus der Tasche ziehen lassen will.
Die Verbraucherschutzzentrale warnt, dass bei diesem „Ausflug“, der auch noch mit kosten-loser Verpflegung lockt, hauptsächlich überteuerte und qualitativ minderwertige Gegenstände verkauft werden sollen. Meistens werden bei solchen Veranstaltungen auch noch Vorträge über gesunde Ernährung oder ähnliches gehalten und den Teilnehmern anschließend überteuerte, zweifelhafte Medikamente aufgedrängt.
Bereits vor einem Jahr wurde in Sachsen-Anhalt eindringlich vor der „Schon BEZahlt.“-Abzocke gewarnt.
Auch die echte Gebühreneinzugszentrale hat darauf hingewiesen, dass man solche Briefe am besten gleich in den Papierkorb werfen sollte. Denn die Betrüger wollten durch den nur leicht abgeänderten Briefkopf der GEZ („Schon GEZahlt? Danke.“) den Eindruck erwecken, dass die Preise und die Veranstaltung von der tatsächlichen Behörde ausgehen. Auch die in Aussicht gestellte Befreiung von den Gebühren ist ein Hinweis darauf, dass die Adressaten das Schreiben für eines von der echten Behörde halten sollen.
„Ein ultrafreches Schreiben“, so nennt es Bernd Karmann, der Sohn des betroffenen Trostberger Rentners. Schon vor eineinhalb Jahren habe sein Vater fünf ähnliche Briefe in kurzen Abständen erhalten, in denen er aufgefordert wurde, endlich seinen Gewinn abzuholen. „Auch eine dieser versteckten Einladungen zu einer Kaffeefahrt“, ist Bernd Karmann überzeugt. Warum die GEZ nicht nachdrücklicher gegen Briefe dieser Art vorgeht, die doch offensichtlich darauf spekulieren, mit der staatlichen Behörde verwechselt zu werden, versteht der Trostberger nicht. „Wenn sie wirklich etwas dagegen unternehmen wollen, wären doch solche Briefe schon längst verschwunden“, ist Bernd Karmann überzeugt.
Bisher ist dem Polizeipräsidium Oberbayern Süd noch keiner dieser speziellen Fälle untergekommen. Lange wird es aber wohl nicht dauern, bis weitereBriefe dieser Kaffeefahrten-Firma auftauchen werden. Mittlerweile lag zumindest ein weiterer dieser „BEZ“-Briefe im Postkasten eines Engelsberger Rentners.
Auf die Frage, was man denn am besten mit diesen Schreiben tun soll, lautet die erste Reaktion von Tatjana Halm: „Wegschmeißen!“
Der Expertin von der Verbraucherschutzzentrale Bayern sind solche Fälle nicht unbekannt. „Meistens gehen diese Schreiben an die ältere Generation. Viele fragen sich, wie ihre Daten überhaupt in Umlauf kommen. Das geschieht meistens dadurch, dass man an Preisausschreiben teilnimmt oder Bestellungen aufgibt und dabei viel zu viel von sich preisgibt. Dies wird dann durch den Datenhandel an Dritte weitergeleitet. Mein Tipp wäre, niemals das Geburtstdatum anzugeben, da man somit nicht so leicht eingeordnet werden kann“, rät sie.
Zwar steht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), § 661 a, geschrieben, dass Gewinnzusagen einklagbar sind. Auch hat man ein Widerrufsrecht, da solche Kaffeefahrten unter Haustürgeschäfte fallen. Jedoch ist es schwierig, von jemandem das versprochene Geld beziehungsweise die Gegenstände einzufordern, der nicht auffindbar ist. So geben die Betrüger in ihren Briefen nie den richtigen Namen oder gar die Telefonnummer an, immer nur ein Postfach, über welches die Verantwortlichen nicht greifbar sind.
Traunreuts Polizeichef Johann Bohnert meint, wer mitfahren will, soll mitfahren. „Aber nur, wenn man sich sicher ist, den Druck so einer Veranstaltung auszuhalten und sich auf Kosten der Firma einen schönen Nachmittag zu machen.“ Sollte man dann doch etwas kaufen, empfiehl Bohnert, sich immer eine Rechnungskopie mit dem aktuellen Datum geben zu lassen, denn nur dann zähle das zweiwöchige Widerrufsrecht. Das gelte übrigens auch im Ausland, aber nur, wenn es ein deutsches Unternehmen sei und in Deutschland für den Ausflug geworben werde.
Zum Verwechseln ähnlich sehen die „BEZahlt.“-Abzockbriefe den offiziellen Schreiben der Gebühreneinzugszentrale GEZ. Doch hier geht es nicht um die öffentlichen Rundfunk- oder Fernsehgebühren, sondern nur darum, leichtgläubige Adressaten zu einer Kaffeefahrt zu locken und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Rentner Josef Karmann aus Trostberg ist darauf aber nicht hereingefallen, sein Sohn Bernd hat die dubiose Gewinnbenachrichtigung als warnendes Beispiel an die Lokalzeitung weitergeleitet.
„Schon BEZahlt. Danke.“: Neue Kaffeefahrten-Falle
Von Melanie Wolfmeier
Trostberg. Was bisher nur in Sachsen-Anhalt, im Rheinland und vor kurzem in Niedersachsen verschickt wurde, ist vor einigen Tagen auch im Briefkasten des Trostbergers Josef Karmann gelandet. 2500 Euro soll er gewonnen haben – so steht es zumindest in dem dubiosen Brief unter dem Titel „Schon BEZahlt. Danke.“ Jedoch ist dies nach den Erkenntnissen der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wieder nur eine der gut getarnten KaffeefahrtenFallen.
Trostberg. Was bisher nur in Sachsen-Anhalt, im Rheinland und vor kurzem in Niedersachsen verschickt wurde, ist vor einigen Tagen auch im Briefkasten des Trostbergers Josef Karmann gelandet. 2500 Euro soll er gewonnen haben – so steht es zumindest in dem dubiosen Brief unter dem Titel „Schon BEZahlt. Danke.“ Jedoch ist dies nach den Erkenntnissen der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) wieder nur eine der gut getarnten KaffeefahrtenFallen.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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