Gewerbegebiet neben Obinger Sportplatz?

Obing (ig). Schon in mehreren Sitzungen des Obinger Gemeinderats war die dringende Notwendigkeit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes betont worden. Nun stellte Felix Brand vom Ingenieurbüro ing Traunreut dem Gremium die Ergebnisse einer Studie zur Standortwahl vor.
Den mit einer roten Linie umgrenzten Standort östlich vom Sportplatz bis an die Staatsstraße nach Seebruck heran favorisieren Räte und Ingenieurbüro für ein Gewerbegebiet. Plan: Ingenieurbüro ing
Er sei von einer Zielgröße von vier Hektar ausgegangen, erläuterte Brand, und habe insbesondere die Anbindung an bestehende Siedlungsstrukturen und an Hauptverkehrswege berücksichtigt. So müsse auf jeden Fall die Nähe zur B 304 oder zur Staatsstraße 2094 gesucht werden. Bei seinen Untersuchungen hatten sich vier mögliche Standorte herauskristallisiert: Östlich vom Sportplatz bis an die Staatsstraße nach Seebruck heran, westlich von Bernhaiming, bei Irlham unmittelbar an der B 304 und östlich von Frabertsham.

Die Anbindung an bestehende Siedlungen sei zwar in allen Fällen gegeben, doch im Falle von Bernhaiming und Irlham sei die gegebene Wohnbebauung zu klein im Verhältnis zu dem sich entwickelnden Gewerbegebiet, so dass die Regionalplanungsbehörden das Anbindungsgebot als nicht erfüllt werten würden. Frabertsham stehe zwar im richtigen Verhältnis zu dem anvisierten Gewerbegebiet, würde aber mit der Wohnbebauung direkt angrenzen, was die Nutzung des Gewerbegebiets einschränken würde. Aus Sicht des Planungsbüros bietet sich in erster Linie der Standort östlich des Sportplatzes an. Hier sei die erforderliche Siedlungsnähe gegeben, andererseits bilde der Sportplatz eine Art Puffer zur Wohnbebauung, da er selbst als (lärm)emissionsauslösend gilt. Die Verkehrsanbindung sei optimal. Möglichen Konflikten wegen der Lage am Ortseingang könne man durch ausgiebige Eingrünung entgehen. Naturschutzfachliche Bedenken wegen eines angrenzenden Kiebitzbrutgebietes könnten durch Umsiedelung ausgeräumt werden – durch Anschluss an ein größeres und höherwertigeres Brutgebiet auf der anderen Seite der Staatsstraße.

Die Ratsmitglieder begegnen diesem Standortvorschlag überwiegend positiv. Richard Mitterer befürchtet Einschränkungen für die Ausweisung weiteren Wohngebiets in diesem Bereich und für eine eventuelle Erweiterung des Sportplatzes. Nach Meinung des Planers schützt aber gerade die Lage am Sportplatz vor Konflikten mit bestehender und künftiger Wohnbebauung. Wenn man zunächst nur den südlichen Teil der östlichen Teilfläche des insgesamt 9,7 Hektar großen Areals als Gewerbegebiet ausweise und überplane, habe man noch längere Zeit Spielraum für andere Nutzungen, zum Beispiel für den Sport. Andreas Voderhuber sieht einen großen Vorteil darin, dass die Gemeinde erst einmal mit 3,5 bis 4 Hektar klein anfangen, später aber auf weiteren Bedarf eingehen kann. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen in Ortsnähe werde Verkehr vermieden. Thomas Breu unterstützt diesen Standpunkt. Er meinte, dass mit mehr Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft in Beziehung auf Gewerbeansiedlungen noch mehr für Arbeitsplätze in der unmittelbaren Umgebung getan werden könnte.

Die Gemeinde wird nun bei der Regierung von Oberbayern eine Voranfrage starten, inwieweit ein Gewerbegebiet an dem vorgesehenen Standort genehmigungsfähig ist. Grunderwerbsverhandlungen können parallel dazu bereits angegangen werden. Laut Landesentwicklungsprogramm dürfe die käufliche Verfügbarkeit des Grundes kein Kriterium für die Bauleitplanung sein, erklärte Felix Brand.
Artikel vom 10.02.12
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