Keine Spur vom Pumuckl

Aschau im Chiemgau. Für andere Menschen als den Meister Eder ist der Pumuckl unsichtbar. Leider hat das plötzliche Verschwinden einer zweieinhalb Meter großen Pumuckl-Figur in Aschau im Chiemgau wohl weniger mit dieser Eigenschaft der Trickfigur als mit gemeinem Diebstahl zu tun. Schon seit Samstag letzter Woche fehlt von dem lustig bunten Holz-Kobold jede Spur.
Mit seinem grün-gelb-roten Wohnwagen ist Schreiner Armin Krattenmacher nach Aschau angereist, um einen Teil der Ausstattung seines Pumuckl-Museums für den Hans-Clarin-Gedenktag zur Verfügung zu stellen. Gedankt wurde es ihm damit, dass ein zweieinhalb Meter hoher Holz-Kobold (rechts) gestohlen wurde. Foto: Tourist-Info Aschau
Extra für eine Gedenkveranstaltung zum fünften Todestag von Hans Clarin, der dem Pumuckl fürs Fernsehen seine Stimme geliehen hatte, war die Koboldfigur am Aschauer Ortseingang aufgestellt worden. Nicht Meister Eder, sondern einer seiner Schreiner-Kollegen aus dem Landkreis GarmischPartenkirchen, Armin Krattenmacher, hatte die Holzfigur in einem Baum befestigt. Er betreibt ein Pumuckl-Museum in seiner Heimatstadt, zu dessen Inventar auch der zweieinhalb Meter großer Pumuckl aus Holz gehört – zumindest bis zum vergangenen Samstag. Spontan stellte er seinen Riesen-Klabautermann zur Verfügung, weil er beim Reinfahren nach Aschau kein Plakat entdeckt hatte, das auf den Pumuckl-Tag aufmerksam machte. Gegen 11 Uhr hat er seinen Pumuckl an einem Baum befestigt. Als er ihn um ein Uhr nachts wieder abholen wollte, war die Figur aber verschwunden. Wie Herbert Reiter von der örtlichen Tourist-Info als Veranstalter des Clarin-Festtags schildert, muss man von einem dreisten Diebstahl ausgehen: Auf dem Boden lag durchgeschnitten die blaue Schnur, mit der der Kobold befestigt war, damit er nicht umfallen konnte. Außerdem deuteten Fußspuren am „Tatort“ auf mindestens zwei Täter hin. Und so ganz leicht kann es auch nicht gewesen sein, den 80 Kilo schweren Riesen-Pumuckl abzutransportieren. Nun hofft man auf Hinweise von Zeugen, auf das – vielleicht – schlechte Gewissen der Täter und darauf, dass es zumindest kein Einheimischer war, der den Kobold klammheimlich gestohlen hat.
Artikel vom 04.09.10
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