„Gastgeberin“ der Fledermäuse ist die Ärztin Christine Schachenmeier, die sich seit rund 15 Jahren um verletzte oder schwache Tiere kümmert. Sie ist Mitarbeiterin der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Südbayern. Unzählige Fledermaus-Patienten sind bei ihr schon aufgezogen und, wenn möglich, auch wieder ausgewildert worden.mit ihren eindrucksvollen Zähnchen ausreichend oft fotografiert worden war, hatte sie offenbar keine Lust mehr, nochmals in ihre Kiste zurückzukehren. Vielmehr flog sie von der Hand von Christine Schachenmeier in die Luft und drehte im Esszimmer unermüdlich ihre Runden und ließ sich auch so ohne weiteres nicht mehr einfangen. Schachenmeier trug’s mit Fassung: „Die ist superfit.“ Um die brauche sie sich keine Sorgen zu machen, dass sie auch in freier Wildbahn zurechtkommt.
Warum diese etwa zwei Monate alte „Mausi“, wie Schachenmeier ihre Viecherl liebevoll nennt, überhaupt zu ihr gekommen ist? Der Bartfledermaus ist es ergangen wie vielen anderen, die in den Kuhställen Insekten jagen. „Da sind diese Leimdinger gegen Fliegen“, sagt Schachenmeier, „und da hängen sie dann dran, kommen nicht mehr weg und zappeln und schreien, und die Bauern finden sie in der früh.“ Und da die Bauern natürlich die „Feldermaus-Doktorin“ kennen, bringen sie ihr dann die hängengebliebenen Tierchen vorbei oder sie kommt zu den Bauern und löst die Fledermäuse vorsichtig ab.“
Die Bartfledermaus hatte großes Glück, dass sie bald gefunden wurde und Christine Schachenmeier gleich kommen konnte: „Sie ist optimal versorgt worden. Ich habe den ,Batz‘ gleich aus dem Fell abgeputzt. Dadurch konnte sie nicht soviel Gift schlecken.“ Die Fledermaus-Doktorin ärgert sich: Überall auf den Verpackungen dieser „fly catcher“ sei zu lesen, dass sie ungiftig seien. Das glaubt sie nicht: „Die sind sicher giftig.“ Und deswegen sucht sie auch, obwohl das mitunter sehr schwierig ist, den Kontakt mit den Herstellerfirmen.
Nicht alle „Mausis“ sind so fit wie die nun in die freie Wildbahn entfliegende Bartfledermaus: So knabbert die mit überdimensional großen Ohren ausgestattete Zwergfledermaus „Langohr“ an einem Mehlwurm. Sie ist noch schwach und darf länger im Haus bleiben, vielleicht sogar über den Winter. „Mitte September müssen die Fledermäuse eigentlich in ihr Winterquartier“, sagt Christine Schachenmeier. „Denn wenn sie freigelassen werden, müssen die Tiere auch noch genügend Zeit haben, sich in freier Natur zu akklimatisieren, sich eine Speckschicht anzufuttern. Das wird in dem Fall dann wohl erst im Mai nächsten Jahres sein.“gebaut. Hier können die Fledermäuse nach Herzenslust fliegen. Darin befinden sich Kästen, in die sich die Fledermäuse zum Schlafen zurückziehen können, und auch ein altes Backblech: „Da kommt jetzt das Wasser rein, damit die im Flug Wassertrinken üben können.“ Denn die jungen Viecherl müssen oft das Fliegen erst so richtig lernen, und in der Voliere können sie gut üben und trotzdem nicht entwischen.
Flugtraining – das braucht auch das „Langohr“. Sie macht zwischendurch hektische Flugversuche in der Küche, aber zu mehr als einer Landung ganz oben auf einem Küchenschränkchen reicht es noch nicht. Da wird sie von Christine Schachenmeier dann vorsichtig wieder runtergeholt.
Das Thema für das Bayerische Fernsehen bearbeitet hat BRMitarbeiterin Monika Messner aus der Gemeinde Wonneberg. Sie hat die Kontakte zur Fledermaus-Expertin Schachenmeier geknüpft. In dem Film enthalten ist auch eine 30-sekündige Sequenz, die Dietmar Nill, ein Naturfilmer aus Tübingen, mit Highspeed-Kamera und Infrarotlicht aufgenommen hat. Gedreht wurde um die Wallfahrtskirche Maria Mühlberg herum, beim Betrieb Leitenbacher in Mörnberg bei Petting und bei Christine Schachenmeier.
Fledermäuse als „Fernsehstars“
Von Hans Eder
Taching am See. Ein entzückender Anblick, die kleinen „Vampire“, wie sie bei ihrer menschlichen Mama auf der Hand sitzen und furchterregend die Zähne fletschen. Oder sich einen Mehlwurm schmecken lassen. So sieht’s aus bei einem tierischen Abendessen in der Einöde Schröckenbauer in der Gemeinde Taching am See, wo auch die winzigen Fledermäuse „zu Tische“ sind. Zu sehen am morgigen Freitag, 3. September, 19 Uhr, im Bayerischen Fernsehen in der Sendung „Unser Land“ (Wiederholung am Samstag, 4. September, 11.45 Uhr).
Taching am See. Ein entzückender Anblick, die kleinen „Vampire“, wie sie bei ihrer menschlichen Mama auf der Hand sitzen und furchterregend die Zähne fletschen. Oder sich einen Mehlwurm schmecken lassen. So sieht’s aus bei einem tierischen Abendessen in der Einöde Schröckenbauer in der Gemeinde Taching am See, wo auch die winzigen Fledermäuse „zu Tische“ sind. Zu sehen am morgigen Freitag, 3. September, 19 Uhr, im Bayerischen Fernsehen in der Sendung „Unser Land“ (Wiederholung am Samstag, 4. September, 11.45 Uhr).
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