Fleißige Helfer wirken im Hintergrund

Stein/Traun (mix). So mancher Besucher der Steiner Höhlenburg blickt dieser Tage verwundert drein, wenn er im Schlosshof plötzlich den Ritter Heinz vom Stein höchstpersönlich inmitten einer mittelalterlich gekleideten Menschenmenge sieht. Möglich wird dies durch die Proben zu den Steiner Spielen, die jetzt, eine Woche vor der Premiere, täglich stattfinden.
Irmtraud Pichler ist bei den Steiner Spielen für die Kostüme verantwortlich. Hier bringt sie noch letzte Verbesserungen am Kostüm von Catarina Wimmer an, die das Mädchen Nadir darstellt, die Geliebte, die Heinz aus dem Morgenland mitbringt. Foto: mix
Rund 80 Mitwirkende sind seit Wochen und Monaten mit den Proben und Vorbereitungen für das Stück „Heinz vom Stein – der Wilde“ beschäftigt. Doch nicht nur die Darsteller müssen ihren Text lernen und bei den Proben den reibungslosen Ablauf üben. Auch hinter den Kulissen wird fleißig geplant, geschneidert, gebaut, gerechnet und vieles mehr. All das sind Arbeiten, von denen die Besucher nicht viel merken werden, wenn sie ab 29. Mai das mittelalterliche Spektakel im Schlosshof genießen.

„Ich bin für die Gesamtorganisation verantwortlich“, berichtet Berta Berthold, stellvertretende Vorsitzende des Theaterchens „O“, kurz und knapp und meint, damit ist alles gesagt. Was aber hinter dem einen Wort Gesamtorganisation alles steckt, kommt erst im Laufe des Gespräches genauer heraus.

Dazu gehören so vielfältige und zeitintensive Aufgaben wie das Beantragen der notwendigen Genehmigungen bei den Behörden und das Kontrollieren der Einhaltung von Auflagen,das Organisieren von ausreichenden Parkflächen, die Absprache mit dem Wirt wegen der Bewirtung der Besucher, die Sorge um Plätze und Toiletten für Besucher mit Behinderungen, die Kontrolle über den Vorverkauf, um eventuell noch Werbemaßnahmen nachzuschieben und vieles, vieles mehr, was hier gar nicht alles aufgezählt werden kann. Und dazu kommen noch, sobald Berta Berthold bei einer der Proben auftaucht, kleinere und größere Problemchen, die die Darsteller an sie herantragen und für deren Lösung sie bestmöglich sorgt.

Dass bei den Steiner Spielen am Ende hoffentlich auch die Kasse stimmt, dafür sorgt Uschi Hefele, die seit 22 Jahren als ehrenamtliche Kassiererin beim Verein Theaterchen „O“ tätig ist. Sie ist für die gesamte Buchführung und für die Abwicklung der Abendkasse verantwortlich, für das Bereitstellen von Wechselgeld und die Auflistung jedes einzelnen Betrages. Nebenbei spielt sie auch noch selber als Elsbeth in dem Stück mit. Das ist übrigens die gleiche Rolle, die sie schon bei den ersten Steiner Spielen im Jahr 1987 spielte.

Der Vorverkauf der Eintrittskarten liegt in den erfahrenen Händen von Edith Huber. Sie managt den telefonischen Kartenverkauf, sorgt dafür, dass an der Verkaufsstelle im TopShop in Stein genügend Karten vorrätig sind und ist auch für das Kontingent der Freikarten zuständig. Als Schriftführerin des Vereins muss sie zudem den ganzen Schriftverkehr erledigen, da alle Mitglieder und Honoratioren schriftlich zu den Spielen eingeladen werden.

Eine besonders wichtige Rolle hat auch Irmtraud Pichler inne, die schon seit Dezember letzten Jahres an den vielfältigen Kostümen arbeitet, die für alle Darsteller gebraucht werden. In Absprache mit Regisseur Hans Peter Schmidt und dessen Sohn Korbinian, gelernter Bühnen- und Kostümbildner, suchte sie aus dem reichen Fundus des Theaterchen „O“ passende Kostüme heraus, die sie entsprechend den Anforderungen abänderte.

Was nicht schon vorhanden war, schneiderte sie neu, so auch das aufwändige Kostüm des Ortenburgers. Nun ist Irmtraud Pichler aber lange nicht fertig mit ihrer Arbeit. Bei den Proben ist sie mit anwesend, weil sie hier noch schnell eine Hose weiter machen oder dort noch etwas flicken und beim nächsten dafür sorgen muss, dass das Kostüm nicht immer verrutscht.

Margret Ficker und Maria Mayer in der Maske schminken die Darsteller so geschickt, dass ihnen der zeitliche Unterschied von 20 Jahren zwischen den Akten deutlich anzusehen ist.

Dass mit der Beleuchtung alles stimmt und die Darsteller im Schlosshof im rechten Licht stehen, dafür ist Klaus Sittmann als Lichttechniker zuständig. Zusammen mit einigen Helfern richtet er die Strahler und setzt sein ganzes technisches Können ein. Ein solch fleißiger Helfer ist Ludwig Berthold, der überall mit hinlangt, wo es nötig ist. Er fährt auch mal rasch zum Baugeschäft, um noch fehlendes Material zu holen, und ist mit dabei, wenn die Bauaufsicht des Landratsamtes die Bühne abnimmt.

Weitere rührige Helfer mit vielfältigen handwerklichen Fähigkeiten sind Erich Wernhöfer von den Burgfreunden, Albert Härtl, Dieter Rades und Erwin Huber, die mit Schreinerarbeiten, Bühnenarbeiten, dem Anfertigen eines Eingangstors und diversen Einrichtungen für Maske oder Umkleide beschäftigt sind.

Aber nicht nur die Mitglieder des Theaterchen „O“ helfen eifrig und ohne Unterlass mit, dass die Steiner Spiele 2009 zu einem großartigen Erfolg werden. Auch viele Nachbarn in Stein und zahlreiche Helfer, die mal hier und mal dort mit kleinerenHandgriffen und Gefälligkeiten zupacken, ermöglichen es überhaupt erst, dass dieses große Schauspiel stattfinden kann.

Denn wenn die Veranstalter für jede dieser vielen kleinen Tätigkeiten jemanden bezahlen müssten, dann könnten die Steiner Spiele schon aus finanziellen Gründen niemals durchgeführt werden.
Artikel vom 25.05.09
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