Für die kürzlich gewählte 28-jährige Tachertinger AnnaMaria Felber war die Gebietsversammlung gleich die Premiere in ihrer neuen Funktion als Ortsbäuerin. Bürgermeister Hans Hellmeier sagte, es habe heuer in vielen Ortsverbänden einen Generationswechsel gegeben. Er dankte allen Vorgängerinnen und warb für eine weitere gute Zusammenarbeit mit den neuen Ortsbäuerinnen. Das Gemeindeoberhaupt setzte sich kontrovers mit dem Thema „Tank und Teller“ auseinander. „Wenn man dem Wachstum der Weltbevölkerung Rechnung tragen muss, so ist es sicher nicht verständlich, Lebensmittel zur Energieherstellung zu verwenden, zumal man auf der Erde nur begrenzte Möglichkeiten zum Anbau hat. Unsere Region ist hier sicher im Vorteil.“ Trotzdem sei für ihn unverständlich, dass nun wieder eine siebenprozentige Flächenstilllegung ins Gespräch gebracht werde. Denn anderseits müsse auch der Energiebedarf gedeckt werden. Für Hellmeier steht im Vordergrund, dass Energie ortsnah produziert und nicht auf kilometerlangen Trassen durch ganz Deutschland transportiert wird. Die Gemeinde Tacherting habe hier eine gesonderte Stellung: „27 Millionen Kilowatt werden jährlich an Strom benötigt. Zehn Millionen Kilowatt verbraucht davon allein die Industrie. Im Gegenzug werden aber fast dreimal so viel, nämlich 71 Millionen Kilowatt produziert. Hierbei werden 59 Millionen Kilowatt Strom aus den Wasserkraftwerken der Alz, acht Millionen Kilowatt über Biogas-Anlagen und vier Millionen über Photovoltaikanlagen gewonnen. So sieht man, welche Bedeutung die Landwirtschaft in unserer Region an der Energiegewinnung hat.“
Dem Thema Sozialversicherungen widmete sich Hans-Herman Weinen von der BBV-Geschäftsstelle Traunstein. Der Betrag der Alterskasse sei um fünf Euro pro Person gestiegen. Der Sozialversicherungsverband soll künftig auf einen Bundesverband mit Sitz in Kassel zusammengeschlossen werden. Wie weit die Außenstellen erhalten bleiben, ist bislang unbekannt, so Weinen. 2020 soll es deutschlandweit einen einheitlichen Beitrag zur Berufsgenossenschaft geben. Erfreuliches gibt es von der Landwirtschaftlichen Krankenkasse zu vermelden. Die Beitragssätze werden hier um sechs Prozent gesenkt. Weinen appellierte, sich an der Aktion „Flächenverbrauch senken – landwirtschaftliche Nutzfläche schützen“ teilzunehmen.
Sehr anschaulich erklärte Dr. Werner Sturm vom Naturheilzentrum Alztal Tacherting sein Berufsfeld. An seinem „Freund“, Skelett „Stanislaus“, zeigte er dabei den Aufbau und die Zusammenhänge des menschlichen Körpers. Die Osteopathie betrachte den Patienten so wie er ist immer in seiner Gesamtheit, erklärte Dr. Sturm und verdeutlichte zum Beispiel, warum man bei einem Herzinfarkt oft Schmerzen in der linken Schulter bis in den Arm hinein hat oder Herz-Patienten oft über Wirbelsäulenschmerzen klagen. Die Osteopathie beschäftige sich aber nicht mit der Behandlung einzelner Symptome, sondern wolle immer die Ursachen von Beschwerden aufspüren und behandeln.
Die Einsatzmöglichkeiten seien vielfältig. Die Hände seien das einzige Instrument des Osteopathen. „Mit speziellen, behutsamen Griffen lockert er Muskeln, aktiviert die Nerven oder verbessert den Durchfluss in Venen, Arterien und Lymphbahnen. Ein Osteopath aktiviert auf diese Weise die Selbstheilungskräfte im Körper.“
Mit Skelett im Gepäck
Tacherting (hm). Ein kurzweiliges Programm bot die Gebietsversammlung für die Landfrauen des Bauernverbandes für Emertsham, Tacherting, Peterskirchen, Engelsberg, Eiting und Maisenberg im Gasthaus Reitmeier. Hans Hermann Weinen von der BBV-Geschäftsstelle informierte über Änderungen im Versicherungswesen, und Dr. Werner Sturm vom Naturheilzentrum Alztal Tacherting referierte über die Anwendungsmöglichkeiten von Osteopathie.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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