Bekannt geworden in der Region war Forster vor allem durch seine Aktivitäten in Kraiburg. Er restaurierte dort seinen Wohnsitz, das Schloss Guttenburg, und große Teile der Altstadt. Aufwändig renoviert hatte er auch das Taufkirchner Wasserschloss, das er vor fünf Jahren für einen Euro vom Bezirk Oberbayern gekauft hatte. Ihm gehörte auch der Wasserturm in Mühldorf und einige historische Gebäude in der Region.
Vor zwei Jahren begann die Krankheitsgeschichte des reichen Mannes. Die Nierenfunktion war eingeschränkt. Nur mit engsten Freunden sprach er darüber. Bis zuletzt hatte er auf eine Spenderniere gehofft. Ein unfassbares, trauriges Ende für einen Mann, der noch an Märchen glaubte, der Visionen hatte und der alte Herrschaftshäuser liebte, sammelte und sanierte wie andere Oldtimer.
Schon das Erbe seines Vaters setzte er mit 24 Jahren zum Entsetzen seiner Mutter in einen alten Bauernhof um, den er renovierte. Seinen Traum konnte er verwirklichen, weil er in jungen Jahren reich wurde. Der studierte Philosoph gründete Anfang der 90er Jahre mit einem Freund die Drillisch AG, einen der ersten an der Börse notierten Mobilfunkdienste, mit dem er Millionen machte. Später war er Mitglied der Geschäftsleitung und des Vorstandes und saß seit 1999 im Aufsichtsrat.
Forster war für seine Exzentrik und seine ungewöhnlichen Ideen bekannt. So postierte er einen ausrangierten russischen MiG-Düsenjäger vor dem Barockgarten in Guttenburg, positionierte schrottreife Jaguars wie Skulpturen im Innenhof und ließ eine rostige Lenin-Statue über den Zaun schauen. Er machte aber auch Schlagzeilen in Boulevardblättern, weil er einen Jaguar XK8 Cabrio mit Beton ausgießen ließ, weil ihn die damalige Freundin verlassen hatte.
Forster hatte immer ein offenes Ohr für kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Art ebenso wie für eine Wohngemeinschaft für psychisch Kranke, die ihre neue Heimat in seinem Taufkirchener Herrschaftsanwesen fanden. „Ein Original, das weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt war, ist tot“, schrieb der „Mühldorfer Anzeiger“. Die Notärztin habe einen natürlichen Tod festgestellt, eine Fremdeinwirkung schließe man aus.
Millionär bekam keine Niere
Kraiburg (kk). Eine der schillerndsten Personen des bayerischen Wirtschaftslebens ist in der Nacht zum Dienstag in Kraiburg verstorben. Der ehemalige Philosophiestudent Nico Forster hatte viel Geld am Neuen Markt in der Elektronikbranche verdient, steckte dieses wiederum in die Sanierung alter, schützenswerter Gebäude. Der Multimillionär wurde nur 47 Jahre. Er wartete vergeblich auf eine Spenderniere. Forster hinterlässt drei Kinder – das Jüngste ist eineinhalb Jahre alt – und eine junge Lebensgefährtin.
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