Schorsch Steinmaßl neuer erster Vorsitzender

Otting (he). Die DJK Otting hat einen neuen ersten Vorsitzenden. Nachdem sich Georg "Charlie" Eder, der dieses Amt sechs Jahre lang inne gehabt hatte, nicht mehr zur Wahl stellte, wurde Schorsch Steinmaßl aus Oberau von den rund 110 anwesenden Mitgliedern einstimmig per Akklamation zum neuen Sportvereins-Chef gewählt. Bei den weiteren Kernpositionen der Vorstandschaft gab es keine Veränderungen: 2. Vorsitzender bleibt Simon Maierhofer, 1. Kassier Georg Hofmeister und Schriftführer Markus Zehentner.
Veränderungen gab es dagegen bei den Beisitzern. Während Stefan Schweiger im Amt bestätigt wurde, sind Bernhard Maierhofer und Margit Thaller als neue Beisitzer gewählt worden. Die weiteren Ämter in der Vorstandschaft sind: 2. Kassier Christina Eder, Jugendleiter Franz Trattler, Jugendleiterin Fußball Heidi Mühlbacher sowie Kassenprüfer Michael Dandl und Willi Haberlander. Diese Posten werden nicht gewählt, sondern vom Vorstand bestimmt. "Geborenes" Mitglied ist Pastoralreferent Peter Förg als geistlicher Beirat.

Georg Eder sprach im Rückblick auf seine sechsjährige Amtszeit vor allem zwei Problembereiche an. Der eine betrifft die Finanzen, der andere den Nachwuchs. Die 40-Jahr-Feier der DJK sei sein erstes Highlight als neuer Vorsitzender gewesen. "Das Fest war eine "super Sache", da hat das Bierzelt auch finanziell noch hingehauen". Dem trauere man inzwischen nach, da die Bierzeltwoche zwar jedes Jahr ein schönes Fest sei, bei dem alle zusammenhelfen: "Alles ist toll außer Besucher und Umsätze." Deshalb solle jetzt ein Festausschuss gegründet werden, in dem jüngere und ältere Mitglieder mit dabei sind. Dort solle überlegt werden, was "in" ist, angesichts einer Flut von Festen in allen Orten. Die DJK hat derzeit 860 Mitglieder, so Eder weiter in seinem Bericht, zehn weniger als im letzten Jahr. Wesentlich deutlicher und daher besorgniserregender sei aber der Rückgang der Kinder im Verein. Aktuell seien 31 Prozent der Mitglieder unter 18 Jahren alt; dies sei deutlich weniger geworden in den letzten Jahren.

Positiv vermerkte der scheidende Vorsitzende den Aufstieg beider Herren-Mannschaften und den Bau eines Kleinfeldplatzes für den Nachwuchs, was eine "Super Sache" sei: "Da können sie jetzt spielen, wann sie wollen; das war nicht billig, aber unheimlich wichtig." Dagegen sei der ebenfalls neu gebaute Beachvolleyball-Platz etwas verwaist, was schade sei. Ein großer Kostenpunkt im letzten Jahr war die Anschaffung eines neuen Vereinsbusses, der, abzüglich des Verkaufs des 17 Jahre alten Busses, den Verein 18.500 Euro gekostet hat. Wenn auch die Hälfte durch Spenden zusammengekommen sei, habe man für den Rest einen Kredit aufnehmen müssen: "Da nagen wir noch ein bisserl dran." Sorgen macht dem Verein die Warmwasserbereitung im Vereinsheim. Dort müsse heuer unbedingt etwas gemacht werden, wobei man etwas auf Unterstützung durch die Gemeinde hoffe.

Abschließend dankte Eder all denen, die sich für den Verein einsetzen. Er habe in den sechs Jahren ein "schönes Zusammenarbeiten der Vorstandsmitglieder" erlebt, ob bei Sitzungen oder Arbeitseinsätzen. Es habe immer alles ausdiskutiert werden können. Er bedankte sich auch bei seiner Frau, die oft auf ihn habe verzichten müssen. "Nach sechs Jahren Vorstand in Otting und acht Jahren in St. Leonhard möchte ich jetzt mal eine Pause einlegen. Ich habe auch zehn Jahre die Buben trainiert, damit will ich im Sommer ebenfalls aufhören", so Eder abschließend. Er hoffe auf frischen Wind im Verein und stehe weiterhin zur Verfügung, wolle aber kein offizielles Amt mehr bekleiden.

Kassier Georg Hofmeister bestätigte, dass sich die Lage durch die Baumaßnahmen und den neuen Bus "noch ein bisserl verschlechtert" habe. Die Schulden seien von knapp 58.000 auf gut 63.000 Euro gestiegen. Darin enthalten auch ein Minus von rund 5.500 Euro als Ergebnis des Jahres 2009. Dazu der Kommentar des scheidenden Vorsitzenden Eder: "Wir haben gespart und trotzdem 5.000 Miese gemacht."

Der Waginger Bürgermeister Herbert Häusl meinte, die zahlreichen Mitglieder, die an der Versammlung teilnahmen, bezeugten, dass sie hinter dem Verein stehen. Die DJK Otting sei einer der mitgliederstärksten Vereine der Gemeinde und auch einer mit sehr vielen Aktivitäten, was für die Gemeinde höchst erfreulich und für die Bindung der Menschen an ihr Heimatdorf sehr wichtig sei. Vorsitzender Eder habe sicher einen sehr anstrengenden Posten inne gehabt: "Manchmal warst du etwas lästig, hast aber deine Sache ganz hervorragend gemacht." An den neuen Vorstand appellierte er, mit Idealismus an die Sache heranzugehen. Im Übrigen werde sich kein Gemeinderat versperren, wenn es da-rum geht, die Vereine zu erhalten und sie zu unterstützen.

"Wir brauchen

alle Abteilungen"

Der neu gewählte Vorsitzende Steinmaßl dankte ebenfalls dem scheidenden Vorsitzenden Eder für seinen Einsatz und meinte, er fühle sich "als Zuagroasta aus Fridolfing" geschmeichelt, in dieses Amt gewählt worden zu sein.

Seine Motivation sei es, dass es im Verein einen guten Zusammenhalt gebe, hervorragende Sportanlagen und engagierte Mitglieder. Sein größtes Anliegen sei es, dass der Verein in der Breite gut aufgestellt sei. "Wir brauchen nicht nur Spitzenfußballer, sondern wir brauchen alle Abteilungen und auch alle Ersatzspieler. Dabei sei besonders die Jugendarbeit wichtig. Von daher hoffe er, dass es eines Tages möglich sein werde, dass auch die B- und A-Jugend wieder in Otting spielt.

Was die Finanzen anbetreffe, sei letztes Jahr schon sehr viel eingespart worden. Aber man werde versuchen, noch mehr zu sparen, auch wenn es weh tue. Wenn das auch nicht funktioniere, "müssen wir eventuell über eine Beitragserhöhung nachdenken". Dies werde sich hoffentlich mit einem gutem Bierzelt vermeiden lassen. Im Umfeld der Bierzeltwoche sei heuer am 31. Juli und 1. August ein großes Schlütertreffen geplant. Er freue sich jedenfalls auf die Arbeit mit der neuen Vorstandschaft, meinte Steinmaßl abschließend; endlich sei jetzt auch mit Margit Thaller eine Frau in den Vorstand gewählt worden.
Artikel vom 21.03.10
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