Irrgarten im Maisfeld

Von Andreas Falkinger
Altenmarkt. Muk Heigl lässt es sich nicht nehmen, selbst Hand – und Fuß – anzulegen: „40 Kilometer hab’ ich vor mir, wenn ich die Gänge ins Maisfeld schneide.“ Der Veranstaltungsorganisator wird im 113 000 Quadratmeter großen Maisfeld hinter dem Baumburger Gutshof oberhalb von Altenmarkt Bayerns größtes Maisfeldlabyrinth gestalten.
Mit Landschaftsgärtner Peter Jell fräste Organisator Muk Heigl (links) die ersten Bahnen ins Maisfeld. Foto: fal
Aus der Luft sollen das Baumburger Wappen, zwei Bierkrüge, ein Teller mit einerWurst, eine Bierflasche, das Keltenpferd und das Logo „Chiemgau – Bayerns Lächeln“ zu sehen sein. Mit einem Einachsschlepper wird Heigl das Feld bearbeiten.

Noch nicht einmal ein halbes Jahr ist vergangen, seit er und Klosterbrauerei-Geschäftsführer Dominik Tapper die Idee zur „MaisBase“ hatten. „Wir waren Mitte, Ende Februar auf der Autobahn in Richtung Nürnberg zur BioFach unterwegs. Wir haben überlegt, wie wir eine Attraktion schaffen können, die viele Leute nach Baumburg bringt. Und da sind wir aufs Labyrinth gekommen.“

Nicht irgendein Labyrinth – Bayerns größtes sollte es sein. Und weil das noch nicht reicht, sollten außergewöhnliche Veranstaltungen im Labyrinth stattfinden. „Kunst und Kultur für alle soll’s geben“, verspricht Heigl. Er nahm Kontakt zu regionalen Künstlern auf, von deren Werk er besonders beeindruckt ist – zu Ute Lechner, zu Hans Thurner und zu Walter Angerer dem Jüngeren. Die waren sofort dabei – Angerer wird beispielsweise mit einem seiner Fräsbilder eine markante Maultrommel-Plastik schaffen – Symbol der aktuellen Baumburger Kultur-Aktivitäten.

In der vergangenen Woche hat Heigl den ersten Testlauf gestartet: Unterstützt vom Garten- und Landschaftsbauer Peter Jellfräste er den ersten Gang ins Maisfeld. Damit Wappen, Keltenpferd und Bierkrüge auch zu erkennen sind, wurde das Feld exakt vermessen. GPS-gesteuert werden die Symbole mit dem Einachsschlepper herausgeschnitten. Dazu bedarf es noch einiger handwerklicher Arbeiten: Das GPS-Gerät und die Stromversorgung müssen am Schlepper montiert werden – weil die Konstrukteure des Schleppers den Einbau eines Navis eigentlich nicht vorgesehen haben. Heigl und die Ingenieure von der ing Traunreut GmbH sind aber überzeugt, dass sie auch diese technische Klippe umschiffen können.

„Die Größe des Labyrinths ist ergiebig für einen Tagesausflug und garantiert Spaß für die ganze Familie. Das Gelände ist ideal geeignet für Kindergarten- und Schulausflüge“, sagt Heigl. Den Eintrittspreis haben die Veranstalter mit 1,50 Euro bewusst gering gehalten – „jeder soll es sich leisten können, das NaturKunstwerk besichtigen zu können.“ Für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre ist der Eintritt frei.

Für Freizeitsportler wird ein rund zwei Kilometer langer Jogging-Pfad angelegt. Geplant sind geführte Nachtwanderungen, Spiele, Konzerte, kulturelle Veranstaltungen, Workshops, Wettbewerbe, Performances, ein Kettenkarussell garantiert ohne plärrende Jahrmarktsmusik und vieles mehr.

