Die Betriebsversammlung im Gasthaus Wimmer wurde vom Vorsitzenden des Betriebsrats Martin Parzinger und seinem Stellvertreter Fritz Schön geleitet. In legerem Ton ging es zuerst einmal um die Parkordnung, um den Getränkepreis, die Weihnachtsfeier und um die Kennenlerntage der Jugendvertretung, ehe der Geschäftsführer und Miteigentümer Hans Rosenberger über die Geschäftslage und die Zukunftspläne berichtete.
Das Jahr 2011 sei extrem gewesen, die Nachfrage aus allen Branchen habe die Firma überrollt. Trotz aller Opferbereitschaft der Mitarbeiter, die größtmögliche Flexibilität gezeigt und viele Wochenenden und Feiertage im Werk verbracht hätten, sei es nicht möglich gewesen, alle Aufträge mit zumutbaren Lieferzeiten abzuwickeln. Die bei dauerhafter Überlastung üblichen Probleme seien aufgetreten, aber auch gemeistert worden. Der Rückgang der Aufträge im zweiten Halbjahr habe zu einer Normalisierung geführt.
Die Mentalität, alles sofort haben zu wollen und die scheinbar dringenden Bedürfnisse ebenso schnell wieder fallen zu lassen, sei zwar einer gleichmäßigen Entwicklung nicht förderlich, trotzdem sei die reale Wirtschaft relativ stabil und von der in den Medien thematisierten Finanzkrise bisher kaum betroffen. Die Planung für 2012 sehe eine Konsolidierung auf hohem Niveau vor; der Umsatz solle nur geringfügig steigen. Bei der Sprunghaftigkeit der Nachfrage müsse man sich eine Überkapazität leisten, um auf die Kundenwünsche reagieren zu können. Vom Marktführer – das sei Rosenberger inzwischen unbestritten – würde man das erwarten, so Rosenberger.
Neue Produkte: Zündsystem
für Automotoren
In einem weniger hektischen Jahr werde man sich wieder verstärkt den langfristigen Zielen der Wirtschaftlichkeit widmen. Bei erhöhter Liefertreue müssten die Lagerbestände deutlich abgebaut werden. Qualitätsmängel würden bei den Ursachen angepackt und vermieden, dadurch die entsprechenden Kosten gesenkt und auch bei den Materialpreisen sei nach der überhitzten Nachfrage des letzten Jahres ein Nachgeben zu erwarten. Ein Mittel, die Rentabilität zu steigern, sei die verstärkte Einführung neuer Produkte mit hoher Wertschöpfung. Nach dem Erfolg mit Hochspannungs-Adapterplatten für Hybridautos sei Rosenberger nun auch Partner bei der Entwicklung eines Hochfrequenz-Zündsystems für Automotoren.
Nach den erheblichen Investitionen des letzten Jahres – unter anderem 60 neue Maschinen, jede im Wert von bis zu einer Million Euro – werde die Summe 2012 unter dem Betrag der Abschreibungen bleiben. Dennoch würden große neue Projekte konsequent weitergeführt. Dazu gehöre der Bau der neuen Fabrik der Hörl Kunststofftechnik in Laufen, der bereits begonnen habe. Beim Aushub für den Keller des Verbindungsbaus sei ein 23 Tonnen schwerer Findling zum Vorschein gekommen, der sicher als Denkmal in die Außengestaltung der Anlage einbezogen werde.
Gute Entwicklung in
Ungarn und Brasilien
Das Montagezentrum in Ostungarn, dessen Fläche im vergangenen Jahr verdoppelt worden sei, werde mit annähernd 1.500 Mitarbeitern seine strategische Bedeutung für das Europageschäft festigen. Es sei nicht mehr ein Außenposten für einfache Verrichtungen, sondern ein eigenständiges Werk mit den hohen Standards aller Rosenberger-Standorte. 2011 sei dort auch eine CNC-Dreherei mit 34 Maschinen begonnen worden, deren Kapazität nach Bedarf erweitert werde. Ebenfalls in Ungarn, in Taksony nahe Budapest, sei im dortigen Montagewerk für Fiber-Optik ein neues Hochregallager eröffnet worden. Dadurch sei Platz geschaffen worden, um die Fabrikation zu erweitern. Eine vollständig neue Fabrik für Kommunikationstechnik sei in Brasilien eröffnet worden, auch dort sei eine anhaltend gute Geschäftsentwicklung zu erwarten.
