Kunstmeile 2011 soll Akzente setzen

Trostberg (fal). Trostberg will im kommenden Jahr in Sachen zeitgenössische Kunst erneut Akzente setzen: Das Organisationsteam der Kulturmeile ist in die heiße Planungsphase eingetreten. Werner Pink, Robert Prill, Kulturamtsleiterin Monika Wiedl, Kulturreferent Anton Zeitlmayr und Stadtheimatpfleger Dr. Rainer Lihotzky haben die Eckpfeiler bereits festgeklopft: Die Kunstmeile 11 wird vom 20. Mai bis zum 5. Juni stattfinden, Vernissage ist am 19. Mai um 18 Uhr.
Trostbergs Kulturmanagerin Monika Wiedl, Kulturreferent Toni Zeitlmayr, Stadtheimatpfleger Dr. Rainer Lihotzky, Robert Prill und Werner Pink wollen die Trostberger Kunstmeile konsequent weiterentwickeln. Foto: fal
Werke von rund 50 Künstlern sollen auf einer Wegstrecke von 1,6 Kilometern gezeigt werden. Ein erheblicher Anteil der am Weg vom Atrium des Stadtmuseums bis zum BASF-Kompetenzzentrum aufgestellten Plastiken wird wieder von den Teilnehmern des Stahlsymposiums im Stahlpark des österreichischen Riedersbach bestritten. Es werden Arbeiten von deutschen, österreichischen und voraussichtlich australischen und italienischen Künstlern zu sehen sein: Damit verdient sich die Kunstmeile 11 das Prädikat „international“.

Dieser Schritt ist nur konsequent: Die vierte Auflage der Trostberger Kunstmeile soll den Stellenwert und den Anspruch der Veranstaltung bestätigen und ausbauen, die sich zu einem Panoptikum der modernen Kunst entwickelt hat, wie es im Normalfall größeren Museen vorbehalten ist. Das, was Lihotzky in seiner Eröffnungsrede zur Kunstmeile ’09 gesagt hat, gilt nach wie vor: „Wir möchten mit der Kunstmeile im Sinne einer kulturellen Bringschuld Kunst unter die Leute bringen.“ Was bewegt eigentlich Menschen dazu, mannshohe, vor sich hinrostende Skulpturen anzufertigen? Prill regte an, Künstler zu Wort kommen zu lassen, um Betrachtern den Zugang zur Kunst zu erleichtern - beispielsweise Rost als Mittel vorzustellen, einem an sich statischen Werk Veränderlichkeit und damit „Leben“ einzuhauchen. Überhaupt: Die Kunstmeile 11 soll nicht als „l’art pour l’art“ verstanden werden – also keine Kunst zum Selbstzweck.

Die Organisatoren wollen erreichen, dass die Kunstmeile nicht einem relativ überschaubaren Kreis Kunstinteressierter vorbehalten bleibt. Es soll eine möglichst breite Auseinandersetzung, ein intensiver Dialog stattfinden. In diesem Zusammenhang regte Lihotzky an, bereits Kinder und Jugendliche an das Thema Kunst heranzuführen und dafür zu begeistern. Dazu könnte ein länderübergreifender Kunstwettbewerb für Schüler aus Südostbayern, Oberösterreich und dem Salzburger Land etabliert werden. Das Organisationsteam der Kunstmeile prüft derzeit die Durchführbarkeit eines solchen Wettbewerbs.

Das Konzept zum Ausstellungskatalog wird ebenfalls gerade überarbeitet: Bislang kostete der hochwertige Katalog zur Kunstmeile fünf Euro. Fürs kommende Jahr ist ein Preis von drei Euro anvisiert, um mehr Menschen mit dem Produkt erreichen zu können. Dafür wird am Umfang, aber keinesfalls an der Qualität des Druckwerks gespart.

Mit der Verbilligung des Katalogs wollen die Organisatoren der Kunstmeile ein Zeichen setzen: In Zeiten, in denen alles teurer wird, soll wenigstens der Zugang zur Kunst für den Einzelnen erschwinglich bleiben beziehungsweise werden - ganz im Sinne der oben angesprochenen kulturellen Bringschuld.

Die Unterstützung des Stahlpark-Eigentümers, der oberösterreichischen Energie AG, hat Werner Pink schon sichergestellt: Der Konzern sagte dem Organisationsteam Mitarbeit und Bereitstellung von Objekten sowie Transportmitteln zu. Die Stadt Trostberg wird die Kunstmeile 11 wieder mit einem Zuschuss unterstützen und Bauhofmitarbeiter zur Verfügung stellen. Als einer der nächsten Schritte steht für die Organisatoren das Gewinnen von Sponsoren an.
Artikel vom 08.09.10
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