Klinik-Patienten sehr zufrieden

Traunstein/Seeon. Seine Klausurtagung hat der Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG im Kloster Seeon abgehalten. Vorstand Stefan Nowack stellte die Ergebnisse der Patientenbefragung in den Krankenhäusern vor. 2100 Fragebögen (Rücklaufquote fast 50 Prozent) waren ausgewertet worden, in allen Häusern gab es laut Nowack sehr gute Ergebnisse, aber auch Erkenntnisse, „an welchen Punkten wir arbeiten wollen und müssen“ Die Ergebnisse würden mit den beteiligten Abteilungen und Stationen besprochen.
Weiterer Punkt war die Analyse der Patientenwanderung binnen drei Jahren. Aus ihr war ersichtlich, woher die Patienten kamen und in welchen anderen Landkreisen die Einwohner beider Landkreise versorgt werden. Besonders hohen Zuspruch haben demnach die Abteilungen für Innere Medizin und Kinder- und Jugendmedizin.

Die Synergien und Spezialisierungen der Geburtshilfe und Frauenheilkunde legten die Chefärzte Dr. Christian Schindlbeck (Klinikum Traunstein) und Dr. Wolfram Turnwald (Kreisklinik Bad Reichenhall) dar, die eng zusammenarbeiten. In Reichenhall gab es im Vorjahr 490 Geburten, in Traunstein 1144. Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Häusern besteht auch in der Risikogeburtshilfe und mit dem Brustzentrum Traunstein-Reichenhall bei der Versorgung von Patienten mit Brustkrebs und gutartigen Brusterkrankungen. Behandelt wurden rund 250 Brustkrebsfälle. Gepflegt wird eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie Onkologie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Physiotherapie und niedergelassenen Ärzten.

Mit dem Thema „Klinische Infektiologie – was ist das?“ befasste sich mit Prof. Dr. Thomas Glück, Chefarzt der Inneren Abteilung der Kreisklinik Trostberg, ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Er bezeichnete eine Infektion als „Betriebsunfall des menschlichen Immunsystems“. Die Kunst bei der Behandlung sei unter anderem die richtige Verordnung des passenden Antibiotikums. Gerade in der klinischen Infektiologie sei die Kliniken Südostbayern AG sehr aktiv und wolle sich weiter engagieren.

Über aktuelle Herausforderungen im Gesundheitswesen berichtete Walter Langeneckervon der AOK-Zentrale München. Grundsätzlicher Handlungsbedarf bestehe allein schon deshalb, weil die Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung seit Anfang der 1990er Jahre immer mehr auseinander klaffen. Langenecker stellte neue Versorgungsformen für Kliniken, Belegärzte und niedergelassen Ärzte dar. Eine breite Diskussion nahm die Versorgung von deutschen Patienten in Österreich ein. Die Diskussionsteilnehmer wiesen auf die nicht bestehende Chancengleichheit hin, „da österreichischen Patienten die stationäre Behandlung in unseren Kliniken weiterhin verschlossen ist“.

Danach ging Langenecker auf Entwicklungen bei der Versorgung älterer Patienten in der Akutgeriatrie und der geriatrischen Rehabilitation ein, weil ein Großteil der Krankheitskosten von der wachsenden Gruppe der über 65-Jährigen verursacht wird. Die Landräte Hermann Steinmaßl (Traunstein) und Georg Grabner (Berchtesgadener Land) würdigten die hervorragende Versorgung Älterer in der geriatrischen Rehabilitation der Kreisklinik Trostberg. Besonders freute es sie, dass im Oktober eine weitere Abteilung für Geriatrische Rehabilitation in der Kreisklinik Berchtesgaden in Betrieb geht.
Artikel vom 29.07.10
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