Biathlon-WM soll etwas ganz Besonderes werden

Ruhpolding. In seiner letzten großen Sitzung vor der Weltmeisterschaft hat sich das Organisationskomitee (OK) noch ein Mal mit den Vorbereitungen auf die Welttitelkämpfe der Biathleten in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena befasst. Dabei machte Bürgermeister und OKPräsident Claus Pichler einen Monat vor der Eröffnungsfeier im Championspark noch einmal deutlich, wie wichtig dieses größte Wintersportereignis des Jahres für Ruhpolding ist: „Wir wollen, dass die WM etwas ganz Besonderes wird!“
Zigtausende Fans werden bei der Biathlon-WM wieder in die Ruhpoldinger Chiemgau-Arena strömen – das Organisationskomitee ist gerüstet und steckt in den letzten Vorbereitungen.
Michael Mayer gab einen Überblick über die Lenkung der Zuschauer für die Wettkämpfe. So seien befestigte Parkplätze in Ruhpolding, Inzell und Reit imWinkl vorhanden, von wo aus 60 Shuttlebusse die Fans ins Stadion bringen werden. Über Inzell wolle man auch die „Fremdbusse“ leiten, um so die Ortsdurchfahrt von Eisenärzt zu entlasten. Um den Rücktransport der Zuschauer zu entzerren, werde ein zusätzlicher Ausgang „Mitte“ geöffnet, von dem man auf dem Radweg nach knapp eineinhalb Kilometern zur Haltestelle „Fritz am Sand“ gelange. Mayer wies auch darauf hin, dass die Fans mit gültiger Eintrittskarte kostenlos von Waging und Traunstein nach Ruhpolding mit der Südostbayernbahn fahren können.

Wettkampfsekretärin Brigitte Bentele bestätigte die Information der Internationalen Biathlon-Union (IBU), wonach die WM in Ruhpolding mit 45 Nationen bei 223 Herren und 182 Damen sowie 443 Offiziellen – also insgesamt 848 Personen – ein neues Rekordergebnis aufweise (wir berichteten). Der fürs Rahmenprogramm im OK zuständige Herbert Ringsgwandl teilte mit, dass im Championspark und auf der Kulturbühne beim Dorfbrunnen die Veranstaltungen „zu 98 Prozent stehen“. Zudem betreibe der Deutsche Skiverband (DSV) beim Zellerbauernhof ein eigenes Zelt. Mehrere Veranstaltungen finden auch im Kurhaus statt.

Große Bedeutung misst man in Ruhpolding den Medien zu. Laut Pressechef Martin Haßlberger kommen rund 200 Journalisten, „die noch nie in Ruhpolding waren“. Diesen wolle man ein möglichst positives Bild von Ruhpolding präsentieren. OK-Vizepräsident und Stadionleiter Engelbert Schweiger wies auf die gute Schneesituation in der Chiemgau-Arena hin, kündigte aber auch an, dass weiterhin künstlich beschneit werde, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein.

Der Transport der rund 1000 Helfer, die ja zu den unterschiedlichsten Einsatzbereichen und -zeiten benötigt werden, bildete ein weiteres Thema dieser Sitzung, in der sich auch Stefan Schwarzbach vom Deutschen Skiverband und Landrat Hermann Steinmaßl über den Stand der Vorbereitung informieren ließen. Steinmaßl bekräftigte: „Wir fiebern alle der WM entgegen und sind stolz auf das, was hier in Ruhpolding abläuft.“

Die Vorfreude auf die WM hatte auch schon den Neujahrsempfang der Gemeinde im Kurhaus geprägt. Claus Pichler beschwor den Gemeinschaftssinn der Ruhpoldinger: „Ich wünsche mir für diese Weltmeisterschaft, dass die bisher gezeigte Herzlichkeit und die sportliche Fairness die prägenden Elemente dieser WM werden.“

Werner Rabe, Sportchef des Bayerischen Rundfunks, fand einen „blumigen“ Vergleich: „Biathlon hat sich vom Mauerblümchendasein zur Rose entwickelt!“ Bei den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo habe Peter Angerer mit seinen drei Medaillen für den Durchbruch gesorgt. 1985 bei der zweiten WM in Ruhpolding habe das Fernsehen erstmals alle Rennen live übertragen. Dank der technischen Möglichkeiten lasse sich Biathlon im Fernsehen besonders gut präsentieren. Und sowürden die Titelkämpfe 2012 „auch Fernsehspiele“. Das Fernsehen sei auch am Rande der Wettkämpfe präsent, der BR unter anderem live mit der „Abendschau“ und „Blickpunkt Sport“.

Rabe wies auch auf die Bedeutung des Fernsehens bei der Entwicklung des Biathlonsports hin, wobei sich die Internationale Biathlon-Union (IBU) offen gezeigt habe für die Bedürfnisse des TV, um den Zuschauern optimale Bilder zu präsentieren. „Es wird auch aus Ruhpolding wieder große Übertragungen geben, hoffentlich auch deutsche Erfolge. Wir brennen darauf, diese WM in alle Welt zu senden!“
Artikel vom 02.02.12
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