Dieser sportliche Zeitplan wurde am Dienstagabend von der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH beim Baggerstich, dem offiziellen Startsignal für das Großprojekt, präsentiert. Das geplante geothermische Kraftwerk wird Strom und Wärme mit einer Leistung von bis zu 5,5 Megawatt elektrisch und maximal 12 Megawatt thermisch erzeugen. Investiert werden dabei über 50 Millionen Euro. Bis zum September wird der künftige Standort an der Staatsstraße 2104 gegenüber des Rinke-Kieswerks im Nordwesten Traunreuts für die Bohrarbeiten vorbereitet. „Die Bohranlage ist derzeit noch in Kirchweidach im Einsatz, wenn sie dort fertig sind, wird sie nach Traunreut umgesetzt“, erklärte Thomas Neu, Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH (GTK), beim Baggerstich.
Bis zum Jahresende soll dann das bis zu 130 Grad heiße Thermalwasser in maximal 5000 Meter Tiefe gefunden werden. Traunreut ist aufgrund seiner Lage im Bayerischen Molassebecken laut der Betreibergesellschaft „ein hervorragender Standort“ für ein geothermisches Kraftwerk. Nach den bisherigen Untersuchungen liege die Wahrscheinlichkeit, dass eine geeignete heißes Thermalwasser führende Kalksteinschicht von rund 4300 Meter unter Geländeoberkante gefunden wird, bei 85 Prozent.
Ist die erste Bohrung erfolgreich, soll bis Pfingsten kommenden Jahres die zweite Bohrung durchgeführt werden, damit das genutzte Thermalwasser wieder in die Kalksteinschicht zurückgeführt werden kann. Noch im Frühjahr soll zudem der Bau des eigentlichen Kraftwerks beginnen, denn bereits im Herbst kommenden Jahres will die Gesellschaft Fernwärme an die Stadt liefern. In Traunreut wird ein Fernwärme-Lieferant seit langem sehnlichst erwartet, weil die Kapazitäten des derzeitigen Lieferanten Evonik ausgeschöpft sind. Gleichzeitig gibt es viele neue Interessenten im Stadtgebiet, die gerne ans Fernwärmenetz anschließen möchten. Laut Bürgermeister Franz Parzinger wurde mit der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut ein WärmeLiefervertrag mit 20 Jahren Laufzeit abgeschlossen. Angaben zum ausgehandelten Preis wurden nicht gemacht. Parzinger versicherte aber gegenüber Ihrer Lokalzeitung, dass die Konditionen nicht schlechter seien als der durchschnittliche Evonik-Preis. Im zweiten Quartal 2013 soll das Geothermiekraftwerk soweit fertiggestellt sein, dass auch Strom erzeugt werden kann. Laut Neu sind die Lieferverträge mit dem Energiekonzern Eon bereits abgeschlossen. Die Kapazität des Kraftwerks reicht zur Fernwärmeversorgung von bis zu 2200 Haushalten und zur Stromversorgung von bis zu 10 000 Haushalten.
Bürgermeister Franz Parzinger freute sich, dass mit dem Start der Bauarbeiten auf dem Kraftwerksgelände ein „Leuchtturm-Projekt“ im Stadtgebiet angegangen wird: „Das ist ein eindeutiges Signal, dass wir auf die Energiewende setzen. Ich freue mich, dass durch die Fernwärme auch die Bürger der Stadt profitieren.“ Generell sei die Geothermie für die Energiewende auch deshalb so wichtig, weil sie für die Grundlastversorgung sehr geeignet sei.
Dr. Raimund König, Geschäftsführer der Grünwald Equity Geothermie GmbH, deren Tochter die Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH ist, pries ebenfalls die Vorteile der Geothermie-Technik an: „Sie ist unbegrenzt verfügbar, wird lokal ohne lange Leitungswege angeboten, ist kohlendioxidfrei und hat einen kleinen Platzbedarf. Das Kraftwerk in Traunreut benötigt nur die Fläche eines halben FußballFeldes.“ Durch die lange Erfahrung im Bergbau gebe es in Deutschland auch genügend fachliches Know-How. Seinen Angaben nach seien in Deutschland rund 120 hydrothermale Geothermie-Kraftwerke geplant, davon 60 in Bayern: „Das Traunreuter wird im Freistaat das zehnte Kraftwerk sein. Wir hoffen, dass inzwischen alle Anfängerfehler gemacht worden sind und wir davon profitieren.“
König versicherte außerdem, dass in Deutschland durch Geothermie-Kraftwerke 50 Prozent des Strombedarfs und die komplette Wärmeversorgung gedeckt werden könnten: „Die Technik wird also definitiv unterschätzt.“ Für sein Unternehmen sei Traunreut erst der Beginn der Investition in diese Technologie. Vor Monaten hatte er bereits angekündigt, bis zu fünf Geothermie-Kraftwerke bauen zu wollen.
Fernwärme für Traunreut
Von Herbert Reichgruber
Traunreut. Von der Idee, ein Geothermiekraftwerk in Traunreut zu bauen, bis zum Start hat es sechs lange Jahre gedauert, doch nun soll es sehr schnell gehen: Nach dem Baggerstich am Dienstagabend sollen im September die Bohrungen beginnen und bereits ein Jahr später Fernwärme für Traunreut geliefert werden. Ein halbes Jahr später soll das Kraftwerk auch Strom liefern.
Traunreut. Von der Idee, ein Geothermiekraftwerk in Traunreut zu bauen, bis zum Start hat es sechs lange Jahre gedauert, doch nun soll es sehr schnell gehen: Nach dem Baggerstich am Dienstagabend sollen im September die Bohrungen beginnen und bereits ein Jahr später Fernwärme für Traunreut geliefert werden. Ein halbes Jahr später soll das Kraftwerk auch Strom liefern.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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