Vergangenen Freitag hatte die ÖBK in Salzburg ihre Pläne den österreichischen Fachdienststellen, dem Traunsteiner Wasserwirtschaftsamt und den Bürgermeistern der Anrainer-Gemeinden vorgestellt. Wie berichtet, sollen bei Kilometer 56,1 acht bewegliche Module die Salzach durchspannen und rund fünf Meter aufstauen. 75 bis 90 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erhoffen sich die Betreiber, eine Strommenge, die für 26.000 Haushalte ausreichen würde.
"Wir haben hier nicht die versprochene ökologisch optimierte Variante gesehen", sagt dazu Landesumweltanwalt Wiener. Der Rückstau reiche vier bis sechs Kilometer flussaufwärts, es gebe keine Dynamik, und die Fischpassierbarkeit sei nicht zufriedenstellend gelöst. "Tabula Rasa" nennt er die zu erwartende zweijährige Bauzeit, in der die Salzach in einem großen Bogen durch die Antheringer Au umgeleitet werden müsste.
Robert Wührer, Leiter technische Dienste der Grenzkraftwerks GmbH, relativiert diese Angaben. Die Grenzkraftwerke sind für das operative Geschäft der ÖBK zuständig. Wührer spricht von einem Drittel der Flussbreite, also etwa 30 Metern, die die Salzach auf österreichischen Boden ausweichen müsste: Dieser Bereich soll später zur Fischtreppe werden. Aus strömungstechnischen Gründen müsste dieser Bypass relativ lang werden, räumt Wührer ein, wenngleich er hinzufügt, dass viele Details noch ungeklärt sind. Auch zu den Kosten lasse sich momentan nichts sagen. "Wir sind dem politischen Wunsch nachgegangen", erläutert er. "Es gibt einiges zu klären, und dann warten wir die weitere Diskussion ab".
Klärungsbedarf sieht auch Ingo Tönnesmann: "Ein Staatsvertrag von 1950 sichert der ÖBK das Recht zur Nutzung der Salzach-Wasserkraft. Ein Dritter kommt nur dann zum Zug, wenn beide Staaten zustimmen." Tönnesmann, hauptberuflich bei der Regierung von Oberbayern tätig, hält diese Verträge nach EU-Wettbewerbsrecht für überholt. "Wenn das so genehmigt wird, werden wir das rechtlich überprüfen lassen", kündigt er an.
Generell ist Tönnesmann der Ansicht, die Bürgerkraft-GmbH habe die bessere Lösung anzubieten. Nicht was den Ertrag betrifft, der läge mit kalkulierten 20 Millionen Kilowattstunden jährlich deutlich unter jeden 75 bis 90 der ÖBK. Allerdings sähe ihr Konzept Energiegewinnung an beiden Sohlrampen vor; man würde sich lediglich an die laufende Flusssanierung anhängen und allein auf bayerischer Seite "ausleiten". Die Funktion der Sohlrampe für die Fluss- und Geschiebestabilisierung bliebe erhalten.
"Sanierung ist nicht tot"
Die laufende Sanierung sei keineswegs tot, erklärt Günter Hopf, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, auf Nachfrage. "Das Raumordnungsverfahren läuft weiter, die 85 Einwendungen werden abgearbeitet". Hopf hat in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die "Sanierung untere Salzach" ein europaweit bedeutendes Gesamtprojekt sei, eine über Jahrzehnte gewachsene und bis ins Detail ausgearbeitete Lösung. Robert Wührer meint dazu: "Man glaubte, das Thema sei abgeschlossen. Dann sind neue Lösungen vielleicht eher unerwünscht."
Der Saaldorf-Surheimer Gemeinderat Norbert Höhn, Teilnehmer in der Salzburger Sitzung, meint, es sei in der momentanen Diskussion schwer, sich gegen Wasserkraft auszusprechen. "Die fachlichen Einwände von Natur- und Gewässerschutz aber machen nachdenklich." Etwas Positives könnte Höhn dem neuen Kraftwerkskonzept der ÖBK allerdings abgewinnen: Eine Rad- und Fußgängerbrücke würde Salzburg und Bayern verbinden.
"Wir haben die ökologisch bessere Variante"
Laufen/Saaldorf-Surheim (höf). "Wir sind voll im Rennen", sagt Ingo Tönnesmann. Der Sprecher der "Bürgerkraftwerk-Salzach GmbH" ist nach wie vor optimistisch, was die Nutzung der Wasserkraft an der Salzach betrifft. Anders als die Österreichisch-Bayerische Kraftwerks-AG (ÖBK) wollen er und seine Mitstreiter den Fluss nicht komplett aufstauen, sondern sich ausschließlich auf bayerischer Seite an die beiden Sohlschwellen anhängen, die ohnehin Bestandteil des Sanierungskonzeptes sind. "Unsere Version ist ökologisch wesentlich verträglicher", ist Tönnesmann überzeugt.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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