Bei Arbeiten an der Bahnlinie Garching-Trostberg in der Nähe des Bahnhofs Tacherting wurde ein Kabel beschädigt“, bestätigte gestern ein Sprecher der Bahn in München. Arbeiter der Deutschen Gleisbau, eines Tochterunternehmens der Bahn, waren am Abend dabei, Masten abzubauen. Die früher für Telegrafenleitungen genutzten Holzmasten werden nicht mehr gebraucht, so der Bahnsprecher. Deshalb waren die Arbeiter damit beschäftigt, die Holzmasten aus dem Erdreich zu ziehen. „Grabungsarbeiten haben meiner Kenntnis nach dazu nicht stattgefunden.“ Dabei wurde an einer Stelle ein Erdkabel der Elektrizitätsgenossenschaft Tacherting so schwer beschädigt, dass der Strom für 800 bis 900 Haushalte in Tacherting ausfiel. Warum das Erdkabel an der Stelle so nahe am Masten vorbeiläuft, wusste der Bahnsprecher am Freitag noch nicht.
Für Michael Feichtinger von der Elektrizitätsgenossenschaft Tacherting-Feichten stellt sich die Angelegenheit jedoch relativ eindeutig dar. Der fragliche Masten stand, entgegen der üblichen Gepflogenheiten, nicht auf Bahngrund. Da aber die Genossenschaft, wenn möglich, Wege, Straßen oder eben BahnTrassen nutzt, um daneben ihre Kabel zu verlegen, stand der Masten eben nahe an der Leitung. Auf Bahngrund verlaufe das Stromkabel nicht, so Feichtinger. Das würde die Bahn nicht zulassen. Die Genossenschaft sei aber im Vorfeld von den Arbeiten entlang der Bahnlinie nicht informiert worden. Dennoch habe der Störungsdienst der Genossenschaft die Stromversorgung für die Tachertinger relativ schnell wieder herstellen können.
Für die Kunden der E-Genossenschaft bedeutete der Unfall einen unangenehmen Stromausfall, bedauerte Feichtinger. Jedoch sei jetzt die Stromversorgung wieder gesichert. Und am Montag soll das beschädigte Kabelteil ausgewechselt werden. Dann soll auch der Unfallort genauer untersucht werden, um die Kosten einer Reparatur und die Verantwortlichkeit endgültig zu klären, bestätigt der Bahnsprecher. Er wollte zur Verantwortlichkeit der Bahn und zur Schadenshöhe jedoch noch nicht Stellung nehmen.
Die Schadenshöhe kann auch die Elektrizitätsgenossenschaft noch nicht genau einschätzen. Michael Feichtinger geht jedoch nicht von erheblichen Kosten aus. Und eine aufwändige Fehlersuche sei in diesem Fall ja nicht nötig gewesen.
Bahn löst Stromausfall aus
Tacherting (wt). Kerzenschein, kein Fernseher, kein Radio, kein Computer. Was an sich recht romantisch klingt, wurde für viele Tachertinger am Donnerstagabend zur ungewollten Realität: Wegen eines Kabelschadens, den Bauarbeiten der Südostbayernbahn verursacht hatten, gingen in Tacherting um 20.30 Uhr die Lichter aus. Für fast eine Stunde blieb es dunkel.
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