Die Spannbreite der fast dreistündigen Veranstaltung, organisiert und moderiert von der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Sandra Sonntag, reichte von der Betreuungssituation über die Flexibilität am Arbeitsplatz bis zur Pflege von Angehörigen. Eines wurde schnell deutlich: Für die Menschen wird es in allen Lebensbereichen immer wichtiger, Beruf und Familie flexibel vereinbaren zu können.
„Es ist deshalb unabdingbar, dass wir den Familien vor allem drei Dinge zur Verfügung stellen: Zeit, Geld und Infrastruktur“, sagte Gruß. Die Koalitionen in Berlin und Bayern seien da bereits weit vorangeschritten: „Wir haben Familien um mehr als vier Milliarden Euro entlastet, bauen massiv die Krippenplätze aus, steigern die Flexibilität und Qualität der Betreuung, schaffen mit dem Familienpflegezeitgesetz mehr Freiraum für die häusliche Pflege und geben den Unternehmen Anreize, flexiblere Arbeitsverhältnisse anzubieten.“
Gemeinsames Anliegen von FDP und Steinmaßl war, dass Familien durch externe Betreuungsangebote unterstützt werden sollen. Diese sollen die Familien nicht ersetzen, sondern ergänzende Hilfen anbieten: „Wenn weiterer Bedarf an neuen Krippen- oder Kitaplätzen da ist, bieten wir sie an“, so Steinmaßl.
Neben einer größeren Flexibilisierung und dem quantitativen Ausbau sei insbesondere die qualitative Verbesserung der Betreuung wichtig. Das Bayerische Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz setzt bereits Standards für die frühkindliche Bildung in Einrichtungen. Zur weiteren Verbesserung wird das Gesetz derzeit von der schwarzgelben Koalition evaluiert und reformiert.
Über die Frage, ob das letzte Kindergartenjahr kostenfrei sein sollte, waren die Gäste unterschiedlicher Meinung. Die große Mehrheit plädierte eher für quantitative Verbesserungen, den Ausbau der Infrastruktur, kleinere Gruppen, eine bessere Bezahlung und eine Reform der Ausbildung der Erzieher. Das zeitliche Angebot wurde kritisch hinterfragt: Oft hätten Kitas nur bis 13.30 Uhr geöffnet.
Steinmaßl betonte die Wichtigkeit verschiedener familienunterstützender Einrichtungen wie etwa Mehrgenerationenhäusern und Familienzentren. „Zusätzlich wollen wir die haushaltsnahen Dienstleistungen für Familien durch ein Gutscheinmodellsystem fördern“, kündigte Gruß an, um Familien in ihrem Alltagsleben zu entlasten.
Anette Farrenkopf betonte, dass verstärkt Frauen Arbeit aufnehmen sollten. „Der Fachkräftemangel wird in Zukunft enorm sein, wir können da auf gut qualifizierte Frauen auch in unserer Region nicht verzichten!“ Das unterstrich Elke Schader: 46 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seien Frauen, bei den Vollzeitbeschäfigten aber nur 36,5 Prozent. Bei den Teilzeitbeschäftigten sowie bei den geringfügig Entlohnten betrage aber der Frauenanteil 85 bzw. rund 70 Prozent. Die damit verbundenen, vielfältigen Probleme unterstrich Evi Schenkl.
Grundlage für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist auch eine kinderfreundlichere Gesellschaft. Gruß hatte in den Koalitionsverhandlungen im Bund 2009 eingebracht, dass Kinderlärm kein Grund mehr zur Klage sein darf. Dies sei nun umgesetzt – Spielen und Lachen darf nicht mehr mit Industrielärm gleichgesetzt werden. „Kinderlärm ist ab jetzt Zukunftsmusik“, so Gruß.
In der engagierten Diskussion ging es auch um das Problem, dass viele Gemeinden und Dörfer zu klein oder auch finanziell überfordert seien, um die Hilfsmöglichkeiten so bedarfsgerecht umzusetzen, dass sie von den Familien, Frauen und Kindern auch tatsächlich genutzt werden können. Das große Gefälle zwischen Städten und dem Land müsse mit neuen Mitteln verringert werden. Schließlich gehe es darum, fasste Sonntag zusammen, dass „die Menschen und Familien, die hier leben wollen und müssen, hier auch künftig gut leben und arbeiten können – daran werden wir weiter arbeiten“.
Beruf und Familie – ein Spagat
Traunstein. Auf großes Interesse ist die Veranstaltung der Kreis-FDP Traunstein zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie in unserer Region“ im „Bräustüberl“ des Hofbräuhauses in Traunstein gestoßen. Viele Gäste wollten mit der bayerischen FDP-Generalsekretärin und familienpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Miriam Gruß, diskutieren. Auf dem Podium saßen auch Landrat Hermann Steinmaßl (CSU), Anette Farrenkopf, Regionalchefin der Bundesagentur für Arbeit in den Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land, Evi Schenkl, Familienbeauftragte des Landkreises Traunstein sowie Elke Schader, Beauftragte der Arbeitsagentur für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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