Ein bedeutsamer Schritt sei der Erwerb von Netop Technologies gewesen. Dieser Spezialist in Telekommunikations-Ausrüstung in Shanghai (China) gehöre nun ganz zu Rosenberger-Asia-Pacific in Beijing. Mit 160 Entwicklungsingenieuren und insgesamt 520 Mitarbeitern sei Netop an der Optimierung von Mobilfunknetzwerken tätig,
Rosenberger-Asia-Pacific
nicht nur in Asien, sondern auch in Afrika und Südamerika. Die sogenannten Entwicklungsländer, das habe sich bereits im letzten Jahrzehnt herausgestellt, betonte Rosenberger, würden nicht mehr von Europa oder den USA, sondern von China aus mit Industriegütern beliefert, häufig im Tausch gegen dringend benötigte Rohstoffe. Europa habe den Trend verpasst. Um an den bahnbrechenden Entwicklungen in der Mobilkommunikation noch teilzuhaben, sei das Engagement in China unabdingbar. Westlich von Shanghai, am Dianshan Lake in der Provinz Jiangsu, sei überdies ein Gelände von rund zehn Hektar erworben worden. Die Planung sehe vor, dort mittelfristig die bisherigen drei Fabriken im Raum Shanghai an einem Platz zu vereinigen.
"Bayerns Best 50"
Auch im Jahr 2011 sei Rosenberger mehrfach ausgezeichnet worden. Bereits zum zweiten Mal habe es die Firma in die Hitliste der besten Mittelstandsbetriebe in Bayern geschafft, und dafür die Auszeichnung "Bayerns Best 50" erhalten. Für die Geschäftsbeziehungen bedeutsam sei die Auszeichnung durch den größten amerikanischen Autozulieferer Delphi. Der "Delphi Pinnacle Award" werde an Spitzenlieferanten in Anerkennung hervorragender Leistungen vergeben. In diesem Falle war die Belieferung des Delphi-Werkes Tijuana (Mexiko) ausschlaggebend.
Der größte Hersteller von Telekommunikations-Technologie in China, Huawei, habe Rosenberger mit dem "Supplier Excellence Award" ausgezeichnet. Diese Anerkennung sei im Hinblick auf die wichtige Rolle von Huawei in ganz Asien besonders wertvoll.
Nach dem Referat eines Funktionärs der IG Metall über den Ablauf von Tarifverhandlungen folgte eine detaillierte Information über die Einführung des neuen Entlohnungs-Systems "RESY", bei dem die verschiedene Entlohnung von Arbeitern und Angestellten entfällt. Da das System von Geschäftsleitung und Betriebsrat gemeinsam erarbeitet wurde, teilten sich auch Geschäftsführer Dr. Tosja Zywietz und Betriebsratsvorsitzender Martin Parzinger den Vortrag. In dem neuen System wird jede Aufgabe im Betrieb beschrieben und nach wertprägenden Merkmalen einer Entgeltgruppe zugeordnet. Dienstalter und individuelle Ausbildung sind künftig nicht mehr entscheidend für das Gehalt, sondern die tatsächlich übertragene Aufgabe mit ihren Anforderungen. Das neue Entgeltsystem stellt vor allem Arbeiter und jüngere Mitarbeiter besser.
Der Vortrag gab einen Einblick in die vielen Details, die bei der Umstellung zu berücksichtigen sind. Das neue System tritt zum 30. Juni in Kraft und verursacht zunächst Personal-Mehrkosten von 1,6 Millionen Euro.
Rosenberger gestärkt für die Zukunft
Fridolfing. Mit einer Steigerung um 35 Prozent im Vergleich zum ohnehin schon außergewöhnlichen Vorjahr hat die in Fridolfing beheimatete Rosenberger-Gruppe 2011 einen Welt-Umsatz von 453 Millionen Euro erreicht, fast das Doppelte des Umsatzes im Rezessionsjahr 2009. Rund 250 Millionen davon wurden in Fridolfing erwirtschaftet, von den mittlerweile mehr als 1.100 Mitarbeitern. Entsprechend war das Volumen der Investitionen: Die größte Produktionshalle wurde neu gebaut samt zugehörigem Materiallager, das neue Bürogebäude wurde fertiggestellt und bezogen, der Parkplatz um mehr als 100 auf über 600 Stellplätze erweitert, ein EMV-Messlabor begonnen.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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