Die Regionalwährung Chiemgauer (siehe Kasten) hat im Raum Trostberg zunehmende Bedeutung. Bürgermeister Karl Schleid berichtete, dass der Eintausch von Chiemgauer in Trostberg von 40 000 Euro im Jahr 2008 auf 127 000 Euro im Jahr 2010 gestiegen sei. 2011 sei eine weitere Steigerung zu erwarten. Auch die Ausschüttung an die Vereine sei analog dazu gestiegen. Begünstigte sind unter anderem die AWO, der Arbeitskreis Nächstenhilfe, die Feuerwehr Trostberg, der Förderverein des Kreisaltenheims Trostbergs, die Musikschule unddie Grundschule sowie der Förderverein „Faraja heißt Trost“. Insgesamt werden 13 Trostberger Vereine unterstützt, 24 örtliche Betriebe nehmen die Regionalwährung an.
Der Chiemgauer e.V. hatte bei der Stadt angefragt, ob sie für einen Jahresbeitrag von 300 Euro Fördermitglied werden wolle. Fördende Gemeinden werden auf der Rückseite der Chiemgauer-Scheine abgebildet. „Wir haben uns als Stadt schon einmal dagegen ausgesprochen“, sagte Schleid.
Grünen-Fraktionssprecher Bernd Paetzelt zeigte sich begeistert, wie sich der Chiemgauer entwickelt habe. „Er ist eine tolle Sache, weil er die Region stärkt. Wir sollten als Stadt dabei sein.“ Dem schloss sich Hans-Michael Weisky (SPD) an: „Der Verein hat einen positiven Hintergrund.“ Peter Kirchgeorg (Grüne) erklärte, dass die Regionalwährung den Verbraucher keinen Cent koste. „Man kann sich nur wünschen, dass viele Trostberger mitmachen, weil damit der Gemeinsinn gestärkt wird.“ Und Ernst Schilder meinte: „Wir würden damit die ideellen Ziele des Vereins unterstützen.“ Eva Gröbner (Freie Wähler) plädierte dafür, die Fördermitgliedschaft abzulehnen: „Jeder Bürger kann sich selber einbringen, da muss nicht die Stadt dabei sein.“
Hannspeter Fenis (CSU) räumte zwar ein, dass man Regionalität und Nachhaltigkeit fördern solle, aber dem Chiemgauer e.V. vertraut er offenbar nicht: „Das ist die Geschäftsidee zweier Unternehmer, die zwei Prozent einstreichen“, behauptete er. „Es geht nicht an, dass wir Unternehmer fördern.“
Stadträte aus der Fraktion der Grünen und der SPD stellten klar, dass diese Behauptung falsch sei. „Da geht mir der Hut hoch“, wetterte Paetzelt. Er erklärte, dass zwei Prozent der Rücktauschkosten für den Druck der Scheine, die Logistik, die Terminals und Ähnlichesverwendet würden. „Und wenn Millionen umgesetzt werden, braucht es eben einen Hauptamtlichen, der sich um das Projekt kümmert.“ Der Geschäftsführer Christian Gelleri habe sicher kein klassisches Geschäftsführergehalt. Und Regionalbüroleiter Christophe Levannier arbeite ehrenamtlich für den Verein. SPD-Fraktionssprecher Ernst Schilder betonte ebenfalls, dass beim Chiemgauer-Verein der ideelle Gedanke im Vordergrund stehe. Die Regionalwährung sei nicht die Idee zweier Geschäftsleute gewesen, sondern in der Priener Waldorfschule entwickelt worden.
Die Abstimmung über die Fördermitgliedschaft von 300 Euro im Jahr brachte schließlich keine Mehrheit: Elf Räte (SPD und Grüne) votierten dafür und elf (CSU und Freie Wähler) dagegen. Damit wurde der Antrag abgelehnt.
Chiemgauer ohne die Stadt
Von Lucia Hargaßer
Trostberg. Die Stadt Trostberg wird nicht Fördermitglied des Chiemgauer Vereins. Eine Anfrage hat der Stadtrat in jüngster Sitzung abgelehnt – nach einer Kampfabstimmung mit 11:11 Stimmen. Für Empörung hatte eine Behauptung von CSU-Fraktionssprecher Hannspeter Fenis gesorgt. Er hatte unterstellt, dass die „Unternehmer“ des Chiemgauers zwei Prozent der Rücktauschkosten selbst „einstreichen“ würden.
Trostberg. Die Stadt Trostberg wird nicht Fördermitglied des Chiemgauer Vereins. Eine Anfrage hat der Stadtrat in jüngster Sitzung abgelehnt – nach einer Kampfabstimmung mit 11:11 Stimmen. Für Empörung hatte eine Behauptung von CSU-Fraktionssprecher Hannspeter Fenis gesorgt. Er hatte unterstellt, dass die „Unternehmer“ des Chiemgauers zwei Prozent der Rücktauschkosten selbst „einstreichen“ würden.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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