Wie die „Salzburger Nachrichten“ kürzlich berichteten, setzt die dortige Polizei ein neues System zur Abstandsmessung ein, um Verkehrssündern auf die Spur zu kommen. Vor allem in der Hochsaison des Urlaubsreiseverkehrs lassen sich auf den Autobahnen immer viele ungeduldige Nah-Auffahrer erwischen.
Die neue Kontrolle läuft folgendermaßen ab: Ein Beamter sitzt in einem Bus und beobachtet mittels einer Kamera den Verkehr. Er zeichnet auf, was ihm verdächtig erscheint. Die anderen zwei Kameras sind jeweils auf eine der beiden Autobahnspuren gerichtet, um das Kennzeichen des Fahrers zu ermitteln. In Zukunft soll das System automatisch verdächtige Szenen herausfiltern.
Der Abstand wird von der Hinterachse des vorderen Autos bis zur Vorderachse des hinteren Autos berechnet. Beträgt dieser weniger als eine halbe Sekunde (bei 130 km/h entspricht das etwa 14 bis 21 Metern), wird der Lenker angezeigt. Ein Vormerkdelikt – in etwa gleichzusetzen mit den deutschen Punkten in Flensburg – begeht man, wenn der Abstand kleiner als 0,39 Sekunden ist (bei 130 km/h zwischen sieben und 14 Meter). Sind es weniger als 0,2 Sekunden (bis zu sieben Meter) wird der Führerschein für drei Monate entzogen. Dazu können noch Geldstrafen von bis zu 2180 Euro kommen.
Wird ein Drängler beobachtet, gibt der Beamte im VW-Bus die Nachricht an eine Streife der Autobahnpolizei weiter. Diese wartet in der nächsten Auffahrt darauf, den Sünder aus dem Verkehr zu ziehen. Die Salzburger Polizei arbeitet grundsätzlich mit Anhalten und nicht nur mit Anzeigen, da der erzieherische Effekt dadurch bei weitem höher sei.
Eigentlich benötige man einen Differenz von mindestens einer Sekunde (35 Meter bei 130 km/h), so Oberst Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung Salzburg. „Wenn der Lenker ein Gespräch mit dem Beifahrer führt, telefoniert oder Radio hört und abgelenkt ist, wird auch eine Sekunde nicht reichen.“ (siehe auch Infokasten auf Seite 2)
Ob es demnächst das moderne und mobile Salzburger Überwachungssystem auch in Traunstein gibt, ist noch unklar. „Bei uns im Landkreis gibt es zur Zeit nichts Neues“, berichtet Hans Heigermoser, stellvertretender Dienststellenleiter der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein, auf Anfrage Ihrer Lokalzeitung. „Wir überwachen den Abstand zwischen zwei Fahrzeugen mit Kameras, die wir an den Autobahnen angebracht haben. Die Messstellen stehen zum Beispiel an Brückengeländern und sind für jeden sichtbar.“
Der Ablauf der Kontrolle sieht folgendermaßen aus: „Der Fahrer wird über eine bestimmte Distanz beobachtet. Wenn er die ganze Zeit zu nah auffährt oder sonstige Verkehrssünden begeht, erhält er eine Anzeige. Wir videografieren das Kennzeichen und identifizieren den Fahrer“, so Heigermoser. Denn in Deutschland werde nicht der Fahrzeughalter sofort als Schuldiger angezeigt, sondern derjenige, der das Auto gefahren hat. In Österreich hingegen kann die Anzeige auch am Fahrzeughalter hängen bleiben. Genauso sei es bei den Radarmessungen. „In Deutschland werden Fotos geschossen, in Österreich ist das wieder anders.“
Auf die Frage, ob man im Landkreis Traunstein auch ein Kontrollsystem nach Salzburger Vorbild anstrebe, antwortet Heigermoser: „Das ist Sache des Innenministeriums. Das Ganze würde ja digital laufen, und das ist immer sehr teuer. Die aktuelle Finanzlage sieht bekanntermaßen nicht gut aus, und daher werden wir es momentan eher nicht übernehmen.“
Aber immerhin gehe die Zahl der Verkehrstoten in den letzten Jahren kontinuierlich zurück. Auch gebe es deutlich weniger schwere Unfälle, aber mehr leichte, versichert Heigermoser. Doch er betont auch: „Die Verkehrsüberwachung ist und bleibt nötig.“
Drängler im Visier
Von Martina Mroz
Salzburg / Traunstein. Dränglern auf der Autobahn rund um Salzburg geht es an den Kragen: Mit einem neuen VW-Bus und Geräten plus Software für 150 000 Euro kann die Salzburger Polizei nun genau den Abstand zwischen zwei Kraftfahrzeugen berechnen. Damit können sie Autofahrer, die zu dicht auffahren, überführen und nun auch sofort aus dem Verkehr ziehen. Auch permanente Linksfahrer werden angehalten.
Salzburg / Traunstein. Dränglern auf der Autobahn rund um Salzburg geht es an den Kragen: Mit einem neuen VW-Bus und Geräten plus Software für 150 000 Euro kann die Salzburger Polizei nun genau den Abstand zwischen zwei Kraftfahrzeugen berechnen. Damit können sie Autofahrer, die zu dicht auffahren, überführen und nun auch sofort aus dem Verkehr ziehen. Auch permanente Linksfahrer werden angehalten.
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