„Des is ja Luxus pur hier“

Von Hans Eder
Waging am See. Der „Weberhof" am Kirchberg in Gaden wurde auf Herz und Nieren geprüft – und alles mit einer Fernsehkamera festgehalten. Bauernhoftester Gert Schickling hat zusammen mit einem Kamerateam den Hof mit seinen sechs Sterne-Ferienwohnungen besucht und bewertet – das Ergebnis ist am 29. Juli um 17 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen: in der „DoKuh“-Soap „Der Bauernhof-Tester“.
Der Tester sieht sich alles genau an, die Kamera hält es fest: Beim Drehen in der Küche einer FünfSterne-Ferienwohnung (von rechts) Autorin Birgit Tanner, Tester Gert Schickling, Florian Barmbichler mit Freundin Svetlana, Mutter Hedwig und Kameramann Peter Gillemot. Fotos: Eder
Einige Tage lang war das Fernsehteam unter Leitung der aus Teisendorf stammenden Autorin Birgit Tanner auf dem „Weberhof“. In den Tagen zuvor hatte Besitzer Florian Barmbichler mit Hilfe der ganzen Familie alles vorbereitet und in 1a-Zustand gebracht, auch die Außenanlage noch ein wenig aufgemöbelt. Dann aber wurde es ernst.

In den ehemaligen Bauernhof hat Florian Barmbichler sechs hochklassige Wohnungen für Gäste eingebaut: zwei mit drei, zwei mit vier und zwei mit fünf Sternen. Jetzt, beim Besuch des Fernsehteams, wird Detail für Detail geprüft, ob die Sterne auch gerechtfertigt sind. Bauernhof-Tester Gert Schickling geht voraus, öffnet alle Türen, fragt vieles ab, prüft, schaut und begutachtet. Ihm folgt Kameramann Peter Gillemot, der alles minutiös aufnimmt. Ihm wiederum folgen Florian Barmbichler, seine Mutter Hedwig, seine Freundin Svetlana und seine Schwester Diana – sie alle haben fleißig mitgeholfen, das Haus für den Test vorzubereiten.

„Immer hinter mir bleiben“, diese Aufforderung an die Familienmitglieder, die Autorin und den Pressevertreter erklingt immer wieder. Nur manchmal gerät Florian Barmbichler ins Visier der Kamera, wenn er Fragen zu beantworten hat, seltener die ganze Familie. Dann kommt der Tipp, sie alle sollten doch, wenn Tester Schickling etwas in höchsten Tönen lobt – und das tut er gar nicht selten – mehr spontane Freude zeigen.

„So, dann schau'n ma mal“, meint Schickling und betritt den Küchenbereich, in dem alles glänzt und selbstverständlich eine Spülmaschine, vier Herdplatten und eine Backröhre vorhanden sind. „Sehr gut, prima, sehr schön“: Schickling spart nicht mit Lob – und doch entdeckt er eine Schwachstelle: Es gibt nur einen Mülleimer. Der mit seinen 25 Berufsjahren erfahrene Tester empfiehlt, einen dreigeteilten Behälter aufzustellen, damit die Gäste ihren Müll trennen können. Aber das ist nur eine Kleinigkeit, sonst passt alles. Zwei Waschbecken im schön gefliesten Bad, sogar Handtuchwärmer und vieles mehr an praktischen und dekorativen Kleinigkeiten machen den Tester zufrieden. Eine Einrichtung wie frisch aus dem Katalog, keine abgewetzten Ecken und Kanten: Die Wohnung kann sich sehen lassen. „Des is ja Luxus pur hier“, gerät der Prüfer ins Schwärmen und fügt an: „Ich wollt', es wär' überall so sauber.“

Bei soviel erfreulichen Dingen gibt es dann doch noch ein kleines Minus: Die Aussicht – zumindest aus dem Wohnzimmer – lässt zu wünschen übrig. Da sieht man nur die Schuppen der Nachbarhäuser des kleinen Dorfs Gaden. Aber das gleicht der Blick aus dem Schlafzimmer – weit ins Land hinein bis hinunter zum See – wieder aus. Wenn's mal regnet, sorgen Receiver, Internetanschluss und DVD-Player für Unterhaltung.

Gleich nebenan steht übrigens die Kirche. Da schrillen bei Tester Schickling die Alarmglocken: Wenn er in einem Prospekt lesen würde, sagt er, dass gleich neben seiner Unterkunft eine Kirche steht, würde er sofort an frühmorgendliches Glockengeläute denken und lieber anderswo buchen. Aber da kann ihn Florian Barmbichler beruhigen: Die Glocken der Gadener Kirche läuteten nur ganz selten, regelmäßige Gottesdienste gibt es hier längst nicht mehr.

Die Test-Aufnahmen sind im Kasten. Acht Stunden Rohmaterial, so Autorin Birgit Tanner. Daraus muss sie nun zusammen mit einem Cutter eine knapp halbstündige Sendung schneiden. Die aus Teisendorf stammende Autorin hat jetzt ihren Wohnsitz in Berlin, wo sie nach einem Volontariat beim damaligen Radio Chiemgau Wirtschaftswissenschaften studiert hat. Auf der Suche nach Bauernhöfen, die sich für die Sendung eignen, ist sie eher zufällig auf den „Weberhof“ gestoßen und befand ihn für gut geeignet: Drei Generationen arbeiten hier zusammen, der Hof verfügt über schöne Wohnungen und die Lage fast am Waginger See mit eigener Badestelle am See tue sein Übriges. Außerdem sei sie beeindruckt von der Leistung des 27-jährigen Hausbesitzers, der hier vor vier Jahren mit Hilfe der Familie und des Schwagers das Haus vollständig umgebaut und es in den heutigen Stand gebracht hat. Und das alles soll in Zukunft noch schöner werden. Jetzt aber ist auch er, trotz der positiven Resonanz während des Filmens, gespannt auf die Ausstrahlung am 29. Juli.
Artikel vom 05.07.11
Weiterempfehlen Drucken