„Schmuserocker-Image wird mir bleiben“

Von Agnes Lamminger
Teisendorf. Er wird immer der „Schmuserocker“ von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) bleiben. In diesem Punkt macht sich Tobi Regner nichts vor. Aber er sucht nach seinem eigenen Stil. Am heutigen Freitag erscheint seine neue Single „Irgendwo da draußen“, zwei Wochen später folgt das Album „Kurz unsterblich“. Wie der heute 27-Jährige mit seinem Image umgeht, wen er mit seinen Liedern überzeugen will und ob er heute von seiner Musik leben kann, erzählt er im Interview mit Ihrer Lokalzeitung.
Tobi Regner will mit seinen nächsten Platten mehr und mehr zu seinem eigenen Stil finden. Dabei ist ihm klar, dass er sein Image als Schmuserocker nicht mehr verlieren wird.
Tobi, lange hat man nichts mehr von Dir gehört. Was hast Du denn in letzter Zeit gemacht?

Tobias Regner: „Man kann sagen, ich war auf der Suche nach den richtigen Leuten. Ich habe alle Promi-Partys abgeklappert und Visitenkarten gesammelt. Ich wollte weg von dem kommerziellen Format von DSDS. Ich wollte etwas aufbauen, das zu 100 Prozent ich bin. Letztes Jahr haben Tobias Röger (Songschreiber, Anm. d. Red.) und ich gemeinsam die Songs geschrieben, und im Oktober das Album produziert.“

Was ist besonders an Deinem neuen Album?

Tobias Regner: „Es sind echt ausgereifte Songs. Wir haben eine große Bandbreite, von Punk über Lagerfeuerlieder bis zu Balladen. Das Album ist quasi der Grundstein für meinen eigenen Regner-Stil. Ich habe ihn noch nicht gefunden, aber ich bin auf dem Weg.“

Hat Dich DSDS dabei weitergebracht oder hat Dir die Show sogar geschadet?

Tobias Regner: „Dafür muss ich mir schön langsam eine Standard-Antwort zulegen (lacht und holt tief Luft). Auf jeden Fall bin ich jetzt bekannt. Der Schmuserocker ist nur ein Teil von mir. Viele haben ein verfälschtes Bild von mir. Das Problem ist, dass alle DSDSKandidaten über einen Kamm geschoren werden. Vor allem Musiker machen es sich einfach und sagen ‚Die können nix‘. Es war auch jetzt schwierig mit meinem neuen Album. Manche Radiosender wollten gar nicht in meine CD reinhören.“

Du hast ganz schön geschnauft, als Du die Frage gehört hast. Belastet Dich Dein Image?

Tobias Regner: Aus der Marketing-Sicht ist es bestimmt nicht schlecht. Mein Name und mein Gesicht werden nicht so schnell vergessen. Aber ich werde immer der Schmuserocker bleiben. Es ist schwierig, einen neuen Eindruck bei den Leuten zu hinterlassen. Auf der anderen Seite werde ich die Fans der Sendung nicht für meine neue Musik gewinnen. Es gilt die zu überzeugen, die die Show nicht sehen und vielleicht meinen Namen nur vom Hören-Sagen kennen.“

War Deine Teilnahme bei DSDS damals ehrlich?

Tobias Regner (zögert): „Ja, schon. Ich war mitten in der Suche nach meinem Stil. Vorher hatte ich in fünf verschiedenen Bands gespielt, und nichts war genau meins. Ich konnte mich schon mit DSDS identifizieren. Bei mir war dann der Ehrgeiz geweckt, die vorgegebenen Lieder so gut wie möglich umzusetzen.“

Erkennen Dich die Menschen auf der Straße noch?

Tobias Regner: „Nein, ehrlich gesagt schon fast nicht mehr. Letztens bin ich durch die Schildergasse gegangen, das ist ‚die‘ Einkaufsmeile in Köln, und es haben mich nur zwei Leute angesprochen. Sie erkennen mich noch, das merke ich am Tuscheln, aber ich werde fast gar nicht mehr angesprochen.“

Kannst Du von deiner Musik leben?

Tobias Regner: „Es geht gerade so. Ich brauche schon unregelmäßige Finanzspritzen von meinem Polster von damals. Es kommt zwar immer wieder was rein von den Gigs, aber es wäre schon schön, wenn mal wieder monatlich was aufs Konto fließen würde. So ist es halt als Berufsmusiker.“

Was sind Deine Pläne für die nächste Zeit?

Tobias Regner: „Zunächst einmal will ich musikalisch Fuß fassen. Für Herbst steht eventuell eine Tour an, und bei Gitarrenstunden will ich meine Technik verbessern. Hmm, und wenn das Album gut läuft, kaufe ich mir ein Motorrad.“
Artikel vom 16.04.10
Weiterempfehlen Drucken