Bayern zu sensibel für grüne Gentechnik

Berchtesgadener Land/Traunstein. Als eine von 30 bayerischen Kommunen hat der Landkreis Berchtesgadener Land das Prädikat „gentechnikanbaufreier Landkreis“ erhalten. Umweltminister Dr. Marcel Huber überreichte dazu am Donnerstag in München an Landrat Georg Grabner eine entsprechende Urkunde und ein Logo.
„Ein Erfolgsmodell“: Umweltminister Dr. Marcel Huber (rechts) überreicht Landrat Georg Grabner das begehrte Logo.
Als gentechnikanbaufreie Kommunen wurden darüber hinaus die Stadt Laufen und die Gemeinden Piding, Fridolfing und Kirchanschöring ausgezeichnet.

„Die bayerischen Kommunen setzen ein Zeichen gegen grüne Gentechnik“, betonte Umweltminister Huber anlässlich der Veranstaltung. „Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzenist mit der kleinteiligen bayerischen Landwirtschaft sowie der Vielzahl naturnaher und sensibler Lebensräume in Bayern nicht vereinbar“, so Huber.

Bisher haben sich über 200 bayerische Städte, Gemeinden und Landkreise entschieden, auf eigenen Flächen freiwillig auf den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu verzichten. Diese Kommunen können unter einem einheitlichen Logo auftreten, um als gemeinsame Initiative verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Huber: „Das Logo hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt.“

Landrat Georg Grabner zeigte sich erfreut über die Auszeichnung und betonte, dass der Landkreis Berchtesgadener Land bereits 2010 mit der durchgeführten Selbstverpflichtungsaktion die Anforderungen für einen „gentechnikfreien Landkreis“ erfüllt habe. Damals hätten sich rund 93 Prozent aller 1278 Bewirtschafter landwirtschaftlicher Flächen im gesamten Landkreis verpflichtet, weder gentechnisch verändertes Saatgut auszusäen, noch Futtermittel zu verwenden, das als „gentechnisch verändert“ gekennzeichnet ist. „Mein Dank gilt den Landwirten für ihr vorbildliches Verhalten sowie allen Gemeinden und landwirtschaftlichen Verbänden, die die Selbstverpflichtungsaktion unterstützt haben. Ich nehme das Logo auch stellvertretend für alle Landwirte im Berchtesgadener Land entgegen“, sagte Landrat Georg Grabner bei der Logoüberreichung.

Seit 2009 werden in Bayern keine gentechnisch veränderten Pflanzen kommerziell angebaut. „Es muss sichergestellt werden, dass Bayern auch weiterhin gentechnikanbaufrei bleibt“, sagte der Umweltminister. Dazu müsse der Bund das Recht auf die Länder übertragen, eigenständig Abstände zwischen Feldern mit und ohne Gentechnik festlegen zu können. Dies sei im Koalitionsvertrag vereinbart worden. Im Bayerischen Naturschutzgesetz sei bereits festgelegt, dass in Natura-2000-Gebieten und in einem Bereich von 1000 Metern darum herum für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen eine Verträglichkeitsprüfung durchzuführen ist.
Artikel vom 11.02.12
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