Los ging es mit dem Wintereinbruch bereits am Freitagnachmittag. Da sorgten die ersten starken Schneefälle für einen schweren Unfall in Bad Reichenhall: Glück im Unglück hatte eine 23-jährige Autofahrerin auf der Staatsstraße 2101 oberhalb des Antoniberg-Tunnels. Die Erdingerin war mit ihrem Toyota bei heftigem Schneetreiben im Auslauf einer langgezogenen Rechtskurve von der glatten Fahrbahn abgekommen, gegen ein großes Richtungsweiser-Schild geprallt und in den Straßengraben gerutscht. Sie kam mit leichten Verletzungen davon. Da der Unfall zunächst im Bereich der B21 bei Melleck gemeldet worden war, suchte die Hubschrauber-Besatzung das Gebiet aus der Luft ab, wurde aber nicht fündig. Auf der Anfahrt nach Melleck fand die Reichenhaller Rettungswagen-Besatzung zeitgleich den eigentlichen Unfallort unmittelbar nach dem Antoniberg-Tunnel und übernahm sofort die medizinische Versorgung der verletzten Frau. Am Auto entstand Totalschaden von rund 12 000 Euro.
Bereits Freitagfrüh um 7.30 Uhr war eine 21-jährige Reichenhallerin in Bayerisch Gmain in den Weißbach gerutscht, wo der Pkw auf der Seite liegen blieb. Wie durch ein Wunder konnte sich die Autolenkerin unverletzt aus dem Autowrack befreien. Überhaupt hatte die Bad Reichenhaller Polizei ein regelrechtes Winterchaos zu beklagen mit zahlreichen weiteren Unfällen – am Freitag unter anderem am Antoniberg, wo eine 56-jährige Freilassingerin in die Felsmauer prallte, und in Bad Reichenhall am Angerl, wo ein Lkw, dessen Fahrer keinen Führerschein hatte, mit einem Pkw kollidierte. Am Samstag hatte eine 24-jährige Italienerin Glück im Unglück, als sie um 8.55 Uhr mit ihrem Auto auf der B 21 zwischen Bad Reichenhall und Baumgarten von der Fahrbahn abkam, mehrere Bäume streifte und an der Uferböschung zur Saalach zum Stehen kam. Sie blieb unverletzt. Noch etwa zu einem halben Dutzend weiterer Unfälle mit viel Blech- aber kaum Personenschaden musste die PI Bad Reichenhall am Samstag ausrücken:
Vier Leichtverletzte forderte am Samstagvormittag ein Un-fall in Rabenden. Eine 18-Jährige fuhr aus Richtung Kienberg kommend nach Rabenden. An der Einmündung in die B 304 konnte sie auf glatter Fahrbahn nicht mehr rechtzeitig anhalten und rutschte in den Einmündungsbereich. Dort prallte sie mit dem Auto einer 34-Jährigen zusammen. Die Verursacherin wie auch alle drei Insassen im anderen Fahrzeug wurden leicht verletzt ins Krankenhaus Trostberg eingeliefert. An den Autos entstand 17 000 Euro Schaden.
Drei Unfälle waren am Samstagnachmittag auf der A8 zu verzeichnen. Alle gingen glimpflich ab. Am Beginn des Teisenbergs kam ein 60-jähriger Hesse mit seinem Auto ins Schleudern und blieb auf der rechten Fahrspur liegen. Fast zeitgleich landete ein 67-jähriger Pole bei Siegsdorf mit seinem Audi A8 im Straßengraben. Kurz nach 15 Uhr zogen heftige Schneefälle über den gesamten Dienstbereich, die insbesondere den unzureichend ausgerüsteten Schwerfahrzeugen in den Steigungsbereichen zum Verhängnis wurden. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Räum- und Streudienste konnten auch die liegengebliebenen Wagen nach kurzer Zeit ihre Fahrt fortsetzen. Allerdings führten die Behinderungen und das große Verkehrsaufkommen zu erheblichen Stauungen, die bis an die bayerisch-österreichische Grenze reichten. In einem dieser Staus kam es kurz nach 16 Uhr bei Piding noch zu einem Auffahrunfall mit 3000¤ Euro Schaden.
Mit Blechschaden gingen die zahlreichen Unfälle im Dienstbereich der Polizeiinspektion Burghausen ab. In Burghausen schleuderte gegen 9 Uhr ein VW Touran am Ludwigsberg in einen entgegenkommenden Pkw. Gegen 19.50 Uhr rutschte ein 27-jähriger Fahrer mit seinem Opel in den Graben, als er von Haiming kommend an der Bundesstraße 20 in Richtung Marktl abbog. Andere Fahrzeuge hielten an, so kam es noch zu einem Auffahrunfall, bei dem ein 24-Jähriger leicht verletzt wurde. Zur gleichen Zeit kam von Burghausen kommend, etwa zwei Kilometer vor der Unfallstelle, ein Toyota ins Schleudern, und blieb quer auf der Straße stehen. Der nachfolgende Fahrer eines Reisebusses wollte an dem stehenden Pkw langsam rechts vorbeifahren. Der dahinter fahrende Opel-Lenker erkannte dies zu spät und stieß mit der rechten vorderen Breitseite gegen die linke Heckseite des Bus-ses. Auch in Tyrlaching-Oberbuch waren die Straßen spiegelglatt. Hier erschrak gegen 22.40 Uhr die Fahrerin eines Audi, als der Pkw ins Rutschen kam. Sie verriss das Lenkrad und rutschte in den Graben, wobei sie gegen das Ortsschild von Oberbuch prallte. Schaden: 500 Euro.
Im Bereich der PI Laufen gab es am Samstag viele Schnee- und Glatteisunfälle. Unter anderem prallte gegen 10 Uhr eine 83-jährige Fridolfingerin mit ihrem Ford zwischen Pietling und Fridolfing gegen einen Baum und wurde leicht verletzt. Ohne Führerschein baute ein 28-Jähriger gegen 10.15 Uhr in Tittmoning am Kayberg eine Unfall. Er rutschte mit dem Fahrzeug gegen ein Brückengeländer, im Besitz einer Fahrerlaubnis war er nicht. 30 000 Euro Sschaden gab es, als ein 46-jähriger Salzburger mit seinem Mercedes auf der B 20 in Nonnreit über eine Verkehrsinsel schlitterte.
In den Graben, in den Bach, gegen Schilder
Südostbayern (tt). Hunderte Verkehrsunfälle bei Schnee und Eis gab es am Wochenende in Bayern. Besonders betroffen vom erneuten Wintereinbruch waren die Oberpfalz und Oberfranken. Aber auch in Südostbayern waren Polizei und Rettungskräfte im Dauereinsatz, wobei es im Bereich Bad Reichenhall besonders oft krachte.
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