Ballon flog über 200 Kilometer

Altötting/Garching (ra). Sonja Huber aus Schwindegg darf sich auf einen Besuch des Legolandes freuen. Sie gewann den Luftballon-Weitflugwettbewerb, der im Rahmen des WeltDown-Syndrom-Tages stattgefunden hat. Die Selbsthilfegruppe „Von wegen Down“ lässt sich dazu jedes Jahr ein Programm einfallen, mit dem das DownSyndrom und davon betroffene Menschen bewusst in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden.
Die Selbsthilfegruppe „Von wegen Down“ nimmt regelmäßig den Welt-Down-Syndrom-Tag zum Anlass, über das Down-Syndrom zu informieren und Anliegen und Bedürfnisse von behinderten Kindern und Jugendlichen in die Öffentlichkeit zu tragen. Im Bild Teilnehmer des Luftballon-Weitflugwettbewerbes mit Rosi Mittermeier in ihrer Mitte. Foto: Selbsthilfegruppe Von wegen Down
Dabei soll auf die Anliegen und Bedürfnisse von Menschen mit dem Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden. Ein Hauptanliegen der vor 14 Jahren ursprünglich in Garching von Rosi Mittermeier gegründeten Selbsthilfegruppe ist es, die öffentliche Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen mit dem DownSyndrom zu verbessern und damit das Selbstbewusstsein von Menschen mit dieser Behinderung zu stärken.

„Am Down-Syndrom selbst leidet man nicht, es tut nicht weh“ sagt Rosi Mittermeier. „Aber was weh tut, ist zu spüren, dass man nicht dazugehört und nicht mitmachen kann oder darf, nicht ernst genommen oder als Mensch nicht geschätzt wird.“ Dass Kinder und Jugendliche mit dem Down-Syndrom zur Gesellschaft gehören, konnte am Welt-Down-Syndrom-Tag am Stand der Selbsthilfegruppe miterlebt werden.

Seinen Auftakt fand der Tag bei einem gemeinsamen Gottesdienst in der Altöttinger Stiftskirche, der von der Selbsthilfegruppe gestaltet wurde. Dabei trugen Jugendliche mit dem Down-Syndrom Fürbitten vor, und ein Lesungstext brachte den Gottesdienstbesuchern die Sichtweise einer Mutter eines behinderten Kindes nahe.

„Lieber Gott, ich bitte dich, dass ich einen Freund finde“ lautete eine der vorgetragenen Fürbitten, und die Worte drückten das größte Anliegen der Behinderten aus. Umrahmt wurde die teilweise sehr ergreifende Messfeier vom Sing- und Instrumentalkreis Kraiburg.

Auf dem Altöttinger TillyMarkt präsentierte die Selbsthilfegruppe sich und das DownSyndrom mit einem eigenen Informationsstand. Hier konnten sich die Marktbesucher eingehend darüber informieren. Außerdem boten die freiwilligen Helfer der Selbsthilfegruppe einige Attraktionen für Kinder wie eine Schatzsuche und den Luftballon-Weitflug-Wettbewerb an.

Trotz des widrigen Wetters waren der Andrang und die Beteiligung an den Programmangeboten groß. Bürgermeister Herbert Hofauer würdigte die Arbeit der Selbsthilfegruppe in seinem Grußwort.

Bei dem Ballonflug-Wettbewerb gab es 20 Rückmeldungen. Die weiteste Strecke legte dabei der Luftballon von Sonja Huber aus Schwindegg zurück, der in über 200 Kilometern Entfernung in der Nähe von Krems gefunden wurde. Sie wurde für ihren Weitflug mit einem Tagesausflug ins Legoland nahe Günzburg belohnt.
Artikel vom 31.05.10
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