Hieronymus Graf Colloredo (1732 bis 1812) war ein entschiedener Aufklärer. Der letzte Fürsterzbischof von Salzburg vergraulte Wolfgang Amadeus Mozart aus der Stadt und wagte sich an große Projekte, um die rückständige Infrastruktur des Erzstifts zu entwickeln. In seiner Amtszeit wurden zum Beispiel große Teile des Abtsees trocken gelegt.
Aus einer "landesväterlichen Vorsicht" heraus erteilte Hieronymus Colloredo 1786 den Befehl, im Salzburghofer Eichet einen Eichenwald anzulegen. Er beauftragte den Hofkammerrat von Enk "einen schicklichen Terrain" auszusuchen, schreibt der Ramsauer Professor Köstler in seinem Werk "Fragmente zur Geschichte eines Eichets in Oberbayern". Es erschien 1975 im "Forstwissenschaftlichen Centralblatt".
Hofkammerrat von Enk begutachtete demnach zusammen mit dem hochfürstlichen Hofjäger und Meisterjäger an der Suhr, Franz Kobel, das heruntergekommene Waldstück und die Weide, die von Pferden und Rindern zertrampelt worden war. Dennoch erkannten von Enk und Kobel die guten Voraussetzungen für einen Eichenwald: Die Temperatur, die Niederschlagsmenge und der nährstoffreiche Boden schaffen ideale Voraussetzungen für die Stieleiche, die in Südbayern nur selten vorkommt.
Angesichts des katastrophalen Zustands von Wald und Wiese ordnete von Enk an, dass das Militär mit 20 Mann das Gelände von Stöcken befreien, umpflügen und umzäunen soll. Der Kostenvoranschlag dafür belief sich auf 217 Gulden 38 ¼ Kreuzer.
Das Saatgut für den neuen Eichenwald stammte aus der nächsten Umgebung. Nur die schönsten Bäume kamen als Samenspender in Frage – davon kaufte die Salzburger Oberwaldmeisterei dann in rauhen Mengen. Allein Mathias Haberpointner verkaufte ihr 110 Zentner Eicheln.
Wegen des schlechten Wetters wurden die Eicheln erst 1788 in der Erde vergraben. Drei Jahre später fand auch Saatgut aus Bosnien seinen Weg nach Freilassing, doch nur die Hälfte dieser Eichen ist tatsächlich gewachsen. Vermutlich wurden die Eicheln auf ihrer dreimonatigen Reise von Bosnien nach Freilassing nicht ausreichend geschützt.
Die japanische Birke
und der Klimawandel
Heute hat der Eichetwald wissenschaftlich eine hohe Bedeutung. Das bayerische Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP), das in Teisendorf angesiedelt ist, betreut in ganz Bayern Versuchsflächen. Auf ihnen erforschen Experten, unter welchen Bedingungen welche Bäume besonders gut wachsen. "Im Eichetwald liegt ein Versuchsschwerpunkt des ASP", sagt Amtsleiterin Dr. Monika Konnert. Ihre Mitarbeiter pflanzen neben der Kreisstraße nach Surheim Exoten wie die Japanische Birke ein, um herauszufinden, welche Bäume dem Klimawandel trotzen können.
Auf der Samenplantage des ASP wachsen zudem Bäume, deren wertvolle Samen schwer zu ernten sind. Die Mehlbeere zum Beispiel wird bei der Schutzwaldsanierung im Hochgebirge eingesetzt. Allein der Anbau einer Samenplantage kostet 40.000 bis 50.000 Euro.
Der große, alte Eichenbestand macht den Eichetwald zu einem Paradebeispiel für Studenten und Besucher. "Diese Stieleichen sind eine der ältesten in Bayern, gut über 150 Jahre alt", erklärt Dr. Konnert.
Historie, Forschung für den Klimawandel, seltene Samen: Der Eichet ist mehr als nur ein
Brennholz, Schwammerl
und ein Leiterwagerl
Stück Wald. Über die Jahrhunderte haben die Freilassinger ihren Eichet zu schätzen und zu lieben gelernt. Für Erich Prechtl, den stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes Naturschutz Freilassing, hat das Kleinod auch persönlich eine wichtige Bedeutung. "Nach dem Zweiten Weltkrieg hat uns der Eichetwald Brennholz und Schwammerl geschenkt", erinnert er sich. "Mit dem Leiterwagerl haben’s mich hinunter gefahren, weil ich noch nicht laufen konnte."
Ein Waldparadies auf "schicklichem Terrain"
Freilassing (lam). Vor 220 Jahren hat Hieronymus Graf Colloredo, der letzte Fürsterzbischof Salzburgs, den Freilassinger Eichetwald anlegen lassen. Seitdem wächst und gedeiht dort ein seltener Bestand an Eichen, Buchen, Linden, Ahorn... Die Bäume erreichen ungewöhnliche Höhen, ihre Samen werden in Fachkreisen hoch geschätzt. Deshalb schlägt der Vorstoß von Landschaftsplaner Prof. Hermann Brenner hohe Wellen: Das Freilassinger Stadtentwicklungskonzept stellt zur Diskussion, im beziehungsweise am Eichetwald ein Gewerbegebiet errichten. Dabei hat dieser 70 Hektar große Wald eine lange Geschichte.
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Coco als Orakel
Beagle "Coco", das Fußball-Orakel Ihrer Lokalzeitung
Der Redaktions-Beagle hat vor dem DFB-Pokalfinale das falsche, vor dem Champions-League-Endspiel das richtige Leckerli angesteuert.
Zwei Endspiele des FC Bayern und die Europameisterschaft: In solchen Fußball-Großkampftagen hat auch Ihre Lokalzeitung ein tierisches Orakel an den Start gebracht. Redaktionshund „Coco“. Der Beagle unserer Lokalredakteurin Lucia Hargaßer hat den Ausgang des DFB-Pokalfinales zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund vorhergesagt, oder besser gesagt vorhergefressen. Das Ganze übrigens hochoffiziell unter Aufsicht des Trostberger Notars Georg Mehler und moderiert von Sportredakteur und Franz-Beckenbauer-Imitator Christian Settele. Dabei lag er daneben, denn er steuerte den FC-Bayern-Napf an, und Schweinsteiger & Co. haben ja bekanntlich gegen Dortmund 2:5 verloren.
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Richtig lag das "Cocorakel" dafür im Champions-League-Finale - natürlich sehr zum Leidwesen der Bayern-Fans. "Coco" entschied sich für den Knochen in der blauen Chelsea-Schuhschachtel. Damit hat er sich als Wahrsager für die Europameisterschaft empfohlen. Gut möglich also, dass seine hellseherischen Fähigkeiten wieder gefragt sind im Juni.
Hier geht's zu den im Trostberger Tagblatt und Traunreuter Anzeiger erschienenen Berichten über die beiden "Cocorakel-Befragungen: Dortmund - Bayern, Bayern - Chelsea.
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