Im oberbayerischen Molassebecken lagert in 1000 bis 6000 Metern Tiefe Wasser, das bis zu 150 Grad heiß ist. Mit seismischen Untersuchungen will das Unternehmen, das zur Chieminger EHG-Gruppe gehört, die genaue Lage der Wasservorkommen ermitteln. In Traunstein wird das heiße Thermalwasser in 4800 bis 5900 Metern Tiefe erwartet. „Moderne geothermische Anlagen können mit den tief in der Erde liegenden Wasserreservoirs nicht nur Heizwärme, sondern auch Strom erzeugen. Im Gegensatz zu anderen regenerativen Energien steht die durch Geothermie erzeugte Energie klimaunabhängig und rund um die Uhr zur Verfügung“, erklärt Thomas Engmann, Geschäftsführer der Geothermie Traunstein Projekt GmbH. Die seismischen Untersuchungen, die voraussichtlich sechs Wochen dauern, finden ausschließlich in einem bergrechtlich ausgewiesenen Aufsuchungsfeld statt und unterliegen der Aufsicht des Bergamtes Südbayern in München. Um unterirdische Wasserreservoirs zu lokalisieren, wird das 75 Quadratkilometer große Aufsuchungsfeld systematisch erforscht: Mit dem sogenannten 3D-Seismik-Verfahren können die Spezialisten des Unternehmens ein dreidimensionales Bild des Untergrundes erstellen und so die genaue Lage vielversprechender Wasserlagerstätten feststellen.
„Vom Prinzip ähnelt die 3D-Seismik einer medizinischen Ultraschalluntersuchung“, veranschaulicht Engmann. Drei Spezialfahrzeuge – sogenannte Vibro-Fahrzeuge – senden dabei Schallwellen in den Untergrund, die sich in die Tiefe ausbreiten und von den einzelnen Gesteinsschichten unterschiedlich reflektiert werden. Die reflektierten Impulse werden an der Oberfläche dann von hochempfindlichen Signalempfängern erfasst.
Die Vibro-Fahrzeuge bewegen sich bei diesen Untersuchungen vorwiegend auf dem bestehenden Wegenetz. „An einem Anregungspunkt dauern die Untersuchungen nur wenige Minuten – Lärm- und Verkehrsbeeinträchtigungen, die hierbei entstehen können, sind also nur von sehr kurzer Dauer“, sagt Engmann. Zugleich betont er die Bedeutung der seismischen Untersuchungen: „Durch die 3D-Seismik-Kampagne erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit deutlich, an der richtigen Stelle erfolgreich nach Wasser zu bohren.“ Nur so könne gewährleistet werden, dass das geplante Geothermie-Kraftwerk die Traunsteiner Bevölkerung ab 2015 mit umweltfreundlichem Strom und ökologisch erzeugter Heizenergie versorgt.
In dem Kraftwerk wird das heiße Thermalwasser an die Oberfläche gefördert, wo es in einem Wärmetauscher ein niedrig siedendes Medium erhitzt. So entsteht Dampf, der Turbinen zur Stromgewinnung antreibt. Bevor man das Thermalwasser wieder in das unterirdische Thermalwasserreservoir zurückleitet, wird die Temperatur des Wasser genutzt, um Wohnungen und Häuser mit Fernwärme zu versorgen.
Im März wird die Geothermie Traunstein Projekt GmbH in Erlstätt, Nußdorf und Traunstein alle Interessierten auf Bürgerveranstaltungen über das geplante Geothermie-Kraftwerk und die 3D-Seismik-Kampagne informieren.
Auf der Suche nach heißem Wasser
Traunstein/Chieming. Erst Kirchweidach, jetzt Traunreut – und bald auch Traunstein? Ab April macht sich das Chieminger Unternehmen Geothermie Traunstein Projekt GmbH in und um die Große Kreisstadt auf die Suche nach heißem Thermalwasser. Das Ziel: Ab dem Jahr 2015 soll ein Geothermie-Kraftwerk betrieben werden, das umweltfreundlich erzeugten Strom und Heizenergie liefert.
Ende kommender Woche wird mit diesen Fahrzeugen durch eine seismische Untersuchung in Traunreut nach der genauen Lage der heißes Thermalwasser führenden Schichten gesucht. Das Verfahren dauert maximal zwei Tage. Mit der gleichen Technik wird dann auch in Traunstein nach heißem Thermalwasser gesucht. Foto: Herbert Reichgruber
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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