Diese Summen soll der inzwischen aus dem Dienst entlassene Landratsamtsmitarbeiter gegenüber den Ermittlungsbehörden eingeräumt haben. Ohne ein solches Geständnis wäre es seinem Anwalt Erhard Frank vermutlich nicht gelungen, ihn im Sommer 2010 nach über viermonatiger Untersuchungshaft aus dem Gefängnis zu holen.
Zunächst hatte der Kirchweidacher die Taten geleugnet, dann immer gerade soviel zugegeben, wie ihm die Kripo zweifelsfrei nachweisen konnte.
Möglicherweise könnten die illegalen Waffengeschäfte aber noch wesentlich einträglichergewesen sein. Denn die Polizei hat lediglich die Verkäufe von 372 Gewehren, Pistolen und Revolvern und damit nur einen „Ausschnitt der Verkaufstätigenkeiten“, wie es ein Ermittler nannte, ausgewertet. Hintergangen hat der Kirchweidacher mit seinen illegalen Geschäften nicht nur seinen Arbeitgeber. Hereingelegt wurde auch sein Kollege, ein Sachbearbeiter für Waffenrecht im Landratsamt des Landkreises Berchtesgadener Landes. Den bat der 47-Jährige um die kostenlose Überlassung von dort abgegebenen Waffen. Der Kirchweidacher soll sich dann im Landratsamt in Bad Reichenhall 41 Pistolen, Revolver und Gewehre in der Waffenkammer ausgesucht und mitgenommen haben. Die zum Nulltarif erstandenen Waffen verkaufte er dann größtenteils an einen Sammler.
Geschädigt wurden auch Hilfesuchende, die im Landratsamt Altötting geerbte Waffen zum Weiterverkauf abgegeben hatten. So stießen die Ermittler auf einen Fall, in dem eine Frau drei Pistolen zur Verwertung abgegeben hatte. Der Kirchweidacher versprach zunächst, die Waffen im Auftrag zu verkaufen. Dann teilte er der Frau aber mit, die Waffen seien unverkäuflich. Tatsächlich verkaufte er aber eine der Waffen, die anderen hatte er zumindest für den Verkauf vorbereitet. In einem anderen Fall brachte eine Witwe 71 Gewehre und 24 Revolver aus der Sammlung ihres verstorbenen Mannes zum Landratsamt. Der 47-Jährige soll ihr dafür 7500 Euro als Verkaufserlös ausgezahlt haben. Allerdings soll er von einem Käufer für ein Teilpaket von 80 Waffen 11 000 Euro erhalten und ein weiteres Gewehr für 1000 Euro verkauft haben. Wer bei dem 47-Jährigen im Landratsamt eine Waffe erwarb, der hatte es angeblich gut. Denn auf die Verwaltungsgebühren, die für Eintragungen in Waffenbesitzkarten oder Ausstellung von Waffenerlaubnissen fällig gewesen, verzichtete er häufig.
Heftige Kritik musste sich im Laufe der Ermittlungsverfahren auch das Landratsamt Altötting gefallen lassen. So kam die Regierung von Oberbayern bei ei-ner Untersuchung des Falles zu dem Ergebnis, dass der betrügerische Mitarbeiter die waffenrechtlichen Erlaubnisse, die er von seinen Vorgesetzten ausgestellt bekam, gar nicht hätte haben dürfen. In seinem Dienst sei er keiner besonderen Gefährdung ausgesetzt gewesen, die das Tragen von Waffen gerechtfertigt hätte. Verantworten muss sich der Kirchweidacher vor dem Schöffengericht in Laufen, weil die Ermittlungen von der Polizei Bad Reichenhall geführt wurden. Die Anklage liegt zwar bereits vor Gericht. Wie eine Sprecherin des Gerichts gestern mitteilte, steht ein Verhandlungstermin noch nicht fest.
Einträgliche Waffengeschäfte
Von Robert Piffer
Altötting/Kirchweidach/Berchtesgadener Land. Es war ein einträgliches Geschäft, das ein Kirchweidacher neben seiner Tätigkeit im Altöttinger Landratsamt betrieb. Der als Hauptsachbearbeiter für Waffensachen beschäftigte 47-Jährige handelte mehr als acht Jahre lang mit Waffen, die von ihren Besitzern zur Entsorgung im Landratsamt abgegeben worden waren (wir berichteten). 1000 Euro pro Monat – insgesamt mehr als 90 000 Euro – soll der 47-Jährige in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
Altötting/Kirchweidach/Berchtesgadener Land. Es war ein einträgliches Geschäft, das ein Kirchweidacher neben seiner Tätigkeit im Altöttinger Landratsamt betrieb. Der als Hauptsachbearbeiter für Waffensachen beschäftigte 47-Jährige handelte mehr als acht Jahre lang mit Waffen, die von ihren Besitzern zur Entsorgung im Landratsamt abgegeben worden waren (wir berichteten). 1000 Euro pro Monat – insgesamt mehr als 90 000 Euro – soll der 47-Jährige in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
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Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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