Beeindruckend waren für viele der rund 120 Gäste des Meißelschlags nicht nur die gigantischen Ausmaße des Bohrplatzes und der Bohranlage selbst; so mancher mochte auch kaum glauben, dass während des Festaktes die Bohrung weiterlief, denn zu hören war davon kaum etwas. Doch Thomas Neu, Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut, versicherte der Lokalredaktion, dass seit dem Bohrbeginn am 16. Januar der Bohrmeißel mittlerweile in 1010 Meter Tiefe angelangt ist. Deshalb war der gemeinsame Knopfdruck nurmehr ein symbolischer Akt. Dennoch bot der Festakt die passende Gelegenheit, die Bedeutung und Dimension des Projekts zu erläutern.
So werden in die Anlage bei einem Erfolg bis 2014 rund 65 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt von Investoren, die die Muttergesellschaft Grünwald Equity Geothermie GmbH gewonnen hat. Deren Geschäftsführender Gesellschafter Dr. Raimund König war mit einigen Investoren nach Traunreut gekommen, und er betonte, dass bei allen Voruntersuchungen doch auch eine gehörige Portion Risiko in dem Unternehmen stecke: "Hier ist erheblicher unternehmerischer Pioniergeist gefordert. Grünwald Equity als mittelständische Unternehmensgruppe ist einer von bislang wenigen privaten Betreibern geothermischer Anlagen. Würde die Allgemeinheit nur auf die großen Energieversorger setzen, dann müssten wir alle länger auf die tiefe Geothermie warten."
Zuletzt war dieses Risiko am bisherigen Standort des Bohrturms in Kirchweidach deutlich geworden, wo zwar die erste Bohrung erfolgreich war, diezweite Bohrung für die Rückführung des Wassers aber erst auf den zweiten Versuch gelang. Diese Verzögerung wurde auch gestern nicht verschwiegen. Thomas Neu betonte aber, dass nun mit umso mehr Elan die Arbeiten in Traunreut begonnen hätten.
Neu verdeutlichte auch die Vorteile der Geothermie: "Das ist unsere Energie, die uns kein Zar und kein Scheich nehmen kann, sie ist preislich kalkulierbar, geopolitisch unabhängig, braucht wenig Platz und ist klimaneutral." Ausdrücklich dankte Neu auch Klaus-Dieter Giese, der bereits 2005 die Idee eines Geothermiekraftwerks in Traunreut geboren hatte. In Folge der Finanzkrise war der eigentlich schon für 2008 geplante Bohrbeginn durch ein anderes Unternehmen zwar geplatzt, aber die Idee wird nun von der neuen Gesellschaft umgesetzt.
Wie Neu betonte, soll nun die erste Bohrung im April in 5000 Meter Tiefe enden. Dann wird ein erster Pumpversuch unternommen. Anschließend könnte die zweite Bohrung beginnen, die im September mit dem zweiten Pumpversuch enden soll. Im Oktober sei dann ein erster Zirkulationstest geplant. Ist bis dahin der Bauvorbescheid für das eigentliche Kraftwerk erteilt, sollen noch in diesem Jahr die Fundamente des Kraftwerks gesetzt werden.
Bis zum Herbst 2013 soll dann die Wärmelieferung an die Stadtwerke Traunreut möglich sein. Die Stadtwerke werden bis dahin eine 750 Meter lange Verbindungsleitung bis zum Anbindepunkt in der Theodor-KörnerStraße verlegen. Die neue Fernwärmequelle wird im Stadtgebiet schon sehnlichst erwartet: "Wir stehen praktisch mit angezogener Handbremse bereit und können sofort loslegen", versicherte Wilhelm Helmdach, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke. Nach Angaben des Technischen Stadtwerke-Leiters Franz Hagenauer bietet die Geothermie die Möglichkeit, bis zu 3000 Wohnungen in Traunreut mit Fernwärme zu versorgen. Wie Bürgermeister Franz Parzinger sagte, werden derzeit schon rein rechnerisch 4000 Haushalte in der Stadt mit Fernwärme beliefert. Er betonte gestern: "Der Entschluss für die Geothermie in Traunreut hängt auch mit unserem modernen Fernwärmenetz zusammen. Mit dem Beschluss, die Wärmeversorgung Süd aufzubauen, wurde auch der Grundstein für das Geothermie-Projekt gelegt." Parzinger gab sich jedenfalls überzeugt: "Das Traunreuter Geothermie-Kraftwerk ist ein Leuchtturm-Projekt, das in Zeiten der Energiewende richtungsweisend ist."
Landrat Hermann Steinmaßl lobte das Kraftwerk als einen entscheidenden Schritt zum erklärten Ziel des Landkreises Traunstein, bis 2020 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dazu sei ein Energiemix aus Wasser, Biomasse, Geothermie, Sonne und Windnötig. Die Geothermie sei ein wichtiger Baustein, da sie an 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr zur Verfügung stehe: "Für die Energiewende brauchen wird diese grundlastfähigen Formen erneuerbarer Energien!" Er forderte den Freistaat auf, mit Landesbürgschaften für die Bohrung das Fündigkeitsrisiko kalkulierbarer zu machen. Steinmaßl fügte hinzu: "Ich hoffe, dass im Landkreis noch weitere Kommunen auf den Zug aufspringen und die vorhandenen Potenziale in Sachen Geothermie ausschöpfen. Es bestehen bereits Planungen beziehungsweise Anfragen für Schnaitsee, Nußdorf und rund um Traunstein."
In Traunreut gilt es nun die Ergebnisse der Bohrungen abzuwarten. Läuft alles optimal, kann nach der Fernwärmelieferung ab Herbst 2013 im Frühjahr 2014 die Stromproduktion beginnen.
Erste 1000 Meter sind schon geschafft
Von Herbert Reichgruber
Traunreut. Mit dem symbolischen Akt eines "Meißelanschlages" wurde gestern der offizielle Startschuss für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks in Traunreut gegeben. Dazu waren nicht nur politische Vertreter aus Stadt und Landkreis, sondern auch die Investoren und beteiligten Firmen nach Traunreut gekommen. Die Bohrung selbst hat längst begonnen, und die Meißel sind nach zwei Wochen bereits bis in eine Tiefe von 1000 Metern vorgedrungen.
Traunreut. Mit dem symbolischen Akt eines "Meißelanschlages" wurde gestern der offizielle Startschuss für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks in Traunreut gegeben. Dazu waren nicht nur politische Vertreter aus Stadt und Landkreis, sondern auch die Investoren und beteiligten Firmen nach Traunreut gekommen. Die Bohrung selbst hat längst begonnen, und die Meißel sind nach zwei Wochen bereits bis in eine Tiefe von 1000 Metern vorgedrungen.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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