Schleid bleibt in Trostberg

Trostberg (luh). Karl Schleid möchte nicht Landrat werden. „Ich bin mit Leib und Seele Bürgermeister in Trostberg“, sagte er gestern im Gespräch mit Ihrer Lokalzeitung. Da es als beschlossene Sache gilt, dass der amtierende Landrat Hermann Steinmaßl aufgrund der Altersgrenze 2014 nicht noch einmal antreten darf, waren CSU-intern schon einige Nachfolgekandidaten im Gespräch – einer davon der Trostberger Stadtchef.
Das rote Telefon, also den direkten Draht zur höchsten Kommandoebene, will Karl Schleid lieber weiterhin vom Trostberger Rathaus aus bedienen und nicht – wie spekuliert wurde – vom Büro des Landrats in Traunstein. Das Foto entstand allerdings nicht in seinem Büro, sondern in den BR-Studios, als die Fernsehsendung „Jetzt red i“ von dort gesendet wurde. Foto: luh
Eine Freigabe der Altersgrenze war im Landtag diskutiert, jüngst in den Ausschüssen aber abgelehnt worden. Deshalb wird im Landkreis Traunstein im Wahljahr 2014 ein neuer Erster Mann gesucht. Im Juni/Juli 2013 will die Kreis-CSU ihren Kandidaten nominieren. Doch bereits in den vergangenen Wochen waren verschiedene Namen genannt worden – darunter eben der Trostberger Bürgermeister, seine Kollegen aus Traunreut und Tittmoning, Franz Parzinger und Konrad Schupfner, Ursula Haas, die einzige Frau, die ein Bürgermeisteramt im Landkreis innehat, nämlich in Taching, sowie die Kreisräte Siegi Walch aus Inzell und Andreas Bratzdrum aus Tittmoning. Der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner und Bezirksrat Markus Fröschl aus Trostberg hatten ihre Kandidatur ausgeschlossen (wir berichteten).

Nun nimmt sich also auch Karl Schleid aus dem Rennen. „Ich habe in meiner bisherigen Amtszeit einiges in Gang gebracht, das ich auch abschließen möchte“, sagte der 48-Jährige gestern. „Ich will Trostberg weiterentwickeln.“ Außerdem würde ihm als Landrat die Nähe zu den Menschen fehlen, die er als Bürgermeister sehr genieße.

„Es ist zwar sehr reizvoll und ehrenvoll, in diesem Kreis der Kandidaten genannt zu werden, ich möchte aber, dass in unserem Ortsverband und in der Stadt wieder Ruhe einkehrt“, so Schleid. Er hat gestern Vormittag den CSU-Ortsverband über seine Entscheidung in Kenntnis gesetzt und gestern Abend den CSU-Kreisverband. Das Kandidatenkarussell werde er ab jetzt entspannt aus der Ferne beobachten, sagte er. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Bürgermeister aber im Frühjahr 2013 wieder einer der Delegierten des Ortsverbandes Trostberg, und als solcher darf er bei der Nominierungsversammlung immerhin seine Stimme abgeben.
Artikel vom 02.02.12
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