Diakon Uwe Kraus begrüßte Bischof Jose Luis Astigarraga und seine Begleiterinnen Eva-Maria Heerde-Hinojosa von Misereor Bayern, seiner Übersetzerin Bettina Reis und der Praktikantin Christiane Stapp. Erste Station war die Filialkirche Pietling, wo Astigarraga die Predigt hielt.
In seinem Vortrag im Pfarrheim Fridolfing erfuhren die interessierten Zuhörer – simultan aus dem Spanischen übersetzt – viel über Peru. Üppige Regenwälder mit Flüssen beherrschen das Bild. "7.300 Arten von Früchten, Heilpflanzen, Blumen und Bäumen und eine reiche Tierwelt gibt es bei uns", sagte der Bischof.
Er kam aber schnell auf aktuelle Themen zu Sprechen. Die Natur ist bedroht durch die Ausbeutung der Bodenschätze wie Gas, Öl und Gold, den Anbau von Agrotreibstoffen und illegalem Holzeinschlag. So werden zum Beispiel nur die Edelhölzer mitgenommen und der Rest achtlos liegen gelassen, monierte Astigarraga. "Die Regierung hat den Regenwald dem Verkauf preisgegeben", stellte er fest.
Arme Bauern würden vertrieben, damit große Firmen zum Beispiel Zuckerrohr auf bis zu 40.000 Hektar Land anbauen können. Laut Astigarraga bezieht die Kirche dabei klar Position: "Wir begleiten die Armen, wenn sie Unrecht erfahren und sagen Nein zu privaten Machtgruppen."
Am zweiten Tag des Besuches begrüßte Pfarrer Christoph Kronast den Ehrengast beim Sonntagsgottesdienst. Bischof Astigarraga überbrachte herzliche Grüße aus seiner Heimat nach Fridolfing. Mit der Frage "Was wollen wir unseren Kindern zurücklassen?" begann er seine Ausführungen und warb für die "Wunder der Schöpfung", die es zu erhalten gilt. Der Rhythmuschor brachte mit seinen verschiedensprachigen Liedern "Weltkirche" zum Ausdruck und meditative und aufrüttelnde Texte, vorgetragen vom "Eine-Welt-Laden", vertieften das Thema.
Beim anschließenden Solidaritätsessen der KLJB im Pfarrheim betonte Bürgermeister Johann Schild seine Freude über den hohen Besuch. Bischof Astigarra nahm sich ausführlich Zeit für seinen Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde und bedankte sich darin besonders bei den Jugendlichen. Beim Abschied sprach der Bischof eine herzliche Einladung zum Gegenbesuch in seine Diözese aus.
Die Jugendlichen hatten für das Essen stundenlang zwei köstliche Gerichte vorbereitet. Als Dankeschön baten sie um eine Spende, die sie auf der Veranstaltung gleich weitergeben konnten.
Sie überreichten Bischof Astigarraga die Hälfte davon. Auch Michael Roider konnte sich über eine Spende der Landjugend freuen. Er hatte auf der Veranstaltung mit einem echten Solarkocher über das "Solarkocherprojekt" in Brasilien informiert, das schon seit einigen Jahren von Fridolfing unterstützt wird.
Zuckerrohrfarmer vertreiben arme Bauern
Fridolfing (mk). Bischof Jose Luis Astigarraga aus Peru weilt derzeit als Gast von Misereor in Deutschland. Dabei besucht er verschiedene Kirchengemeinden und wirbt für die Solidarität in der Weltkirche – auch in Fridolfing. In einem Vortrag im Pfarrheim und in Gottesdiensten erzählte er vom wunderbaren Regenwald in seiner Heimat und von den Problemen der dortigen Bevölkerung. Außerdem erhielt er von den Jugendlichen der KLJB eine Spende für seine Arbeit.
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