In der Statistik wurden 56 750 Straftaten bzw. Versuche erfasst. Im Vergleich zu 2008 beträgt der Rückgang 380 Delikte oder 0,7 Prozent. Vergleicht man die Entwicklung der letzten sechs Jahre, so ist eine rückläufige Tendenz seit 2004 zu erkennen. Im Sechsjahresvergleich waren 2009 die wenigsten Straftaten zu verzeichnen. Gegenüber 2004 mit 67 546 Straftaten ist 2009 ein um 10 796 Fälle oder 16 Prozent rückläufiger Stand erreicht. Polizeipräsident Franz Mayer resümiert: „Mit dem Ergebnis sind wir insgesamt sehr zufrieden. Die Fallzahlen sind in allen wesentlichen Bereichen zurückgegangen. Die Sicherheitslage konnte trotz der zusätzlichen Kraftanstrengungen durch die Polizeiorganisationsreform verbessert werden.“
Gegenüber dem Vorjahr haben sich nur minimale Veränderungen in den Deliktgruppen ergeben. Die Aufklärungsquote lag mit 64,2 Prozent leicht über dem Vorjahr (63,9). Damit liegtdas Polizeipräsidium Oberbayern Süd um 0,3 Prozentpunkte über dem Landesschnitt. Von den 56 750 Straftaten wurden 36 445 geklärt und dabei 28 809 Tatverdächtige ermittelt.
Die „Häufigkeitszahl“ bezeichnet die Anzahl der erfassten Straftaten pro 100 000 Einwohner. Deren Aussagekraft wird dadurch beeinträchtigt, dass nur die amtlich gemeldeten Einwohner herangezogen werden können, nicht aber Touristen, Durchreisende oder Ausländer. Im Polizeipräsidium Oberbayern Süd lag die Häufigkeitszahl 2009 bei 4 600 Straftaten pro 100 000 Einwohner, was einen leichten Rückgang zum Vorjahr bedeutet (4624). Die Belastung liegt damit um 473 Straftaten unter dem Landesschnitt (5073). Dabei weist Bayern bereits die niedrigste Zahl aller deutschen Bundesländer auf.
Unter den 28 809 Tatverdächtigen waren 8381 nichtdeutsche Personen. Deren Anteil war mit 29,1 Prozent wieder niedriger als im Jahr zuvor (30,6). Im Sechsjahresvergleich sank der Anteil kontinuierlich von 35,7 auf 29,1 Prozent. Zieht man die Verstöße gegen das Ausländer- und Asylverfahrensgesetz ab, die nur durch Nichtdeutsche begangen werden können, blieb der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen seit 2004 mit etwa 20 Prozent weitgehend konstant.
Von allen Tatverdächtigen waren 7462 jünger als 21 Jahre, also etwa jeder vierte (25,9 Prozent). Damit ging auch deren Anteil erstmals nach mehrjährigem Anstieg zurück (2008: 26,8 Prozent). Im Sechsjahresvergleich liegt die Beteiligung leicht über 2004 (24,6 Prozent). Die Altersgruppe macht zahlenmäßig freilich nur 21,7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, insbesondere Jugendliche von 14 bis 21 Jahre sind mit einem Anteil von nur 8,2 Prozent an derBevölkerung, aber 21,8 Prozent an den Tatverdächtigen überproportional vertreten, insbesondere bei Diebstählen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen.
Bei der Gewaltkriminalität wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub oder Körperverletzung war 2009 wie im Jahr zuvor eine leichte Abnahme um 30 Fälle oder 1,9 Prozent auf 1556 Delikte zu verzeichnen. Parallel zum Bayerntrend wurden fast die Hälfte aller Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss begangen. „Je höher die Alkoholisierung, desto niedriger ist oft die Hemmschwelle “, so Franz Mayer. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich mit 84 Prozent enorm hoch und sogar noch höher als im Vorjahr.
Auch die Straßenkriminalität ging zurück – das sind Straftaten, die auf Wegen, Straßen und Plätzen passieren, etwa Handtaschenraub, Sachbeschädigun-gen, Diebstähle aus Autos, Kiosken, Schaufenstern und Vitrinen, Fahrraddiebstähle oder Automatenaufbrüche. Diese Delikte gingen um 1,4 Prozent oder 166 Fälle auf 11 946 Straftaten zurück. Die Aufklärungsquoten sind sehr unterschiedlich und reichen von nur 14 Prozent bei Fahrraddiebstählen bis zu 72,5 Prozent bei Raubdelikten.
Die Zahl der angezeigten Sexualdelikte verringerte sich deutlich um 79 Fälle auf 546. Dies bedeutet einen Rückgang um 12,6 Prozent, womit sich der erfreuliche Trend vom Vorjahr fortsetzte. 83,3 Prozent der Fälle konnten geklärt werden. In den Deliktsbereich fallen unter anderem Vergewaltigung, Exhibitionismus oder die Verbreitung pornographischer Schriften.
Die angezeigten Diebstähle gingen 2009 um 4,5 Prozent zurück, nehmen aber noch immer den größten Anteil an den Gesamtstraftaten ein. Mit 17 181 Delikten wurden um 807 weniger als im Vorjahr registriert. Damit wurde der niedrigste Wert seit sechs Jahren erreicht. Die Aufklärungsquote konnte mit 37 Prozent leicht gesteigert werden.
Die zum Bereich Rauschgiftkriminalität zählenden Delikte waren 2009 wie bereits im Jahr zuvor rückläufig. Wurden 2008 noch 3337 Delikte registriert, waren es 2009 nur noch 3175. Dies bedeutet einen Rückgang um 4,9 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 97 Prozent. Bei Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren war ein deutlicher Anstieg, bei Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) dagegen ein erheblicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Diese Altersgruppen konsumierten fast ausschließlich Cannabisprodukte. Die Zahl der Drogentoten stieg 2009 um fünf Opfer auf 21 an. Eine Auflistung der spektakulärsten Kriminalfälle finden Sie im Kasten links.
Die Region ist sicher
Rosenheim. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat gestern die Kriminalstatistik für das Jahr 2009 veröffentlicht – eine Zusammenstellung aller bekannt gewordenen Straftaten ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums, das die Landkreise Rosenheim, Miesbach, Berchtesgadener Land, Traunstein, Altötting, Mühldorf, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen sowie die Stadt Rosenheim mit etwa 1,25 Millionen Einwohnern umfasst, ist die Zahl der Straftaten demnach leicht zurückgegangen.
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