Die Veranstaltung fand beachtliche Resonanz, rund 30 Kommunalpolitiker verschiedener Parteien wollten sich zum Thema umweltschonende und nachhaltige Heizanlagen informieren. CSU-Kreisrat Andreas Bratzdrum, der die Fahrt organisiert hatte, erklärte, dass eine umweltschonende und nachhaltige Energieversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen eines der wichtigsten Themen einer vorausschauenden, nachhaltigen Kommunalpolitik in den nächsten Jahren sein wird und sowohl in ökologischer, wirtschaftlicher wie auch in sozialer Hinsicht ein wichtiges Standortkriterium für eine Kommune und für den Landkreis werden könne.
Die Fahrt begleitete Dr. Erich Ortmaier, Akademischer Direktor a. D. der TU München, der sich bereits seit über 20 Jahren mit dem Thema erneuerbare Energien befasst. Ortmaier sagte, dass Energie die Voraussetzung für Wohlstand sei und nach einer Prognose der Weltbank der Weltenergiebedarf massiv ansteigen werde. Die Folgen dieser Entwicklung seien eine steigende Umweltverschmutzung, steigende KohlendioxidEmissionen und eine weitere Erwärmung der Atmosphäre. „Deshalb müssen wir gegensteuern durch effizienten Einsatz von Energie, effektives Energiesparen und den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien“, so Ortmaier.
Auf die Frage von Kreisrätin Barbara Irl, welche erneuerbaren Energien in Zukunft im Hinblick auf Wirkungsgrad und Zuverlässigkeit die größte Rolle spielen werden, erläuterte Ortmaier, dass dies sicherlich die Erzeugung von Strom aus Biomasse sei. Bei Stromerzeugung durch Sonne und Wind bestehe das Problem, dass auch dann Strom benötigt wird, wenn keine Sonne scheint oder kein Wind weht. Deshalb müssten immer andere Kraftwerke die Grundlastversorgung sicherstellen. „Ein großer Vorteil der Biomasse ist die Speicherfähigkeit. Die Energiegewinnung ist steuerbar und Kohlendioxid-neutral“, sagte Ortmaier.
Am Beispiel eines Einfamilienhauses zeigte Ortmaier der Traunsteiner Delegation den finanziellen Vorteil der Nahwärmeversorgung gegenüber fossilen Brennstoffen auf. Bei einem durchschnittlichen Heizölverbrauch von ca. 2500 Liter und einem Heizölpreis von 60 Cent je Liter kann sich der Bürger über 200 Euro im Jahr sparen. „Die Einsparung wird in Zukunft noch weit höher sein, weil die Heizölpreise aufgrund der Ressourcenknappheit und der weltweit steigenden Energienachfrage stark ansteigen werden“, prognostizierte Ortmaier.
Erich Ortmaier: „Wir müssen gegensteuern“
Traunstein. Zu einer Besichtigungsfahrt kommunaler Biomasseanlagen zur Nahwärmeversorgung hat kürzlich die Arbeitsgruppe „Energie und Klimaschutz“ des CSU-Kreisverbandes Traunstein die Bürgermeister im Landkreis und die Mitglieder des Umweltausschusses des Kreistages eingeladen. Die Informationsfahrt führte nach Oberhaching, nach Sauerlach und zusätzlich zur Geothermie-Anlage nach Unterhaching.
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