Die Fragerunde eröffnete Wolfram Moosrainer aus Oberfeldkirchen. Er erkundigte sich nach dem Planungsfortschritt der Umgehungsstraße. Er habe beobachtet, dass im Osten von Viehhausen Vermessungen durchgeführt wurden. Bürgermeister Karl Schleid erklärte, dass dies nicht im Zusammenhang mit der B 299-Westumgehung geschehen sei, sondern zur Erschließung des neuen Gewerbegebietes bei Waltersham. „Wir haben erste Anfragen von Interessenten“, so Schleid. Er kündigte aber an, dass die Grundeigentümer im geplanten Korridor der Umgehungstrasse demnächst mit Befunduntersuchungen zu rechnen hätten.
Ein weiteres Verkehrsthema brachte Karl Schönberger ins Spiel. Er erwähnte die zu erwartende Erneuerung des Alzstegs an der evangelischen Kirche. Anstatt hierfür Geld in die Hand zu nehmen, hält er eine Lösung im großen Stil für effektiver: „Warum denkt man nicht ernsthaft über den Brückenschlag vom Stellwerk zum Rieger nach?“ Trostberg brauche dringend eine zweite, leistungsfähige Verkehrsachse in NordSüd-Richtung, so Schönberger. Er bat darum, dies im Stadtrat wieder zu diskutieren. Der Bürgermeister entgegnete: „Es ist nicht zielführend, irgendwo eine Brücke zu bauen, die nicht angebunden ist.“ Er wies auf die langjährige Diskussion über die Süd-Tangente hin. „Ohne die B 304 neu gibt es auch keine Zu- und Abführung für diese Brücke.“ Ein Anbindungspunkt an die B 304 neu zwischen Altenmarkt und Traunstein wäre bei Pirach geplant. Die Dr.-AlbertFrank-Straße könne jedenfalls nicht dauerhaft den Schwerlastverkehr aufnehmen, so Schleid. Diese Thematik sei derart komplex, das könne die Stadt allein nicht regeln. Der Alzsteg an der evangelischen Kirche werde behandelt, wenn das Gutachten der Brückenprüfung fertig sei.
Der im Herbst neu installierten Ampel, die das Einbiegen vom Caroplatz in die B 299 erleichtert, nahm sich Gisa Pauli, Vorsitzende des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung (UVA), an: Aus Sicht des UVA habe sich dadurch die Verkehrssituation deutlich verschlechtert. „Die viel zu hohen Feinstaubwerte am Vormarkt dürften durch zusätzliche Abgase langer Rückstaus weiter in die Höhe getrieben werden“, so Pauli. Mit Rücksicht auf die Beschwerden aus der Bevölkerung beantrage der UVA deshalb eine Feinstaubmessung bei Ampelbetrieb. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass sich die Stauzeiten deutlich verringert hätten und die Rückstaus maximal bis zum Marktmülleranger reichten, seit die Frequenz verkürzt worden sei. Außerdem sei die Anlage nur noch während der Stoßzeiten am Caroplatz in Betrieb. Zahlreiche Bürger hätten bestätigt, dass sich die Situation deutlich verbessert habe. Die Stadt werde die Einwände des UVA an das Staatliche Bauamt weiterleiten, das für die Ampel zuständig sei. Eine „persönliche Anmerkung“ konnte sich Schleid zum Antrag des UVA, in dem die Interessengemeinschaft gegen West (IGGW) organisiert ist, nicht verkneifen: „Das ganze Thema Ampel hätten wir nicht, wenn es in Trostberg eine Umgehung gäbe.“
Doch es gab auch Lob für Verkehrsprojekte. Robert Hesse aus Wimm findet die neu errichtete Querungshilfe auf der Tittmoninger Straße auf Höhe des Netto-Marktes „positiv“. Er regte aber an, den straßenbegleitenden Gehweg noch weiter zu führen. Schleid pflichtete dem bei. „Wir sind dran“, versprach er. Doch für eine Verlängerung des Gehweges müssten noch Verhandlungen mit dem Eigentümer des Privatgrundes geführt werden.
Fehlende Fahrradparkplätze bei Trostberger Geschäften bemängelte Martina Knott. „Wir haben tolle Märkte, aber man kann nirgends sein Rad abstellen.“ Sie erkundigte sich, ob die Stadt keine Satzung habe, die bei entsprechenden Bauprojekten Radstellplätze vorschreibt. Schleid antwortete: „So eine Satzung haben wir noch nicht.“ Etwas „ketzerisch“, wie er es selbst nannte, fügte er hinzu: „Warum kann ein Unternehmer nicht selbst daran denken, dass auch Radfahrer bei ihm einkaufen?“
Altbürgermeister Walther Heinze sprach den Hochwasserschutz in der Pechlerau und Saliterau an. „Im Oktober 2010 wurde den Anwohnern eröffnet, dass sie ihre Heizungen umrüsten müssen. Die meisten haben 5000 bis 20 000 Euro dafür ausgegeben. Aber von Seiten des Wasserwirtschaftsamtes ist bis jetzt nichts weiter passiert.“ Er habe lediglich die Info erhalten, dass die Vorplanungen abgeschlossen seien. Er fragte Schleid, ob die Stadt neue Erkenntnisse über die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen habe. Schleid verneinte und kommentierte: „Die Sache wird offenbar im Wasserwirtschaftsamt nicht vordringlich gesehen.“ Heinze bat die Stadtverwaltung darum, bei der Behörde Druck zu machen.