Das Programm in Bayerns größtem Maisfeldlabyrinth in Baumburg beginnt offiziell am Samstag, 21. August. Das Feld ist Ausgangspunkt – die MaisBase – für Hubschrauberundflüge über den Chiemgau. Solche Flüge werden am Sonntag, 22. August, ein weiteres Mal angeboten.

Candle-Mais-Dinners stehen an den Dienstagen von 24. August bis 28. September ab 19 Uhr im Mais-Base-Zelt auf dem Programm. Herbert Mayerhofer vom „Alten Wirt“ inSeeon serviert Pasta und Salate. Gerockt wird im Maisfeld auch, und zwar am Freitag, 27. August: Jesus Volt aus Paris führen ihren Bluesrock ins Feld. Sie gelten als die legitimen Nachfolger von ZZ Top. Die Musik von Jesus Volt ist eine Mischung aus Blues der 40er und 50er Jahre, Funk der 70er und einem guten Schuss Rock’n’Roll, jedoch immer offen für den Sound des 21. Jahrhunderts. Von Jimi Hendrix bis Steamhammer – Jesus Volt integrieren feinste BluesrockElemente in ihren Sound.

Eine intime musikalische Begegnung zweier hoch virtuoser Ausnahmemusiker steht am Freitag, 10. September, auf dem Programm, wenn Andima ein Konzert im Maisfeld geben. Andreas Hinterseher, Akkordeonist von Quadro Nuevo, und Martina Eisenreich, Violinistin von Wundergeige und Lauschgold, improvisieren.

Unter dem Titel ,,MaisStyle“ präsentiert Miss Chiemgau 2010, die Modeschöpferin Susanne Hausschmid, am Sonntag, 12. September, ab 19 Uhrunter anderem das ChiemgauDirndl, das sie mit Lesern Ihrer Lokalzeitung kreiert hat. Ebenfalls an diesem Sonntag wird unter dem Motto ,,Chiemgau macht den Rücken frei“ der Gewinner des Chiemgau-Radls ermittelt, das Chiemgau Tourismus, additive bikes und die Klosterbrauerei Baumburg verlosen. Ein weiteres Highlight des Tages: Saxofonist Michael Hornstein, seine Band und Percussionist Wolfgang Lohmeier werden mit Angerer dem Jüngeren ab 20.30 Uhr Musik und bildende Kunst verschmelzen – Motto: „The Thunder of Mais Art“.

Die Gruppe Baeck ln Town spielt am Freitag, 17. September, zum „Tanz in den Mais“ auf. Die drei Musiker präsentieren ein reichhaltiges Programm aus Cover-Songs der letzten fünf Jahrzehnte.

Ein Römer- und Keltenfest wird im Labyrinth am Sonntag, 19. September gefeiert. Das historische Spektakel findet auf dem Keltenpferd-Terrain statt: Dann wird ein großes Römer- und Keltengelage aufgebaut und mit Leben gefüllt. Mit von der Partie sind die Bedaius-Kelten aus Seebruck, die Bogenschützen der Gruppe Baios, die Legio II Italica, die österreichische Gruppe Alauni und der Clan Cuallaidh. Zwei Schmiede werden ihre Handwerkskunst demonstrieren, Mitglieder desKulturvereins Hilgerhof bringen den Gästen die Imkerei näher. Für die passende Musik sorgt die Gruppe Wooden Lords,  für Kinder gibt es ein Märchenzelt sowie betreute Arbeitsgruppen mit Lederflechten, Specksteinschnitzen, Münzprägen, Kettenflechten und mehr. Neben Lagerfeuerromantik warten diverse Handwerksdemonstrationen sowie eine Auswahl an historischen Marktständen auf die Besucher. Von Met bis zum römischen Schweinebraten ist für die passende Bewirtung gesorgt.

Das Autohaus Schlögl (Traunreut/Emertsham) präsentiert den neuen VW Sharan am Sonntag, 26. September, in der MaisBase.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.baumburger-maisbase.de.
Artikel vom 26.07.10
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