Ein weiteres Anliegen brachte der Altbürgermeister, der auch im Seniorenbeirat engagiert ist, vor: Tagesordnung und Beschlussvorschläge von öffentlichen Sitzungen des Stadtrates und der Ausschüsse sollten auf den Internetseiten der Stadt einsehbar sein. Schleid wies darauf hin, dass die Tagesordnungen stets eingestellt werden. Das Veröffentlichen von Beschlussvorschlägen verweigerte er jedoch: „Wenn diese Infos nicht den Stadträten vorbehalten bleiben, sondern zum allgemeinen Stadtgespräch werden, ist keine eigene Stadtratsmeinung mehr möglich.“ Heinze hakte nach, dass die bloßen Tagesordnungspunkte oft wenig Einblick in die Materie ermöglichten. Er appellierte an die Stadt, „zumindest die Tagesordnungspunkte mit Sachverhalt so zu ergänzen, dass ersichtlich wird, worum es geht“. Schleid nahm dies als Diskussionsthema für den Stadtrat auf.
Mehr Transparenz bei der Verkehrsschau forderte Karl Schönberger. Und Kirsten Knott regte an, die Tagesordnung der öffentlichen Sitzungen nicht unter dem unbekannten Akronym „RIS“ (Ratsinformationssystem) ins Internet zu stellen, sondern unter dem Stichwort „Stadtrat“. Seiner Meinung nach sollte die Stadt auch neue Möglichkeiten suchen, Jugendliche anzusprechen. Der JU-Ortsvorsitzende Richard Mayer wunderte sich nicht, warum die jungen Leute nicht zur Bürgerversammlung kämen: Jedes Jahr würden die selben Bürger die immer gleichen Themen vorbringen.
Kontrovers wurde die Multifunktionsfläche an der Jahnstraße diskutiert. Bürgermeister Schleid hatte zu diesem für insgesamt 92 000 Euro (abzüglich 30 000 Euro Zuschuss aus der Städtebauförderung) neu gestalteten Areal bereits in seinem Rechenschaftsbericht gesagt: „Glücklich bin ich darüber nicht.“ Dafür erhielt der Stadtchef spontan Applaus. Wilhelm Wolferstetter nannte es „die teuerste Brachfläche des Landkreises“ und eine „minimalistische Schattenspenderanlage“. „Ich habe noch nicht einmal einen Hund gesehen, der dort an einem Baum sein Bein gehoben hätte“, stichelte er. Der Bürgermeister erklärte, die Freizeitfläche sei das Ergebnis, das der Stadtrat nach langem Disput in 16 Mehrheitsbeschlüssen erhalten habe. Nachzutarocken bringe jetzt nichts. Er hofft, dass sich das Negativ-Image des Platzes lege, „wenn man merkt, was man alles darauf tun kann“. Immerhin habe ihn bereits ein Bürger gefragt, ob man auf der Fläche Boccia spielen dürfe. Reinhold Schopf aus Pirach dagegen sagte: „Ich finde den Platz schön.“ Die Architektur sei modern, und das grüne Fleckchen strahle Ruhe aus.
Der Bürgermeister sagte, er sei generell dankbar, wenn Bürger auf Missstände und Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen. Er appellierte aber erneut, auch das Positive zu sehen. „Dann müsste ich nicht immer mit der Monstranz ,Trostberg ist schön‘ voranrennen.“ Denn insgesamt biete die Stadt mit ihren Einrichtungen, den engagierten Bürgern und Ehrenamtlichen mehr als andere Städte.
Georg Friedrich beherzigte diese Forderung gleich und dankte den Verantwortlichen, „dass wir in unserer kleinen, liebenswerten Stadt leben können.“
Ampel, Umgehung und Freizeitfläche
Trostberg (luh). Fleißig diskutiert haben die Trostberger in der Bürgerversammlung am Mittwochabend. Mit rund 80 Besuchern war der Postsaal zwar lockerer besetzt als in den Vorjahren, doch an Wortbeiträgen mangelte es nicht. Themen waren unter anderem die Ampelanlage an der Alzbrücke, die Multifunktionsfläche an der Jahnstraße, die Veröffentlichung von Stadtratsthemen, Gehwege und der Hochwasserschutz in der Pechlerau und Saliterau. Die Anwesenden forderten Verbesserungen oder die Unterstützung der Stadt. Ein paar Bürger meldeten sich aber auch zu Wort, um die Lebensqualität in Trostberg zu loben.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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